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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-18 · Heft 11 (18.3.1843) · p. Seite 170

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 11 (18.3.1843)
Date
1843-03-18
Page
Seite 170 (sequence 14)
Language
German
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170 volles Vertrauen auf die huldreiche Waterliebe Sr. Majestät unsers allergnädigsten Kaisers, auf die unermüdliche Fürsorge des Fürsten Statthalters Durchlaucht, die unser Bestreben zu würdigen und anzufeuern geruhen werden. Nicht minder dürfen wir die Hoffnung hegen, daß auch von unseren ausländischen Glaubensgenossen dem großen Werke Unterstützung und Förderung zukommen wird. Literarische Nachrichten. Leipzig, im Februar. sGeschichte.) (Aus dem Leipz. Nepert. Heft 5.) Zur Geschichte der Israeliten, zwei Abhandlungen von Ernst Bertheau, Privatdozenten in Göttingen. Göttingen 1842. (Schluß.) — Doch mit Josua's Tode begann das Zersplittern der Nationalintereffen in Stammintereffen, welches das Isolirungssystem unvollendet ließ und entweder Völkerschaft gegen Völkerschaft zu den Waffen rief oder im friedlichen Verhalten nicht hindern, konnte, daß fremde Sitte in das Volk eindrang und die Reinheit des obersten theokcat. Grundsatzes trübte, oft denselben ganz verlaugnen ließ. Hierzu kam die Lage Palastina's in Rücksicht auf Herrschergranzen. Denn kaum war das Volk geeinigt, gesittkgt und unter königl. Gewalt gekraftigt, noch waren die Wunden der unglückseligen Selbstsucht, welche Norden und Süden sich trennen ließen, nicht geheilt, als im Verlauf der Jahrhunderte Assyrer, Scythen, Aegypter, Chaldäer kämpfend auf palästinensischen Boden auftraten und die schwachen. Staaten auflösten. Doch bei allen Stürmen, die als Unglaube, relkg. Jndifferentismus, Bürgerkriege und feindliche Invasionen das Volk heimsuchten, blieben Mose's Institutionen ein unerschütterlicher Ankerpunkt, bei dem in den trübsten Zeiten und nie ohne geistige Erhebung Israel Heil und Trost suchte, der es, als auch David's Thron zertrümmert war, in das Exil geleitete und selbst da noch die Hoffnung des Sieges der Gottesherrschaft über die Herrschaft der Welt und mit ihr die ganze Individualität des Volkes festhalten ließ. Der geistige Kampf um das Aufgeben und das Festhalten dieses uralten Erbgutes bildet den Mittelpunkt der lichtvollen Forschung S. 277—381. Es war daher ein wesentlicher Gewinn, den das Volk aus dem Exil zog, daß nur der dem Mosaismus treugebliebene Rest aus der Verbannung zurückkehrte und um so eifriger dem Buchstaben des Gesetzes sich unterwarf, je bestimmter in ihm die einzige Bedingung des Heils erkannt wurde. Doch . stieß die Restauration der Gemeinde auf Schwierigkeiten in ihrem Zusammentreffen mit den zurückgebliebenen Resten des Volks den Phöniziern, Kanaanitern und affyr. Kolonisten, und es drohete der getreue Stamm abermals mit den Landeseinwohnern zu verwachsen. Die Energie Esra's und Nehemka's rettete die Nationalität, gab aber zugleich dem Mischvolke des ehedem nördlichen Reichs den Tempel und Kultus auf Garizim mit seiner steten Opposition zum jerusalemifchen. Mit Alexander begannen von Neuem die Völkerbewegungen, die sich unabläffig über Palästina ergossen. Der Macedonier ehrte die jüd. Nationalität, doch wurde Palästina bald nach Alexanders Tode Schauplatz und Gegenstand der Kampfe zwischen Ptolemäern und Seleuciden. Bei alle dem erhob sich Jerusalem zu einer staunenswerthen Höhe und hielt die väterliche Sitte aufrecht, vermochte aber doch nicht sich ganz gegen griech. Bildung abzuschließen, die je langer je mehr zu den Bedürfnissen gehörte und den Glauben der Vater zu bedrohen ansing. Rasch verfiel der Mosaismus. ' Jason und Menelaos konnten schon dem Antioch. Epiph. die Hand zu Unterdrückung des Judaismus bieten, den aus Furcht vor Grausamkeiten viele verließen, bis Mattalhias das Signal zum Aufstande gab und Simeon den Kampff für Freiheit und Glauben vollendete. Der theuer erkaufte Sieg sollte den Glauben der Vater schützen. So bildete sich bestimmter das Pharisäerthum, welches das traditionell Israelitische als das wahre anerkannte, aus, gegenüber dem Sadducäismus, welcher kein starr abgeschlossenes Israel wollte, und so begann wieder der innere Kampf um Aufrechthaltung des oft freilich nur in der äußern Form gesuchten heiligen Vermächtnisses von Sinai. Der Pharisäismus behielt die Oberhand und die Idee des Staats, der von der Religion unzertrennlich war, konsolidirte sich so zu jener unbeugsamen Form, die, als endlich die Römerherrschaft sich Palästina unterwarf und in einer Reihe von Reibungen seit Her.od.es bis Gesims Florus in verschiedenen Gestalten das starrgewocdene Judenthum reizte, den letzten verzweifelten Kampf, indem der äußere Staat vernichtet werden sollte, hervorgehen ließ (S. 382—452)..— Dieser kurze Ueberblick wird genügen, die Reichhaltigkeit des kn diesen ^Abhandlungen erörterten, öfters bis ins Detail verfolgten Stoffs zu zeigen, und wir bedauern nur, hier nicht auf Einzelnes emgehen zu können, um bei manchem . Be-

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