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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-18 · Heft 11 (18.3.1843) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 11 (18.3.1843)
Date
1843-03-18
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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163 >,rüchtes aus einem in diesem Betreffe von Selten »Herzogs. Landesregierung unterm 23. Jan. d. I. „ad N. Reg. 3096 durch das Amt Nastätten an mich Zergangenen Reskripte die offiziellen Worte vor: „„Das Gerücht, daß Hirsch Leopold zu Allendorf „„umgebracht worden sei, damit er nicht am Sab- „,,bat sterbe, hat durch die weitere Untersuchung „„keine Bestätigung erhalten"" — und ich wün- „sche, daß auch die anderen Zeitungen diese Berichtigung mit aufnehmen, die Herren Korrespondenten „aber bei so gefährlichen Gerüchten - vorsichtiger- und -/gewissenhafter zu Werke gehen möchten." Wiesbaden, den 23. Febr. 1843. - \ B. Hochstädter, isracl. Religionölehrer u. Prttlger. - Dresden, 28. Februar. Wir tragen aus den bisherigen Verhandlungen der zweiten Kammer nach der L. A. Z. noch Folgendes nach. Abg. Brockhaus: Bei den großen Vorurtheilen gegen die Juden verhehle er sich nicht, daß er hinsichtlich feines Votums sich kaum eine Uebereinstimmung mit seinen Wählern versprechen dürfe. Er folge indessen seiner Ueberzeugung, nach welcher er im Prinzip für vollständige Emanzipation sei.. Es sei dies eine Maßregel der Humanität und Gerechtigkeit; die bereits so oft besprochenen Gründe wolle er nicht weiter erörtern; aber er könne nicht umhin, es als seine innerste Ueberzeugung auszusprechen, daß nur eine vollständige Emanzipation die befürchteten Nachtheite für die Christen zu beseitigen vermöge. In Frankreich und England, wo man nicht bei halben Maßregeln-stehen geblieben, höre man am wenigsten die Klagen, die man hier vernehme; ein Grund zu solchen sei bei 800 Juden unter einer so tüchtigen und intelligenten Bevölkerung wie die sächsische am wenigsten zu fürchten. Der Vorwurf gegen die Juden,'als ständen sie so tief,' sei unbegründet: beweise ihr in beiden Gemeinden so vielfach bethätigter Eifer für die Veredelung des.Gottesdienstes, die Verbesserung ihres Armen- und Gemeindewesens nicht das Gegentheil? Er bedauere deshalb die Beschränkungen des Gesetzes von 1838; er sei daher mit den von den Juden gefoderten Konzessionen unbedingt' einverstanden, also auch-mit den von der Deputation vorgeschlagenen; nur hatte er gewünscht, daß diese auch in den übrigen Punkten den Foderungen der Petenten volles Gehör geschenkt hätte. Auf den Einwand, die gewünschten VerbesserunLen würden in Rücksicht darauf, daß nur erst vor nicht viellänger als vier Jahren deshalb ein Gesetz erlassen worden sei, zu frühzeitig gefodert, entgegne er, die Ungerechtigkeit eines Gesetzes könne man nicht frühzeitig genug beseitigen; deshalb könne er auch diesen Grund' der Deputation nicht anerkennen. Die zweite Kammer stehe hoch in der öffentlichen Meinung; eine Kammer, die.sich vor kurzem für Oeffentlichkeit und Mündlichkeit in der Kriminalrechtspflege ausgesprochen habe und bald sich auch für Preßfreiheit aussprechen werde, werde sich auch bei der vorliegenden Frage gerecht und liberal zeigen! Abg. Rahlenbeck: Es befremde ihn, daßdie jüdische Gemeinde zu Leipzig der Petition sich nicht angeschlossen habe, es sei daher zu besorgen, daß diese noch bei dem Schluffe der Berathung mit einer Petition vor der Kammer erscheine. Bei den Nachtheilen elfter zu zeitigem Abänderung eines Gesetzes erkenne er dankbar an, daß die Deputation es nicht für angemessen gehalten, ein noch so junges Gesetz in noch mehr Stücken abzuändern; er halte dafür, daß es vielleicht rathsamer gewesen sein würde, die Petenten an die nächste Ständeversammlung zu weisen, was verhindert hätte, daß die Ehrfurcht vor dem Gesetze verletzt würde. In der Gesetzgebung sei ein ruhiger Gang an der Hand der Erfahrung der richtigere Weg. Abg. Dr. v. Mayer: Seine Gesinnung sei bekannt, und wenn er auch seitdem, daß er über die Frage zum ersten Male hier gesprochen habe, zehn Jahre älter geworden sek, so sei doch seine Meinung heute noch die nämliche. Die Emanzipation der Juden sei eine Frage der Humanität, der bürgerlichen Freiheit und des Fortschritts. Gegen ihre Lösung entspinne sich bei d.em aus Vorurtheil, Privilegien und Korporationsgeist erklärlichen Widerstande der nämliche Kampf wie btt andern großen Fragen der Zeit. Wie.man im Jahr 1815 mit Versprechungen groß gezogen worden sei, die nicht in Erfüllung gegangen wären, wie im Jahr 1830 die Foderungen wieder gestiegen und dann wieder zurückgegangen seien: so verhalte es sich auch mit dieser Frage. Die Ansicht Bruno Bauer's, die Juden müßten gleich den Christen sich erst von dem starren Positivismus befreien, sei nicht neu, er habe sie schon 1833 in diesem Saale vernommen. Bei

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