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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-11 · Heft 10 (11.3.1843) · p. Seite 152

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 10 (11.3.1843)
Date
1843-03-11
Page
Seite 152 (sequence 16)
Language
German
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eines Faulen ging: ich einst vorüber, dem- Weinberge eines. Nachlässigen, 31) und siehe da, Alles, war in Unkrcrut aufgeschossen, die ganze Flur mit Disteln bedeckt, und die steinerne Mauer zerstört. 32) Ich sah's und nahm es zu Herzen, bemerkte es und nahm mir folgende Lehre. 33) Schlafe nur ein wenigschlummere ein wenig, ruhe nur, die Hände in einander ein wenig. 34) Und es kommt wie ein Wanderer deine Armuth,. und dein Mangel wie ein gewappneter Mann?" Daß der würdige, auf einer hohen Stufe der Zeit stehende Herr Redakteur des „Magyar Gazda" auch dieser Meinung ist, ersieht man aus der Note, die er Ihrem Aufsatze anheftete. — Valeat! — Und wir meine theuern Religionsbrüder! hängen wir ferner mit gleicher Liebe, gleicher Treue an unserer vielgeliebten Regierung, an unserem theuren Vaterlande. Trachten wir täglich mehr die Freundschaft und Liebe unserer Landesbrüder, die Achtung unserer.Nebenmenschen, der Mit- und Nachwelt zu gewinnen. Lasset uns kräftig Hand an's Werk legen, unserer Jugend eine ächt bürgerliche Erziehung zu geben, eine Erziehung in Gottesfurcht und Menschenliebe; aus daß der Leumund verstumme, und Liebe alle Gemüther erfülle. Hören wir nicht auf, für das Wohl der Regierung, unserer Landsleute, unserer Freunde, selbst unserer. Feinde zu beten. Denn', „so spricht der Ewige Zebaoth, Gott Israels, zu all den Weggeführten, so ich von Jerusalem nach Babel weggeführt. Bauet Häuser und bewohnet sie, und pflanzet -Gärten und esset ihre Frucht. Nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter, und. nehmet für eure Söhne Weiber, und eure Töchter gebet Männern, daß sie gebären Söhne und Töchter, und mehret euch und vermindert euch nicht. Und suchet das Wohl der Stadt, dahin ich euch , weg geführt habe, tttrt) betet um sie zu dem Ewigen; denn in ihrem Wohl wird auch euch wohl sein. (Jeremia K.29 V. 4* 5. 6. 7.) F. Die Schweiz. En-ingen, im Dezember. (Privatm. Schluß.) Diesem wider Willen etwas langgerathenen Berichte erlauben wir uns noch folgende kurze. Beobachtungen nachzuschicken. Was dem Einsender, der als Jugendfreund und gewesener- Schulmeister sich nicht' enthalten konnte, vom Mahle der Großen wegzuschleichen, um zu sehen, wie im neuen Schulhause auch die Kleinen regalirt würden,^— besonders aufst'el, war die Menge von geist- und ausdrucksvollen Gesichtchen unter der israelitischen Jugend; und erfahrene Lehrer, die in mancher Schule herumgekommen, stimmten mit ihm überein, daß diese Erscheinung kaum in irgend einer, christlichen Gemcindeschule unsers Kantons in solchem Verhältnisse sich dardieten würde. Und traun, dieser Geist, der schon so frühe sich ausspricht, wird wohl später auch sein heiliges, unveräußerliches, wenn auch Jahrtausende hindurch entbehrtes Menschen- und Bürgerrecht wieder zu erringen und geltend zu machen wissen! — Was uns weiter ansprach, war die angenehme Erfahrung, daß auch das erwachsene Geschlecht mehr politische Reife besitzt, als wir demselben zugetraut. Diese Entdeckung mußte sich zur eigentlichen Ueberzeugung steigern, wenn man die^ durchaus angemessenen Vorträge der Festredner und die ansprechenden Trinksprüche hörte, in welchen letztem besonders eine das christliche Mitgefühl innigst bewegende, so zu sagen heimwehartige Sehnsucht nach einem so lange schon verlorenen und noch nicht wiedergefundenen Vaterlande aussprach, das sie nicht mehr in dem fernen Lande ihrer einstigen Väter, sondern auf dem freien Boden der Schweiz, des Aargaus, wünschen und suchen. Und gewiß, die Zeit wird und muß kommen, wo die beiden herrschenden Glaubensbekenntnisse auch das dritte unterdrückte nicht blos dulden, sondern als sich ebenbürtig anerkennen, wo auch der Jsraelite neben dem Katholiken und dem Protestanten im Aargau seine freie Heimqth sinder und liebt, wo also alle drei Sterne unsres Wappenschildes — deren letzter bisher immer' noch von den Wolken des beiderseitigen Vorurtheils verhüllt geblieben — einträchtig zusammenstrahlen! — Und was uns endlich wunderte, war — um es offen und kurz zu sagen, — daß bei so vieler Bereitwilligkeit zur. Verbesserung des -Looses dieser Glaubensgenossenschaft, wie sie sich verschiedentlich schon ausgesprochen, doch in Wirklichkeit noch so wenig hierfür gethan worden. Doch genug! M—r." ' So weit der Bericht, des .Schweizerboten. Ich gestatte mir nun noch einige erläuternde Bemerkungen ,hinzuzufüg.en.

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