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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-11 · Heft 10 (11.3.1843) · p. Seite 151

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 10 (11.3.1843)
Date
1843-03-11
Page
Seite 151 (sequence 15)
Language
German
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chen, und die verdiente Strafe gewiß nicht schuldig bleiben würde? haben Sie aber keine genaue Ueberzeugung, vermuthen es nur blos, und wagen's dennoch, ein ganzes Volk öffentlich zu brandmarken, und des Giftmischens anzuklagen, so sind Sie — ein schmutziger Verleumder, — des Namens Magyar unwürdig! — „So oft dagegen Kontribution und Haussteuer abgesondert wird, ist nirgends,'was zu finden." Sehr natürlich, die Folge des vielen Trinkens! „Dazu lacht dann der betrügerische Jude, denn er versteht das Eintreiben viel geschickter." Gelogen H. A.— dazu weint dann der arme Jude, denn er muß sich auf das Borgen verstehen. Denn — wohlverstanden! seitdem den Bauern, kraft des Urbarialgesetzes, erlaubt ist, selbst Branntwein zu brennen, fangt er gleich nach vollbrachter Einscheuerung, ja schon beim Dreschen an, die Geißel Gottes zu brennen, und da thut er — frei von jeder Arbeit — nichts Anderes als brennen und trinken, das Korn wird ausgebrannt, und die Geißel Gottes ausgetrunken; dann, ohne Brod, ohne Geld, geht er zum Juden, nimmt Brod und Branntwein auf Borg, der, ohne die mindeste Aussicht auf Einkassirung, ihm geben muß, so er sich nicht seinen Brutalitäten aussetzen will. „Zu ihrem Glücke unterliegt bei uns die langsam wirkende Vergiftungsart der polizeilichen Aufsicht nicht." Das Laster ist selten allein. Jetzt wird auch die Polizeibehörde von dem Strome der Verleumdung mitgeriffen. Eine gesunde Vernunft würde daraus gerade das Gegentheil resultiren. Bei jeder kultivirten Regierung kann man ein wachsames Auge über Nichtbefolgung des Gesetzes voraussetzen. Somit kann das Schweigen der Behörde nur als Zeugniß einer musterhaften Aufführung seitens der israelitischen Unterthanen gelten. Oder wird etwa das widergesetzliche Betragen der armen Juden, aus zarter Schonung/übersehen? — Liegt Ihnen , Herr Anon. wirklich die Volkserziehung am Herzen, so trachten Sie Menschenliebe und Aufklärung zum- Gemeingut zu wachen, diese sind die Quellen alles Glückes und Heiles, nicht aber Ihren finstern Religionshaß in einem öffentlichen Blatte zu verbreiten; denn jene schwarzen Geister aus ihrem verfallenen Grabe herauf zu beschwören, wird Ihnen in dem Lande d?r Eötvöse, der Syechenyis, Wesselenyis, Zay's, Beöthys, Deake und vieler solcher Edelen, in dem Lande, wo, alles Toleranz," Liebe und Aufklärung athmet, mit einem Worte, in Ungarn — nimmermehr gelingen. — Herr An. fährt fort: „Daher ziehen sich die Beamten^ denen wir die polizeiliche Aufsicht im Dorfe anvertrauen, die größte Verantwortung zu, wenn sie bemeldeten Unfug keiner Aufmerksamkeit würdigen." „Ich behaupte, in Betreff meiner Gegend, daß die durch Nachlässigkeit verursachte Verödung, jener Exstirpaturen (urbar zu machender Strecken), so wie der Wuchergeist der hiesigen Juden ein Hauptgrund der Verarmung unseres Volkes ist." — Also endlich — da fteckt's! hierauf war es abgezielt. Um einer schiefen Ansicht einen Stützpunkt zu, verschaffen^ mußten die Juden Getränke vergiften und die Polizeibeamten pflichtvergessen sein! — Gestehen Sie nun Herr A., daß Sie nicht aus Liebe zum Vaterlande und seinen Gesetzen, nicht weil die Wahrheit auf ihrer Seite war, sich zur Niederschreibung dieses fatalen Aufsatzes, veranlaßt fühlten; es mußte nur, entwederZeine momentane Leidenschaftlichkeit, oder — was noch schlimmer — ein mit der Muttermilch eingesogener, auf der Schulbank genährter, unauslöschlicher Haß' gegen ein unglückliches, bedrängtes Volk, gegen Landeskinder, die damals noch von den Gesetzen stiefmütterlich behandelt wurden, die Veranlassung gewesen sein. Warum hätten Sie sonst Ihren Aufsatz anonym veröffentlicht? Die Wahrheit scheut das Licht der Sonne nicht, nur Verleumdung schleicht im Finstern. Die allgemeine Meinung haben Sie gescheuet; die Furcht, Ihren Namen dem allgemeinen. Tadel bloszustellen, legte Ihnen die Maske der Anonymität an! Gestehen Sie's nur lieber Herr A. und wir scheiden als Freunde von einander. Qul abscondit scelera sua, nou dirigetur; qui autem confessus fuerit, et reliquerit ea, inisericordiain consequetur, (Proverb. Cap. XXVIII. v. 13.) Gerne wollen wir das Geschehene vergessen; hat uns doH unsere zweitausen'ojahrige Geschichte so Vieles verschmerzen und vergessen gelehrt — wir sollen unfern Feinden verzeihen, haben uns die Rabbinen gelehrt, und wenn sie hungern, ihnen Brod reichen, unserweiser König Salomo. Eben dieser Legislator war'S,. der — ohne es zu wollen — Ihnen schon vor beinahe 3000 Jahren die Ursache der Verarmung Ihrer Landsleute darlegte. Mit folgenden Versen schließt er das 24. Kapitel seiner noch heute als Muster der Weisheit bewunderten Sprüche. ,,30) Dem Ackee

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