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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-11 · Heft 10 (11.3.1843) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 10 (11.3.1843)
Date
1843-03-11
Page
Seite 150 (sequence 14)
Language
German
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150 stattsinden. Der hiesige Magistrat ist um diese Auszeichnung bei den höchsten Behörden eingeschritten, und die Genehmigung derselben soll unzweifelhaft sein. Auch hat die Staatsverwaltung Herrn v. Rothschild ausnahmsweise die Erwerbung von Grundbesitz in der ganzen Monarchie zum Behuf des Bergbaues gestattet, welcher bei den Reichthümern unserer Gebirgslander in dieser Hinsicht, und den Mitteln jenes Hauses eine gesegnete staatsökonomische Einnahmsquelle verspricht." Danken wir dem guten Manne, und hören wir im Ernste auf, wie die verzärtelten Kinder, immer Etwas zu wünschen. Setzen wir uns über Kleinigkeiten, wie zum Beispiel in Mähren, hinweg; ward nicht dem Baron Eskeles schon vor vierzig Jahren das Bürgerrecht in Wien zu Theil? aber nicht nur das Bürgerrecht allein, behüthe! — der gute Mann versichert, mit dem wesentlichen Recht in Verbindung: auch Realitäten besitzen zu dürfen — was wollen wir nun noch? — Seien wir daher nicht mehr so halsstarrig — über diesen uns eigenthümlichen Fehler hat leider schon Moses geklagt. . Lausend Dank, tausend Dank, guter Mann! nur bitten wir Sie, uns künftig anstatt der Pillen, lieber eine starke Dosis Schlaftrunk geben zu wollen, daß wir während der Vorbereitungszeit Alles verschlafen könnten, was über uns gesprochen une geschrieben wird; daß wir während der V orb er eitu ngszeit von einer schönen Zukunft träumen könnten, und dann beim Erwachen — Alles fix und fertig fänden. 0 sanctn simplicitas! —- Hi... Tef... Aus Ungarn, im Febr. (Privatmitth.) Bis . jetzt Hütte die ungarische Presse die besondere Auszeichnung, sich niemals mit Judenhaß und Verleumdung besteckt zu haben. Denn es ckann uns nicht einfallen, wenn dieser oder jener Mißbrauch bei unfern Glaubensgenossen sich eingeschlichen, und er'wird als solcher bezeichnet und auf dessen Entfernung gedrungen, oder ein einzelner Israelit begeht ein Verbrechen, und wird darum gebrandmarkt, dies als gehässig oder nur unfreundlich anzusehen: wir verlangen nur— Gerechtigkeit. — Aber jenes Verdammen der Juden in Masse, jenes Anheften von Lastern in corpore, jene bitteren Verleumdungen, deren Zweck.es ist, .die blutigen Verfolgungen vergangener Jahrhunderte wieder herauf zu beschwören — Dinge, die in Deutschland an der Tagesordnung sind — Solches war in Ungarn bis jetzt nicht geschehen. Aber auch hierher scheint diese Geißel dringen zu wollen, und darum dürfen wir auch den Beginn nicht mit Ruhe ansehen, und wenn der Artikel, von dem ich sprechen werde, auch der Vergessenheit bald anheim gefallen sein wird, oder dies schon ist, so müssen wir ihn dennoch zurückweisen. Hat dich der Teufel erst bei einem Haar, hat er dich bald am ganzen Schopf. Ist erst die Scheu vor der öffentlichen Meinung, vor einer öffentlichen Ungerechtigkeit geschwunden, ist bald kein Damm, keine Schranke mehr zu finden. Ein höchst böswilliger Artikel war jüngst im „Magyar Gazda" (der ungarische Oekonom) zu lesen. Der Verfasser fand es gut, sich nicht zu nennen. Da konnte es der Redakteur des „Pesther Tageblattes," Herr Dr. G. Saphir, ein Israelit, nicht über sich gewinnen, diesen auf die Juden die schändlichste Verleumdung häufende Artikel in's Deutsche zu übersetzen und durch sein Blatt erst recht zu verbreiten. Welche Gründe dieser Israelit dabei hatte, läßt sich gar nicht absehen, wir müssen es ihm selbst überlassen, Beruhigung, darüber in sich zu finden, da kein anderes ungarisches Blatt es ihm hierin §uvor- oder nachgethan hat.- Der Verf. jenes Artikels spricht sich so aus; „Heuer ist bei uns Alles wohlgerathen; das Brod ist wohlfeil, so auch.Branntwein, diese Geißel Gottes" (was alles der liebe Gott verschuldet! der Men-' schen, 'der Menschen, Freund!) „Diese zwei Dinge also fallen aus dem Kreise der Spekulation hinweg. — Was fangen also die vielen Juden an? — Sie vergiften den armen Mann mit ihrem neu erfundenen Champagner, von welchem wir bis jetzt noch wenig vernahmen; sie mengen nemlich süßen Most mit ungelöschtem Kalk, und erhalten durch diese Beimischung dem Wein die Dauer seiner Süße; der, weil er süß ist, auch bei den Bauernweibern sehr in Gnaden, steht, daher die Wirthshäuser voll, und noch voller die Börsen der Juden sind, die es so gut verstehen, dieser armen Klasse den letzten Pfennig auszulocken." Nein, das ist zu arg! — Sind Sie dieser gräßlichen Thatsache sicher, was sind Sie für ein Patriot, wenn Sie die ruchlosen Thäter nicht bei der Behörde anzeigen, welche das Getränk untersu-

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