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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-11 · Heft 10 (11.3.1843) · p. Seite 149

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 10 (11.3.1843)
Date
1843-03-11
Page
Seite 149 (sequence 13)
Language
German
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kaufte und bezahlte, und wie endlich der Verein — wozu auchdie in benachbarten Dörfern wohnenden Israeliten gehören — auch vorher mit großem Eifer ^Vieles für arme Kranke gethan; wie alles dieses durch gemeinschaftliches Zusammenwirken und beispiellose Pietät, mit welcher sie ihrem Vorsteher, Bernhard Löwenstamm, seit mehr als 20 Jahren anhängen, bewirkte; — dann kann man mit Zuversicht ein glückliches Gedeihen dieser neuen Anstalt prognostiziren." — Danken wir dem Lenker unseres Schicksales, daß er uns in einem Lande geboren werden ließ, wo hochgeborene Frauen die Hebung unseres Standes durch Beförderung unserer heilsamen Anstalten nachdrücklich unterstützen; wo große Staatsmänner für Vertheidigung unserer Rechte ihre Stimmen erheben, ermüden wir aber nicht für das Gute zu wirken, und hoffen wir von der Zukunft das Beste. E. F. Aus dem Magyarlande. 12. Februar: (Privatmittheilung.) Wie der Strauß im Reiche der Vögel, so ist der Jude im Reiche der Menschen von selten starker Natur. .Er verschluckt Alles, verdauet Alles. Die über ihm hingeströmten Jahrhunderte haben seinen Magen so gestählt, daß ihm keine Injurien, keine Schmähphrasen, keine Lästerzungen unverdaulich sind. Wer Stoiker werden will, bekehre sich zum Judenthume. So haben wir eben eine bittere Pille verschluckt, die uns ein wiener Korrespondent apothekert hat. Diese Pille soll ein Herzftärkungsmittel sein, damit wir nicht verzagen, wenn auch die landtäglichen Begünstigungen keine königl. .Sanktion gewonnen haben. Dieser gute Mann tröstet uns, versichernd: daß in Wien bereits Vorbereitllngsmaßregeln getroffen werden. Lassen wir hier den Artikel der (N. W. Z.) folgen. Er lautet buchstäblich also: „Wien. Wenn die Gesetzesvorschläge des letzten ungarischen Landtages wegen gänzlicher Gleichstellung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden nicht sanktionirt worden sind, so geschah dieß, weil die Regierung befürchtete, es werde bei der Verschiedenheit der gesetzlichen Bestimmungen in den Erbländern, wegen der Ansäßigkeit dieser.Religionsgenossen gerade von der untersten Klasse der Juden überschwemmt -werden." (Der Korresp. scheint mit den Verhandlun- . genndes Landtages im Interesse der rechtlichen Verhältnisse der Juden nicht sehr vertraut, zu fein. Denn daß die unterste Klasse der Juden benachbarter Länder Ungarn nicht überschwemmen mögen, hat schon die Magnätentafel, sowie die königliche Resolution vorgebeugt. Jm Menuntium der Magnatentafel heißt es nämlich: „Da indeß hierdurch.die Juden in Ungarn, vor jenen der benachbarten Provinzen, so bedeutend günstige Verhältnisse erlangen, daß der Zudrang vieler unbemittelter Juden zum Genuß dieser Begünstigungen zuversichtlich zu gewärtigen stünde, so erachtet die hohe Magnatentafel, um hieraus, entstehende, üble Folgen zu beseitigen, für zweckdienlich, in der hierüber zu unterbreitenden Repräsentation die Aufmerksamkeit der Negierung insbesondere dahin zu lenken, daß von Seiten der Jurisdiktion bei den einwandernden und hier, seßhaft werden wollenden Juden außer ihrer Moralität auch noch darauf Rücksicht genommen werden solle, daß sie entweder durch den Besitz, eines Vermögens, oder, aber durch die Kenntniß einer Kunst oder Profession dem Lande nützlich werden." Wir lesen in der allerhöchsten Re- .solution: „Hinsichtlich der Aufnahme fremder Juden hat die k. ung. Statthalterei die, vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln, und die damit im Einklänge stehenden Verfügungen des Gesetzentwurfes. Im 5 §. -überall streng zu beobachten und zu überwachen," Bemerk., des Unterfertigten.) , „Man sucht inzwischen hier durch vo rb e r e ft e.nh e Maaßreg e.ln, worunter außer Unterricht und. Angewöhnung an soliden Erwerb, auch Vergünstigungen gehören, die man an verdiente .und befähigte Israeliten ausnahmsweise ertheilt, zum Zielpunkte hinzuwirken, wo eine Gleichstellung der Rechte durchweg erfolgen kaNn. Kaiser Joseph hat den Juden, den Zutritt zum Adel erschlossen und 'Kaiser Franz geeigneten und verdienstvollen Individuen auch den. Realitätenbesitz gewährt, insofern er zum Betriebe von Fabrikation angewendet wird. In der Residenz geschahen.begreiflicherweise die wenigsten Ausnahmen, von dex Regel. Vor etwa 40 Jahren Wurde dem so vielfach um den Staat verdienten Baryn Es.kel.es das Bürgerrecht in Dien mit dem wesentlich.en.da- . -mit verbundenen Recht, Realitäten besitzen zu dürfen, .ertheilt. Ein ähnlicher Fall.soll.nun demVerneh- :men nach - bei demiFreiherm Salomon von Rothschild, dessen Verdienste als Wohlthäter und -Förderer -alles Gemeinnützigen in. Jedermanns Anerkennung stehen.

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