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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-11 · Heft 10 (11.3.1843) · p. Seite 147

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 10 (11.3.1843)
Date
1843-03-11
Page
Seite 147 (sequence 11)
Language
German
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147 Gegen .dieses Erkenntniß appellirte der Vorsteher an die königliche Regierung, von welcher aber der kö.nigl. Landgerichtsbeschluß durchaus bestätigt und somit der Beschwerdeführer abgewiesen wurde. Hieraus gehet mit Evidenz hervor, daß der Berichterstatter in Nr. 49 v. I. nur Wahrheit referirte. Ebenso ist es aktenmäßig erwiesen, daß der Vorsteher der Gemeinde §... eine in. Beziehung auf die Schule feindliche Stellung eingenommen und nur durch das energische Einschreiten der königl. Distrikts- Schulbehörde in F... und der königl. Regierung wurde sein Bestreben unschädlich gemacht, indem ihm im Allgemeinen aller Einfluß auf die Schule entzogen und im Besondern verständlich gemacht wurde, daß er seinen Sohn, welcher dem Religionsunterricht nicht ordentlich beiwohnen konnte, keinen Privatunterricht bei einem unbefahigten, sondern bei dem einzig und allein inF... dazu öffentlich autorisirten Lehrer ertheilen lassen dürfe u. dgl. m. Desto mehr Anerkennung verdient der löbliche Eifer anderer Mitglieder der Kultusverwaltung zu F. für Gottesdienst und Schule. Da alle diese Angaben aktenmäßig sind, so stellt' sich der Aufsatz in Nr. 4 als unwahr und unzeitig dar- Ein Freund der Wahrheit. Preuße». Berlin, 17. Febr. (L. A. Z.). Man unterhält sich viel davon, daß es den Juden gestattet werden solle, in den Orden der Freimaurer ausgenommen zu werden, was ihnen bisher in Preußen persagt war, und daß der Prinz von Preußen, seit 1840 Mitglied des Ordens' und Protektor sämmtlicher . Landeslogen, nicht ohne Einfluß auf diese Aenderung des Statuts sei. Uebrigens war die Zulassung der Juden bereits vor. sechs Jahren bei den.Freimaurern zur Sprache gekommen, damals indessen mit. dem .Beisatz abgelehnt wordendaß die Frage, wenn ich nicht irre, nach sieben Jahren.wieder ausgenommen werden sollte.. Berlin, 22. Febr. (Pr. St. Ztg.) Der hier seit dem Jahre 1813 bestehende Verein zur Beförde- . rung.der Handwerke unter den Juden hat über seine Wirksamkeit während der zuletzt verflossenen beiden .Jahre einen Bericht. ausgegeben, aus welchem hervorgeht, daß derselbe ein Grundvermögen von 16,175 Rthlr. besitzt, dessen Zinsen im Vereine mit den jährlichen Beiträgen der Mitglied den Verein in den Stand gesetzt haben, während der Jahre 1841 und 1842 die Summe von 2748 Rthlr. 22 Sgr. zu seinen Zwecken zu verwenden. Diese Zwecke bestehen hauptsächlich in der Unterbringung und Erhaltung von armen jüdischen Handwerkslehrlingen und deren Ausschreibung als Gesellen. Von den am 1. Dkt. '4840 unter Aufsicht des Vereins in der Lehre gewesenen 25 Burschen wurden im Laufe der letzten beiden Jahre 12 als Gesellen ausgeschrieben, Einer starb, während 28 neue Lehrlinge hinzukamen, so daß die Zahl derselben jetzt. 40 beträgt. Es befinden sich darunter 6 Buchbinder, 6 Goldarbeiter, 3 Gürtler, 3 Klempner, 3 Lakirer,'3 Schriftsetzer, 3 Uhrmacher, 2 Schneider, 1 Drechsler, 1 Gärtner, 1 Glaser, 1 Graveur, 1 Lithograph, 4 Stubenmaler, 1 Sattler, 1 Schlosser, 1 Schuhmacher, 1 Tischler und 1 Weißgerber. Es ist zu wünschen, daß dieser Verein in seinen löblichen Zwecken eben so wie der ihm ähnliche Verein in Münster, über welchen in diesen Blättern bereits früher berichtet wurde, die geeignete Unterstützung finden möge. Berlin, 23. Febr. (Privatmitth.) Das Judengesetz wird den Ständen nicht vorgelegt, sondern ist, wie die Eisenbahnen und andere materiellen Gegenstände, Iris zum Schluffe des Landtags zurückgelegt worden. Das neue Kriminalgesetz wird zuerst vorgenommen. Oesterreich. Komorn, im Februar. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen führte ich einen fremden Herrn, einen achtbaren israelit. Kaufmann, in das hiesige Korrektionshaus, das in diesem Lande, seiner Seltenheit wegen, gewissermaßen eine Berühmtheit erlangte, und . von Fremden besucht wird. Ich ging in das Wachtzimmer, den Wunsch äußernd: es möchte der Heiduken Einer uns in diesem Hause herumführen, und . alles Sehenswerthe zeigen. Wie erstaunte ich aber über die Weigerung dieser, die, trotz der Hoffnung, eines anständigen Trinkgeldes, dem sonst solche Leute mit offener Hand entgegen zu kommen pflegensich nicht' bereitwillig finden lassen wollten; vorgehend: ..es sei den Juden, der'Besuch dieses H auses

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