Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1843)
- Date
- 1843-03-11
- Page
- Seite 143 (sequence 7)
- Language
- German
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143 Hochschule „bN^ rr-iNsn,, noch mehre neue Bänke anzubringen, um die hinzugekommenen (großentheils neu eingewand.erten) Zöglinge zu fassen, als wodurch Jerusalem zu einem Glanzpunkte gediehen fei, den es seit dem Lage seiner Gründung nicht erreicht hätte (ypÄ smoiü ü*n»b Nb utod ‘ick w)l.— Es wäre dies Alles recht schön und erbaulich; nur wird dabei anzugeben vergessen, worin eigentlich diese fleißig betriebenen Studien bestehen; denn daß man sich in besagten Hochschulen z. B. mit der gründlichen Erlernung der heil. Schrift und der hebr. Sprache befasse, laßt sich wenigstens aus dem, bis zum Unverständlichen spottschlechten und kauderwelschen Hebräisch des Schreibens selbst nicht schließen. — Zum eigentlichen Zwecke des letzter» übergehend, wird angegeben, wie man es höchlich bedauert habe, daß es dem, von der deutschen Gemeinde zu Jerusalem kommittirten Aaron Selig gelungen sei, in Europa hie und da Unzufriedenheit und Mißtrauen gegen H. Lehren zu erregen und sogar zu veranlassen, daß Manche so weit gegangen seien, von dem Gepriesenen über die ihm anvertrauten Summen Rechenschaft zu begehren. — Letzteres Verlangen ist nun freilich gestellt worden, wiewohl keineswegs auf Veranlassung des Hrn. A. Selig, sondern auf wiederholte, meist in London eingelaufene Beschwerden aus Palästina hin; da sich jedoch Hr. L. weigerte, die verlangte Rechenschaft zu geben, so hörte man in London auf, ihm die Spenden aus England zuzusenden, und zog es vor, Sir Montefiore um'die Besorgung derselben zu ersuchen, wozu dieser sich auch bereitwillig finden ließ. Dies alles, wird fortgefahren, fei indessen noch nicht hinreichend gewesen, die Unterzeichner des Sendschreibens in Harnisch zu bringen. Da sei es aber geschehen, daß L. H. Löwenstein in Frankfurt a. M. an Hrn. Juda Kulp daselbst einen Brief gerichtet habe, der sieben gewisse Fragen enthalte, deren-Inhalt nicht angegeben wird; nun aber könnten sie nicht länger still schweigen rc. rc. — Es wird hier jedem Leser mit Recht auffallen, wie man auf den, bisher nicht einmal noch zur Oeffentlichkeit gelangten Brief eines Privaten an einen Privaten ein größeres Gewicht legen konnte, als auf das schon einige Jahre früher entstandene Mißtrauen im Publikum und dessen Resultat in England, in Altona u. s. w. Doch alle diese Räthsel werden gelöst werden, und um einstweilen einen Beitrag zur Lösung zu liefern, erhalten Sie anliegend die Abschrift des verhängn llen, bösen Briefes mit den bösen'Sieben, damit Ihre Leser doch einstweilen auch au f«iit zu kommen beginnen. — Hierauf erklären die Sendschreiber, daß sie sowohl ihre (?), dem A. Selig ertheiltey Vollmachten (??) Zurücknahmen, als auch die ihm gegebenen (?) Atteste null und nichtig machen — was den nicht eingeweihten Leser natürlicherweise glauben läßt, er habe es hier in der That mit den rechten Männern zu thun, welche jene Vollmachten ertheilt, die Zeugnisse ausgestellt hätten. Es folgt hierauf ein förmliches Interdikt gegen Hrn. A. Selig, und die HH. Sendschreiber, (die, nebenbei gesagt, weder Rabbiner noch sonst öffentliche Angestellte in Jerusalem, sondern bloß die Angestellten des Hrn. Lehren sind) gebieten „kraft unserer heiligen Thora, kraft des Gebotes der Engel und des Wortes der Heiligen (die HH. sind nicht katholisch geworden, sondern sie reden hier bloß von sich selbst!) dem A. Selig überall, wohin er komme, keine Fußbreite Bodens zu gewähren!" Um aber die Unverschämtheit auf einen, bisher unter uns Israeliten noch nie und nirgends erreichten Gipfel zu treiben, wird jeder Jsraelite in Europa, der sich unterfangen würde, im „Ungehorsam" gegen dieses Verbot, Hrn. A. Selig anzuhören, oder ihn „auf irgend eine Art zu unterstützen suchen würde," sofern hievon bei den Unterzeichnern des Sendschreibens Anzeige geschähe, mit — dem Bannflüche bedroht! — wiederhole: dem gutherzigen Europäer, der Hrn. A. Selig Quartier gibt oder sonstige Unterstützung reicht, wird mit dem Banne gedroht von Seiten derer, die zugleich fortwährend die Barmherzigkeit und Mildthätigkeit aller Israeliten Europas für sich in Anspruch nehmen. Sie z. B., Hr. Dr. Philippfon, der Sie freilich mit unermüdlichem Eifer für den edlen, menschenfreundlichen Zweck der Errichtung eines Hospitals in Jerusalem warm und kräftig wirken, aber in Ihrem Blatte auch schon, einige, Hrn. A. Selig günstige Berichte gaben, Sie stehen in Gefahr, Sie, der Rabbiner, in der Mitte Ihres Sprengels, von weiter Ferne her, wofern Sie sich Ihr Vergehen noch ferner zu schulden kommen lassen — mit dem Bannstrahke belegt zu werden! Jedoch beruhigen Sie sich, Sie theilen diese Gefahr mit noch mehr ehrenwerthen Männern in Israel,