Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1843)
- Date
- 1843-03-11
- Page
- Seite 142 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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142 das religiöse Leben des Judenthums seinen Inhalt bewahre und erkrästige, und daß in die äußere Haltung des Judenthums eine, nicht formelle, aber materielle Organisation komme. Zu einem Hauptpunkte hierin ist auch Palästina mit seinen jüdischen Bewohnern worden. Lächerlich ist es, was die Berlin. Allg. Kirchenzeit, und nach ihr einige deutsche Blätter brachten, wir wollten den Tempel zu Jerusalem Herstellen, wo es sich um ein Hospital, eine Schule und eine Synagoge handelt. Aber die Verhältnisse der dortigen Juden müssen, so weit es von den europäischen Glaubensgenossen abhängt, geordnet werden. Gerade den Bestrebungen, welche England und Preußen neuerdings offen genug ausgesprochen haben, gegenüber, wird dies Nothwendigkrit. Seit alten Zeiten gehen bedeutende Summen nach Jerusalem, und wenn auch Einzelne damit unterstützt werden — ift irgend etwas Wesentliches damit gestiftet worden, etwas Dauern des, so daß, wenn morgen diese Unterstützungen aufhören, nur Einer vor dem Hungertode gerettet wäre? -Diese Frage geben wir Allen zu bedenken! — Unsre Zeit ist nicht mehr für ein gedankenloses Hingeben, das keinen Zweck in sich trägt : sie will Absicht und Ziel und dauernde Wirkung in Allem. Von diesem Standpunkte aus nahmen wir — die folgende Einsendung des Herrn Löwenstein in Frankfurt am Main an. Möge das Interesse für die palästinensische Angelegenheit dadurch lebhaft geweckt, und zu einem wirklich gedeihlichen Ziele geleitet werden. Man bemerke wohl: es kann hierbei Niemand sagen, was man der Gegenwart vorwirst, sie zerstöre auch das, was noch da ist, ohne aufzubauen — wir haben die besseren Wege und ein Neues allerdings schon hingestellt! Frankfurt a. M., 17. Febr. (Eingesandt.) Vorläufige Aufschlüsse über die seit einigen Tagen von Seiten des Herrn Hirsch Lehren von Amsterdam aus verbreitete Brochure in Betreff der Spenden nach Palästina. Von Seilen des Herrn Hirsch Lehren in Amsterdam, der sich, man weiß nicht aus welchem Rechtsgrunde den prunkenden Titel eines Nasi vom gelobten Lande beilegen läßt, wird seit einigen Tagen eine Brochure in hebr. Sprache verbreitet, welche ein allzu Helles Licht auf das Treiben und die Grundsätze dieses Mannes wirft, als daß ich, der ich in die in Rede stehende Thatsache vielleicht besser als Viele eingeweiht bin, nicht dem Publikum darüber Bericht zu erstatten mich veranlaßt fühlen sollte, um so mehr, als die gedachte Brochure, ihrem Inhalte zufolge, durch einen von mir ausgegangenen Schritt hervorgerufen worden. Indem ich Sie, geehrtester Herr Redakteur, um die Mittheilung gegenwärtiger Bemerkungen in Ihrem vielverbreiteten Blatte ersuche, muß ich beiläufig hinzufügen, daß ich eine vollständige Darstellung der Lehren'schen Verwaltung der Palästinagelder zu veröffentlichen gedenke, sobald die noch in ihrer Entwickelung begriffene Geschichte dazu reif sein wird, was nicht sehr lange mehr anstehen dürfte. Wenn ich in vorliegendem Aufsatze das über die Sache im Allgemeinen noch zu beobachtende Stillschweigen ausnahmsweise breche, so gilt dieser Schritt zunächst und fast ausschließlich dem Inhalte des Eingangs erwähnten. Brochure des Herrn Lehren. Diese beginnt mit einem Schreiben aus Jerusalem vom 15. Kislev d.-.J., worin Hrn. L. in dem kriechendsten Tone, der sich nur erdenken läßt, die ungemessensten Lobsprüche und Titel ercheilt werden, wie sie vormals in Judäa kaum dem Könige von Israel, den Sanhedrm und dem Hohenpriester zusammen beigelegt, werden konnten und wobei man, nachdem man sich ausdrücklich dagegen verwahrt hat, daß man das Alles aus Veranlassung oder Vorschrift des H. Lehren selbst schreibe (!—) sich bis zuder superlativen Behauptung vergißt: über die Handlungsweise des H. Lehren grübeln, sei ebenso zu betrachten, als erlaube man sich ein Gleiches gegen —den lieben Gott selbst Inrottr». “iriN 1^82 Y^n«) — und Hr. L. ist so gottesfürchtig, diese ungeheure Schmeichelei zu acceptiren, und so bescheiden, sie drucken zu lassen und unentgeldlich zu verbreiten. Diese Artigkeiten, die sich H. L. sagen läßt', und die übrigens (S. 1) nur nspa seien, da es eine Lästerung sei, das ganze Lob des Gebenedeiten aussprechen zu wollen, werden von dessen Verdiensten um die Jsraeliteq Palästinas hergeleitet, die vorzugsweise darin bestanden, daß in Folge seiner Bemühungen die Anzahl der in der heiligen Stadt ununterbrochen Studirenden dermaßen zugmommen habe, daß man genöthigt gewesen sei, in der von H. L. gegründeten