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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-04 · Heft 9 (4.3.1843) · p. Seite 131

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 9 (4.3.1843)
Date
1843-03-04
Page
Seite 131 (sequence 11)
Language
German
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131 künftigen Bewohnern, der, Jugend und ihren Lehrern. Nach ihm trat sodann Herr Seminardirektor Keller auf, und sprach Namens des Kantonsschulrathes die so tief gedachten, als ergreifenden Einweihungsworte , wobei er zugleich in kurzen Zügen den schneidenden Kontrast zwischen der ehr- und rechtlosen Lage der Israeliten in frühem Jahrhunderten und ihrer jetzigen, wenn auch noch nicht durchaus, freien, doch gesicherten Stellung schilderte, und gegründet auf ihr eigenes besseres Streben' schließlich die Hoffnung einer bessern und würdigem Zukunft aussprach. Tiefe Stille, welche vor dem auffallenden Geräusche der Zuhörer in der Synagoge vortheilhaft abstach, herrschte während dieses frei unter freiem Himmel gehaltenen, und wenn wir nicht irren, von mancher stillen Thräne aus israelitischen Augen begleiteten Vortrages, der den öffentlichen Theil des Festes schloß. — Ein freundliches Mahl vereinigte hierauf die Abgeordneten des Kantons- und Bezirksschulrathes mit den Gemeinde- und Schulvorstehem von Lengnau bis an den späten Abend, wobei manch sinniger Toast von christlicher wie israelitischer Seite das tiefste Gefühl des Herzens, wehmüthig im Hinblick auf die noch so beschränkten bürgerlichen Verhältnisse dieser Glaubensgenoffenschaft, erhebend in der Hoffnung auf eine freiere, würdigere und bessere Zukunft derselben, als deren Grundstein das eben eingeweihte Schulhaus betrachtet wurde, aussprach. — (Schluß folgt.) Rußland. Riga, 12. Februar. (31. Jan. a. St.) (Privatmitth. Auszüglich.) Wir übersenden Ihnen beigehend das Abschiedsschreiben des Herrn Dr. Lilienthal an uns, zu gütiger Veröffentlichung. Seit anderthalb Jahren stehen wir wieder eine hirtenlose Schaar, da den Dr. Lilienthal seine hohe Mission fern von uns hält. Unsre Kanzel ist wieder verwaist, unsre Schule, die wir mit so vieler Mühe errichtet, geht dem Verfall entgegen, da uns der Hauptlehrer und Prediger fehlt. Se. Exzellenz der Minister haben uns daher zu befehlen geruht, 'einen neuen Lehrer zu berufen, und uns eine ansehnliche Summe für die Reisekosten desselben aus der Kronkasse bestimmt. Wir wenden uns daher wie vor fünf Jahren an Sie, uns abermals einen würdigen Manp zuzuführen, der die Stelle des Dr. Lil. auszufüllen befähigt ist. Wie dieser Mann beschaffen sein muß, bezeichnet der Dr. Lil. in seinem Schreiben mit treffenden Worten. Das Uebrige überlassen wir Ihnen. Wie sehr wir uns beglückt fühlen, Werkzeuge zu dem großen Werke gewesen zu sein, das für Rußland's Hebräer so segensreich werden wird, brauchen wir nur anzudeuten. Das Kahals-Amt. N. Schimesson. M. I. Adler. - Die Schulkommiffion. Rob. Hirschfeld. E. Berkowitz. F. N. Jgisch. Der Synagogen-Vorstand. M. Michelson. Rob. Hirschfeld. St. Petersburg den 14. Jan. 1843. An den wohllöblichen Kahal, die verehrliche Schul- und Synagogen-Kommission in Riga. Ihr verehrliches, sehr verspätetes Schreiben vom 1. Nov. v. I. kam mir erst gestern zu, und ich beeile mich auf dasselbe hiermit ergebenst zu antworten. * Die Beilage > des Herrn Reg. Gouvernements- Schulendirektors, Hofraths Dr. Napiersky's, vom 31. August 42. sdb No. 689. setzt mich in Kenntniß, daß Ihnen der amtliche Auftrag geworden, sich einen andern Hauptlehrer zu verschreiben, da ich m Aufträgen des Herrn Ministers fortwährend von meinem Bestimmungsorte abwesend bin. So sehr es mich nun schmerzen muß, einen Ort zu verlassen, dessen Berufung ich meine jetzige Karriere verdanke, und der mir durch meine anderthalbjährige Wirksamkeit an demselben als Hauptlehrer und Prediger unvergeßlich theuer geworden ist: so fühle ich doch in ihrem ganzen Umfange die Wahrheit der von Herrn Benjamin Nachmann an'das Ministerium eingereichten Bitte, die obigen amtlichen Befehl hervorrief. Kann, darf ihre Jugend so lange ohne tüchtigen Lehrer, ihre Schule ohne centralisirte Leitung bleiben, bis vielleicht erst nach jahrelanger Beendigung meiner jetzigen Aufträge ich frei werde, um einer Gemeinde anzugehören? Kann, darf die junge Pflanze jüdischer Kanzelberedsamkeit, die mit solcher Liebe bei Ihnen, meine geehrten Herren, eingeführt wurde, so lange ohne Worte sein, bis ich wieder das Glück haben könnte, mit Gottes heiligem

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