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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-04 · Heft 9 (4.3.1843) · p. Seite 130

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 9 (4.3.1843)
Date
1843-03-04
Page
Seite 130 (sequence 10)
Language
German
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ISO derselben Stadt so unglücklich war, gar keinen zu haben oder die gehabten zu verlieren. Das Prinzip der Minderung veranlaßte sogar die Gesetzgebung, die Uebersiedelung eines unglücklichen Ueberzähligen zu einer Gemeinde, die ein Minus hat, streng zu untersagen oder nur in seltenen Fällen, um dem humanen Geiste der Zeit nachzugeben, unter harten Bedingungen zu gestatten. Triest, 1. Februar. Die Einwohnerzahl der Stadt beläuft sich auf 54,259, worunter 2555 Israeliten. Die Schwei;. Gndingen, im Dezember. (Privatmitth. Verspätet.) Je veralteter die Gesetze über die Juden sind, welche in der Schweiz noch geltend sind, desto wichtiger ist jede Manifestation, die auf eine baldige Besserung schließen läßt. Diese Bemerkung entschuldige die Länge des folgenden Berichts. Wir theilen zuerst ein eigenthümliches Referat im „Schweizerboten" (No. 132) hier mit. „Ein erfreuliches Zeichen der Zeit aus Israel! — Schon wiederholt sind seit dem Jahre 1830 die Verhältnisse unserer israelitischen Bevölkerung in den resp, Behörden, und selbst im großen Nathe, zur Sprache gekommen; — lebhafter und öfter noch haben öffentliche Blätter, in letzter Zeit namentlich der wackere „Freisinnige" in Baden, diese Frage aufgegriffen und behandelt: — allein bis jetzt ohne wirklichen Erfolg. Gleichwol wird dieser wichtige Gegenstand — wahrlich kein Lichtpunkt unseres öffentlichen Lebens — bald einmal die ihm gebührende ernste Berathung und Erledigung finden müssen. Denn die allgemeine geistige Gährung der Zeit hat auch unsere Israeliten im Aargau ergriffen, auch sie in Parteien der s. g. Erhaltung und des Fortschrittes getrennt. Und nicht ohne freudiges Mitgefühl werden unsere bessern Aargauer beider christlichen Konfessionen vernehmen, daß auch bei ihren israelitischen Mitbürgern dasjenige Prinzip, welches sie selbst verfechten, und darum wol in jeder noch so unscheinbaren Form als ebenbürtig anzuerkennen haben, das Streben nach höherer Bildung und Vervollkommnung, immer steigende Kraft und Geltung gewinnt, wie wir eben durch ein thatsächliches Beispiel zu beweisen gedenken. Nicht ohne ernsten Widerstand der „konservativen" Minderheit ihrer Bürger, die an böswilliger Halsstarrigkeit und Eigensucht ihrer. christlichen Namensschwester nicht nachstehen mag, hat die israelitische Gemeinde Lengnau in letzterer Zeit, mit dem für sie bedeutenden Kostenaufwande von 10,000 bis 11,000 Fr., den Bau eines neuen Schulhauses zu Stande gebracht. Die Einweihung dieses so freundlich ansprechenden, als zweckmäßig eingerichteten Gebäudes fand am 24. Oktober im Beisein einer erbetenen und gern bewilligten Abordnung des Kantonsschulrathes (HH. Seminardirektor Keller und Professor Straub von Baden) und der beiden Schulinspektoren des Bezirks Zurzach (HH. Vize-Gerichtspräsident St ei gm ei er und Pfarrer Sutermeister) statt, und wurde trotz der Anfangs etwas ungünstigen Witterung nicht nur von den-betheiligten Gemeindegenossen, sondern auch von'der christliches Einwohnerschaft des Ortes und der nächsten Umgebung theilnehmend mitgefeiert. Die ganze Anordnung dieses Festes erschien so sinnig, als würdig, und bewies unzweifelhaft, daß die Gemeinde die hohe Bedeutung desselben vollkommen begriffen habe. Morgens 10 Uhr versammelten sich sowol die Schulkinder, an der Zahl etwas* über hundert, — wozu noch fünfzig 'bis sechzig Schüler mit ihren Lehrern aus der israelitischen Nachbargemeinde Endingen sich gesellten, —, als auch die betreffenden Schul- und Gemeindebehörden in dem alten Schulhause, welches an diesem Lage seine bisherigen kleinen Bewohner für immer entlassen sollte, und begaben sich von da in die anstoßende Synagoge, wo nach einem eigens für dieses Fest bestimmten, und von der Schuljugend nicht übel gesungenen hebräischen Liede, erst der Rabbiner die Feier mit einer angemessenen religiösen Betrachtung eröffnete, und nachher der Oberlehrer ihre pädagogische Bedeutung ansprechend auseinandersetzte. — Hierauf begab sich der Festzng — voraus die muntere Kinderschaar mit Sträußen und Kränzen — nach dem neuen Schulhause, welches heute seine künftigen Gäste zum erstenmal aufnehmen sollte. Da empfing zunächst ein jüngeres Mitglied der Schulpflege, welches diesem Baue und Feste ein besonderes Interesse gewidmet zu haben scheint, Herr Guggenheim, die Abgeordneten der obern Schulbehörden mit freundlichem Gruße, und übergab sodann unter angemessener Ansprache das Haus seinen

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