Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1843)
- Date
- 1843-03-04
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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127 - Aus Mittelfranken, 13. Februar. (Privatmitth.) Zwei Beispiele hat,t>te neueste Zeit geliefert, die beweisen, daß man in unserem Kreise die Errichtung neuer israelitischer Volksschulen von Seiten der k. Regierung nicht gerne sieht. Man thürmt einen Berg von Hindernissen auf, so daß die Gemeinden gezwungen sind, schon gestellte Anträge wieder zurückzunehmen. Dresden, 19. Februar. (Privatmitth.) So eben ist der jüngste Bericht über den Mendelssohn- Verein allhier aus den Jahren 1841 und 1842 erschienen. Die Einnahme in den gedachten Jahren betrug ca. 616 Lhlr. (worunter 132 Lhlr. von der königl. Familie,) die Ausgabe 572 Lhlr. Seit dem Bestehen, des Vereins (1829) wurden beinah 1900 .Lhlr. an 37 jüdische Jünglinge verabreicht, von denen 22 Handwerkslehrlinge waren, zehn einer freien oder technischen Kunst, vier den Studien sich widmeten. Jeder Menschenfreund stimmt wohl in den Wunsch, diesen Verein immer kräftiger erblühen zu sehen, so wie in den herzlichen Dank für die treuen Verweser ein. Frankfurt nur Main, im Februar. Der Senat hat ein Gesetz erlassen, wonach nur geprüfte Männer und im Beisein eines Arztes die Beschneidung vornehmen dürfen, und fortan die Beschneidung keinem Zwang von Seiten der Staatsbehörden unterliegt. Aus dem Badischen, im. Februar. (Privatmitth.) In No. 33 der Karlsruher Zeitung findet sich folgender Artikel über das israel. Schulwesen in Baden: Aus dem Mittelrheinkreise 31. Januar. Eine vor „Kurzem erschienene Schrift über das israel. Schul- „wesen („die Rechtsverhältnisse der öffentlichen israel. „Schulen im Großherzogthum Baden. Im Auftrag „des Großherzoglichen Oberraths der Israeliten, her- „ausgegeben von Oberrath Epstein,") gibt die be- „sriedigende Ueberzeugung, daß das israel. Schulwesen in unserem Lande eine feste Grundlage gewonnen hat, daß darauf schon mit glücklichem Er- „solg weiter gebaut worden sei und dadurch zugleich „die sichere Bürgschaft eines gediegenen weiteren „Fortschrittes gewonnen sei. Man zählt jetzt im „Großherzogthum Baden 41 öffentliche israel. Schufen in eben so vielen Gemeinden, in welchen zu- „sammen gegen 11,000 israel. Einwohner sich befi'n- „den. Die rechtlichen, ökonomischen und padagogi- „schen Verhältnisse aller dieser Schulen sind geord- „net; der -Unterricht überall in einemgedeihlichen „Fortgang. Man wird leicht einsehen, daß es keine „kleine Aufgabe war bei so vielerlei Hindernissen dieser in so vielen Gemeinden zerstreuten Schulen seit „der Erscheinung des Gesetzes über die Rechtsver- „hältniffe der Volksschulen (im August d. I. 1835) „zu erörtern und zu ordnen. In keinem andern „deutschen Bundesstaate ist auch wohl das israelit. „Schulwesen in dem Maße gesetzlich feftgestellt und „geordnet, wie im Großherzogthum Baden. Ehre „und Dank der erleuchteten Regierung, welche auch „in diesem Kreise Recht und Ordnung handhabte. „Ehre und Dank aber auch dem verdienten Heraus- „geber der obenangeführten Schrift, welcher während „seines dreißigjährigen Wirkens als Mitglied des >,israelit. Oberraths durch seine tiefe und genaue „Kenntniß der israelit. Religion, durch seine allge- „meine wissenschaftliche Bildung und seine Geschichts- „kenntniß im Fache des Rechts und der Administra- „tion, so-wie durch seinen richtigen Takt in beson- „nenem Fortschreiten und durch ausdauernde Liebe „für die Sache seiner Glaubensgenossen, an Allem, „was bisher auf diesem Gebiete bereits Ersprieß- „liches geschehen ist, den nächsten und wesentlichsten „Antheil hat. Preuße». Posen, 22. Januar. (A. Z.) Die landesherrlichen capita proponenda sind noch nicht hier, und man weiß daher auch noch nicht, ob das von den Israeliten so sehnlich erwartete neue Judengesetz dar-, unter sein wird. Jedenfalls ist die gegenwärtige Lage der Juden von der Art, daß eine gründliche Beleuchtung und eventualiter Umgestaltung derselben wol an der Zeit sein dürfte. Freilich eine schwere Aufgabe! — Berlin, 19. Februar. (Privatmitth.) Ihr Blatt enthielt neulichst eine Mittheilung aus' Dresden üb.er die Wahl des Herrn Dr. Frankel als Oberrabbl'ner in Berlin. Aus der sichersten Quelle kann ich Ihnen versichern, daß dessen definitive