Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1843)
- Date
- 1843-02-25
- Page
- Seite 110 (sequence 6)
- Language
- German
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BesiMÄifun^ an beMendes Priester- und <Kevikeugeschlecht Hn^Abrede stellen wollen- 'ohne David mnd Scheloüiivh^W' alle histörisihe Grundlage zu nehmet Änd Heu Proßhetett Nathan' Ln eine viel losere Nrbelgestält.zu Wvflttddln^;W '"M 'ganzen LevitenstaMm? Wird ÄUÜ hÜÄürH die BestimmüNg der Leviten zuw priesterdLenstllchetl Stäulme unlellgbar indas >m ös.a isch e 'Zeitalter gerückt: so wird aüch'Änsere Rede Jakobs - to eine^» or * mosäische Zeit'gestellt, wo an diese Bestimmung Levi's noch' gar sticht zu denken war. Denn die h.' Schrift giebt uns selbstzu erkennen, daß diese Bestimmung Levi's ganz auf historischem 'Grunde besteht, indem sie erst in der Hüste anstatt der Erstgeborenen erwählt wurden, als diese sich Nnbefählgt', 'die 'Leviten aber voll Eifers gezeigt hatten, 4 Mos. 13, 2?, so daß also zu Jakob's Sterbezeit, wie es sich auch vön selbst versteht, noch gar nicht von einem bestimülten Priesterthume, welches erst innerhalb des Gesetzes werden konnte, die Rede sein, also'auch Lebi in ' diiser Hinsichtgar nicht in Bezugs genommen werden konnte.' Daß' sowol über Schimeön als Levi das Artheil der Zerstreuung von Jakob gefällt wird, bezeichnet noch mehr,' daß kr an einen gesonderten Zweck für Levi hierbei nicht dachtest daß aber dieser Artheilsspruch^ ganz mit der höchst angemessenen Verfügung, nach der Levi unter die Israeliten zerstreut wird,' um überall der Lehre und dem Gesetze als Träger und Säule zu dienen , zu-' sämmentrsfft, 'ist selbst; eine sehr gute Fügung. Genug, 'zur''Zeit/Da'öid'8, könnte über Levi durchaus nichtmehr so gesprochen werden, weil 'dies den Zuständen 'Levi's und selbst' den Ansichten' Dabid's völlig widersprach; -sondern - nur einer D ost m o sai sche Einzelheiten,; bist dm Znstäüdtn' zu Däbid's "Zeit'völlig widersprechen, werden' wir iw Laufe öeS'KomNrmtars heränbringen; wir erwähnen' nur, staß Sebulust - hier-'am' Gestade wohNt,. Rlcht.'.'ö, Ü\ aber Dan und Ascher, daß Sebülun bis Zidou reicht, während er bis dahin nie gelangte. — Das zweite oben erwähnte Argument gegen die Rede Jakobs ist aber gewiß ein höchst schwaches. Wir brauchen hier-; gegen durchaus nicht mit Roseumüller dahin -zu flüchten, : den poetischen und erhabenen Werth der Rede zu verkleinern. Ja, ' ße enthält eine hohe Diktion', Kühnheit der Bilder, Wärme und Erhabenheit des Ausdrucks. Wer aber sieht nicht in ihr zugleich eine gewisse Rauhheit der Sprache und Unbehokftnheit der Formen, eine Herbheit und Bitterkeit, eine Wildheit des Ausdrucks, kurz einen gigantesken, äschyleischenCharakter, der-immer das hohe Älterthum, das' Ursprungs - und Eröffnungsmoment einer zukünftigendichterischen Welt verräth? Vergleichen: wir die: Rede Moscheh's^ das Lied D.eborah's,: die Glätte der Davidischen Sprache gegen die unsrige,. wo: Löwe,. Wolf, -Schlange die Anknüpfungspunkte der. Gleichnisse, sind/ wo das Zercheilen des Raubes, - die Besiegung der. Feinde der Gegenstand des: Ruhmes--ist; selbst daß. das religiöse Moment, das Hinweisen-auf Gott, welches .im Liede am rochen Meere, in .Moscheh's Rede, im Siegesliede Channah's ff. den ganzen Vordergrund einnimmt, hier nur schwach an zweien Stellen sich.hervordrängt, ist Beweis des frühem Arsprungs. Wir werden, außerdem später darauf Hinweisen, -wie die Ausdrücke in der Rehe Moscheh's aus den unfrigeu entstanden sind. Einem begeisterten Greise in der Zeit der Entzückung vor dem Tode die Möglichkeit solcher Sprache aber absprechen zu wollen, ist die kleinlichste Argumentation,. da sie für die Fähigkeiten der menschlichen Seele in ihren erhabensten Momenten und in einer.; urkräftigey Zeit keinen.Maßstab hat. Man vgl. die Rede Davids 2 Schem. 23. 1 Kön< 2. — Was nun die, Arberlieferung dieser Rede Jakobs, bi.s zu der Zeit der Aufzeichuog. betrifft, so wollen wir-nur aus einer noch spätem Zeit einen ganz ähnlichen Fall heranbringen," die Erhaltung der homerischen Gesänge in ihrem nicht zu vergleichenden ungemein größern Umfange. Die Ilias und, Ddyssee, wurden Jahrhunderte, hindurch durch -Sänger Rhapsoden., genannt^ mündlich fortgepslauzt, Theile sollen durch Lykurgos. ( 89V?) nach.. Griechenland gebracht, weit spllter aber in Athen. auf Pei.fistr.atoS: unjd Hipparchos Veranstaltung (o90) - vollständig.; ausgezeichnet worden sein. Wachlers :Lit. Gesch^ S. : Wie wäre es, wenn Tausende von; Versen in zener Zeit:-frischen und unbelasteten Gedächtnisses Mündlich erhalten wurden, undenklich,: daß sich 26 .Verse in dem Gedächtnisse eines Volkes hätten erhalten sollen:, da es an ihnen durchaus so sehr betheiligt, war'?- Sollte nicht jeder der Söhne, und' wenn nur sei n t u Spruch,. ' mit tiefster Aufmerksamkeit als die Worte des sterbenden Vaters in seine Erinuemng gegraben haben?: Und wenn nun im schlimmsten Falle dieses oder jenes Wort nicht im Gedächtnisse geblieben, und beim Aufzeichnen die Sprüche sich' etwasabgerundet hätten? .— So. bleibet nun noch das Verhältniß ' zwischen Jakob's und Moscheh's Reden festzustellen:. : ' (Fortsetzung folgt.)