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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-25 · Heft 8 (25.2.1843) · p. Seite 108

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 8 (25.2.1843)
Date
1843-02-25
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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hin. Wir -Juden haben -ie Theokratie verloren-, -und sind noch Juden- und haben noch viel im Besitz«! Wir Juden haben unsre.Gesetzgebung verloren, und sind noch Juden - und haben noch viel im . Besitz. Und hätten wir einst Nichts- Nichts-mehr, als : Höre, Israel, der /Ewige Dein -Gott, isteinig —- so sind wir noch Juden,, und haben noch viel, im Besitz. Nein! das. Judenthum, ist -nicht bloß Theokratie, nicht bloß Wiedervergeltungsrecht, - Nicht bloß Sitte und Brauch: es ist auch Lehre! es ist auch die Lehre vom einigen Gotte, die Lehre von der Offenbarung Gottes an sein Menschenkind, die Lehre von der Unmittelbarkeit Gottes, die Lehre von der Heiligung des Menschen, die Lehre von der Nächstenliebe und Barmherzigkeit!^ Und diese Lehre vertauschen wir freilich nicht um alles deutsche Bürgerrecht! — Uebrigens warum spricht Herr vr. K. bloß von den deutschen Staaten und stützt sich doch allein auf die Grundsätze des Cbristenthums? sind denn bloß die deutschen christliche Staaten? Ich fürchte, da steckt etwas dahinter, was den Herrn vr. K. sehr genirte, die christlichen Staaten, die die Juden ernanzipirten? Und hat nun endlich Herr, vr. K. den Artikel der Bundesakte interpretirt? Er hat ihn — gestrichen. Streichen ist keine Interpretation^ Herr vr. K. hat nicht gehalten, was er versprochen, und wir — haben seinen Aufsatz umsonst gelesen! Lite * **) « tut. Biblische Exegese*). . Wir werden in der nächsten Zeit einen ausführlichen Artikel über die jüngsten Leistungen auf dem Gebiete der biblischen Exegese, geben, wozu der Stoff sich glücklicher Weise seit den letzten vier Jahren in überraschender Fülle ergeben hat. Wir gestatten uns, vor jenem Artikel.einige Materialien dazu heranzubringen, und-zwar dadurch, daß wir einige. charakterisirende Stücke aus den bedeutendsten Werken geben. Man wird es nicht unbillig finden, daß wir mit solchen aus nnserm Bibelwerke *"), *) Wir werden mit diesem Artikel und dem in vor. Nummer gegebenen „Jüdische Religionsphilösophie" abwechselnd fortfahren. . ... i ' **) Sind erschienen B. I. Lief. 1—24; B. II. Lief. 1—11. . .Baumgärtlier's Buchhandlung. vondem . so - eben'! das Ende des -Pentateuchs. und -drS -zweiten. Buch SamueliS abgeliefert iwird, beginnen^'. Ein .Werk,: was mit. einem so: großen Kraft- und Kostenauftwände auSgeführt;-wird', muß dem Publikum näher, und näher: gebracht werden; . es muß seinem' Urcheile unterlegt werden , -damit, esweiß, was. in demselben zu .suchen und zu. finden. Wir wählen diesmal: - ' ' : ' : '' Die Einleitungen zu den vier poetischen Stücken der fünf Bücher Moscheh, aus Vr. Ludwig Philippson's Bibelwerke Band!. , . A. " ' Einleitung zum Segen Jakob's 1 B. Mos. Kap. 49. Nach den in Kap. 48 getroffenen Vorbereitungen, durch die die Disposition des Familienvaters bezüglich der Aufnahme zweier Enkel unter die Sohnesgeschlechter gege^ den: worden, kommt nun Jakob zur Aussprache über alle seine Söhne. In der Form des Segens spricht, er daS Verhältniß der zukünftigen Stämme unter sich aus, wie dasselbe sein solle, . wobei er von. der- Persönlichkeit der Stammväter, seiner Söhne, ausgeht, und auf ihre Vergangenheit ihre Zukunftbaut, mit weiser Beurtheilung, . tief fassender Voraussicht und. Zukunftahnendem Geiste. Das vorliegende Kapitel giebt diesen „Segen Jakobs," woran es noch seinen letzten Willen über sein Begräbniß in Machpelah und seinen. Tod knüpft. r; Wohl über wenige Stücke der heiligen Schrift weichen: die Meinungen im Allgemeinen wie im Einzelnen so. von einander ab, wie über die vorliegenden Verse:(V. It-^27.); Wie alle antiken Aussprüche über die Zukunft einer Wirklichkeit in hochpoetischem, aber helldunkelm,, halb e nthüllendem und halb verhüllendem Gewände, hineingelegt als ein poetischer und prophetischer Edelstein in eine weite prosaische Umgebung, bot es den Vermuthungen, Konjekturen und Hypothesen ein weites Feld.: Hier, tritt nun zuerst die Ansicht der jüdischen Tradition und Kommentare, mit . der die: aller früheren christlichen. Exegeten zusammenfällt, auf, welche diesen ,-Segen-Jakobs" als. eine treu. erhaltene. Prophezeiung .Jakobs über die Schicksale seiner Söhne anfah. Allerdings kommt hier die Verschiedenheit herein- : daß die talmudische, mivraschische , Raschi's und A. Erklärung in jeglichem Worte eine bestimmte reale Beziehung einer geschichtlichen Thatfache findet, theilS üuS der Vergangenheit, wie die

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