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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-18 · Heft 7 (18.2.1843) · p. Seite 101

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 7 (18.2.1843)
Date
1843-02-18
Page
Seite 101 (sequence 13)
Language
German
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101 Hier eine worttreue Uebersetzung dieser Zuschrift: An die Israelitische Gemeinde zu Odessa, Herr Dr. Lilienthal überreichte mir zugleich mit einem Schreiben des Ministers der Volksaufklärung eip Memoir der sehr achtbaren Odessaer Judengemeinde, das ich mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Großes Vergnügen verursacht mir die eben gemachte Bekanntschaft mit Herrn Dr. Lilieiithal, der mir vom wirklichen Geheimrath Uwarof so sehr empfohlen ward, und über welchen ich auch allerseits viel Rühmliches vernahm. Nach einer beinahe zwanzigjährigen Bekanntschaft mit mir hat sich bei der Odessaer Judenschaft sicher die Ueberzeugung festgesetzt, daß ich stets bereit war und daß ich auch in Zukunft immer bereit sein werde', der Judenschaft in den hiesigen Gouvernements in Allem, was von mir abhängt, beizustehen, und daß ich es besonders für eine angenehme Pflicht halte, durch alle mir zu Gebote stehenden Mittel, den Fortgang und das Gedeihen der jetzt schon in Odessa und Kischineff bestehenden jüdischen Lehranstalten zu befördern und den Wirkungskreis dieser nützlichen Anstalten auch auf andere Orte Neurußlands und Beßarabiens auszudehnen. Herr Dr. Lilienthal wird seinen Glaubensbrüdern in Odessa bezeugen können, daß ich, im Betreff der Schwierigkeiten, die unter obwaltenden Umständen jeden gebildeten jüdischen Jüngling hindere, die in der Schule erworbenen Kenntnisse nützlich anzuwenden, die Meinung der Bittsteller vollkommen theile, und daß auch ich überzeugt bin, daß jüdische Lehranstalten erst dann wahrhaft nützlich würden, wenn der aus ihnen entlassenen Jugend eine unbeschränktere Bahn offen stünde. Unsere Re, gieruyg, welche für die Verbesserung des Zustandes der Juden in Rußland so wohlthätig sorgt, wird sich mit solchen Maßregeln befassen die geeignet sind, chdjE jüdische Jugend zur Erlernung nützlicher Kenntnisse anzuspornen, und denen gemäß auch sie von ihren Fortschritten mehr Nutzen ziehen könnte. Die Ortsbehörden, an die sich der Minister der Volksaufklärung in dieser Angelegenheit gewendet hat, haben das Recht und die Pflicht, der Regierung ihre Meinung über diesen Gegenstand mitzutheilen. In Folge dessen will ich mich sogleich mit dieser Angelegenheit befassen, und nach meiner Rückkunft nach Odessa mich mit den Mitgliedern der dortigen Judengemeinde besprechen, um mit ihnen über das übereinzukommen, was man nach St. Petersburg' vorzustellen habe. . Das Original ist unterschrieben: General-Gouverneur von Neurußland und Beßarabien: Woronzoff. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 6. Februar. sUebertragungen in's Hebraische.j . ‘inDJÄ Esther, Trauerspiel von Jean Racine, in's Hebräische übertragen von M. Letteris. Prag, 1843. Wir haben im Jahrg. 1839 Beiblatt No. 13. über die Uebertragung derAthalie desselben Dichters ausführlicher unsere Ansicht über diese Arbeiten und die Befähigung des Herrn Letteris ausgesprochen. Er hat diese in dem vorliegenden Werke, so wie überhaupt seinen Fortschritt von Neuem bekundet, und bemerkten wir mit Vergnügen noch eine freiere Bewegung', wodurch der hebräische Ausdruck nur gewinnt. Wir wünschen eifrig, daß dieses Werk auch im westlichen Deutschland sich der Förderung zu erfreuen habe, um den Verf. aufzumuntern, die neuhebräische Literatur ferner zu bereichern. Wir können in der jüngsten Zeit mit den Erwerbnissen derselben gewiß zufrieden sein. — Magdeburg, 7. Febr. sHomiletik.j „Der christlich-bürgerliche Reujahrstag für den Israeliten." Vortrag gehalten in der Synagoge zu Trier am Sabb. Waera5603 von Joseph Kahn, Ober-Rabbiner. Trier, 1843. Wir geben hier den ersten Satz einer Recension dieser Predigt in der - Trier'schen Zeitung: Wie kommt Saul unter die Propheten? oder: Wie kommt der christliche Neujahrstag in die Judenschule? Der Verf. gibt uns in obigem Vortrag die Antwort darauf. In bündiger Kürze, in einfacher, prunkloser, aber ächt populärer und gemächlicher Sprache wird hier von Neuem auf eben so belehrende, als ansprechende Weise dargerhan, daß der Israelit, ohne seiner'Religiosität etwas zu vergeben, sehr gut im Einklang mit den staatlichen Einrichtungen leben könne und sich den mehr bürgerlichen, als eigentlich christlichen Festen, wie es der Neujahrstag zweifelsohne ist', weder entziehen müsse, noch dürfe. Wiederum ein schlagender Beweis, wie irrig die Meinung derer, welche behaupten, daß es eine jüdische Nationalität gäbe, und daß der Jude diese nicht zu verleugnen oder aufzugeben im Stande sei, ohne auch sein Judenthum selbst im

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