Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1843)
- Date
- 1843-02-18
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225281-3225289--05000-3235627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
95 Art zu Grunde liegen, begründet seien und ob nicht etwa eben, die Gewährung der Emanzipation am schnellsten zum Ziele führe; aber ein Verein, welcher durch die Heranbildung tüchtiger Lehrer die geistige Bildung unter den Juden zu verbreiten und letztere überdies mit allen bürgerlichen Gewerben zu befreunden strebt, muß hiernach unter Juden wie Christen, bei Freunden wie Gegnern der Juden- Emanzipation bereitwillige Unterstützung Hervorrufen und als ein segensreiches Werk überall auf's Freudigste begrüßt werden. — Anerkennung ist denn auch während des zweijährigen Zeitraums, worüber die Berichte sich verbreiten, dem Unternehmen und dem wackern Dirigenten abermals in reichem Maße von vielen Seiten zu Theil geworden. Wir sehen in dem 12 Bogen starken Verzeichnisse zahlreiche Wohlthäter, neben jüdischen auch sehr viele christliche Namen, und, was.rühmlichst hervorzuheben ist, über zweihundert Geistliche beider christlichen Konfessionen, unter ihnen den jüngst verstorbenen edlen Bischof von Ledebur, eingezeichnet. Freilich sind aber die hier zu befriedigenden Bedürfnisse und die demnach aufzuwendenden Geldmittel so bedeutend, daß auch dieses Mal bei Weitem nicht allen Anforderungen und Wünschen genügt werden konnte und der Dirigent wiederum genöthigt war, das für Westfalen entstehende Defizit dnrch einstweilige Vorschüsse zu decken. Wir können hier daher nur den dringenden Wunsch veröffentlichen, daß das Werk immer mehr gedeihen möge und auch in denjenigen Gegenden und Städten, wo man sich bisher, wenig oder gar nicht daran betheiligte, eine thatkräftige Förderung finde. Wir können hier daher nur den dringenden Wunsch veröffentlichen, daß das Werk immer mehr gedeihen möge und auch in denjenigen Gegenden und Städten, wo man sich bisher wenig oder gar nicht daran betheiligte, eine thatkräftige Förderung finde," muß es nämlich heißen: „Vor allem aber ist es für die zunächst betheiligten jüdischen Gemeinden, von denen sich leider! noch manche nach den Berichten der Behörden aus engherzigen und eigennützigen Absichten von den Vereinszwecken ferne hielten, eine Ehrensache geworden, ein Unternehmen, das gerade ihnen am ersprießlichsten sich beweist und das allein die noch tief eingewurzelten Vorurtheile vieler ihrer christlichen Brüder vollends zu beseitigen vermag mit Willensentschlossenheit und Begeisterung nach allen Seiten hin unterstützenzü helfen. Möchte bei ihnen insbesonderedie in den Berichten wiederholt ausgesprochene Bitte, ihre jährlichen Gaben ein für alle Mal in Kapital zu überweisen, die endliche Gewährung erlangen, da nur so die Zukunft der Anstalt, die sich jetzt allein auf die bedeutenden uneigennützigen Geldopfer und die umsichtige und kräftige Leitung des Dirigenten stützt, auch fernerweitig gesichert werden kann. — Nach diesen Bemerkungen wenden wir uns zu den Leistungen des Vereins, wie sie in den vorliegenden Berichten dargestellt werden. Ausgenommen wurden während der beiden Jahre in die Elementarlehrer- Bildungsanstalt 29 Lehramts-Aspirantendarunter 6 aus der Rheinprovinz; dagegen als wahlfähig zu Lehrerstellen entlassen (und bereits sammtlich angestellt) 22, darunter 3 Rheinländer; so daß sich nun* mehr die Zahl sämmtlicher aus der Anstalt hervorgegangenen Lehrer, welche in jüdischen Gemeinden beider Provinzen mit segensreicher Thätigkeit ihrem Berufe obliegen, auf 84 beläuft. — Zur Ausbildung als Handwerker wurden auf Vereinskosten in die Lehre gegeben 36, darunter 16 Rheinländer. Davon bestimmten sich 7 zu Schuhmachern, 5 zu Messer-, Nagel- oder Kupferschmieden, 4 zu Glasern, Tapezirern und Anstreichern, 3 zu Tischlern, 3 zu Webern und zu Kappenmachern u. s. w. Außerdem finden sich darunter' Sattler, Bäcker , Klempner- Bürstenmacher, Buchbinder, Drellmacher, Schneider und Färber. „Ueber das Betragen und den Fleiß dieser Zöglinge (sagt der Bericht) haberr wir größ* tentheils nur Gutes erfahren und beträgt die Gesammtzahl der aus beiden Provinzen jetzt auf Kosten des Vereins ausgebildeten Zöglinge 267, Viele haben sich bereits, nachdem sie sich in der Fremde noch mehr vervollkommnet, als Meister etablirt." Die Einnahmen betrugen a) für Westfalen insgesammt 5949 Thlr. 22 Sgr. 3 Pf. Nach Abzug der eingegangenen Schulgelder (989 Thlr. 15 Sgr.) und der Beitrage des Herrn Rentners E. Marks zu Hamm (2000 Thlr.) und des Hrn. Dirigenten (400 Thlr.-) vertheilt sich die übrig, bleibende Summe , wie folgt, auf die einzelnen Regierungsbezirke: Arnsberg 958 Thlr. OPf., Minden 918 Thlr. 5 Sgr. 6 Pf., Münster 784 Thlr. 1 Sgr. d) Für die Rheinprovinz, mit Einschluß des vorigjährkgen Kaffenbestandes zu 690 Thlr. 8Sgr. 8P'f.- insgesämmt 2184 Thlr. 6 Sgr. 6 Pf. Davon steuert ten bei: Düsseldorf 849 Thlr. 14-Sgr. 10 Pf., CvblLnz