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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-18 · Heft 7 (18.2.1843) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 7 (18.2.1843)
Date
1843-02-18
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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92 weitere Inhalt seiner Lehre bietet weiter keine Schwierigkeit dar. Ganz anders ist es in den anderen positiven Religionen, namentlich im Christenthnm, wo nach diesem einen Moment noch eine ganze Reihe Dogmen steht, die der Erkenntniß widerstreben, und um derentwillen die nothwendige Bedingung des Glaubens hereinkommt. — Hieraus ersieht man, wie gerade im Judenthum ein leichtsinniges Verfahren so leicht war — man setzte sich über jenes Moment der Offenbarung hinweg, man ließ es ruhig bei Seite, und konnte dann ungehindert sich herumtummeln. Man hatte dann das Vergnügen, Philosoph zu sein und Jude nicht minder; während im Christenthnm Philosoph und Christ völlig getrennt waren. Allein die Zeit ist gekommen, wo diese Spiegelfechterei sich offenbaren mußte, der Ernst ist da, und die Gaukelei muß weichen. Wir begeben uns wieder vor die Pforte, ' und suchen erst den Schlüssel zürn Schlosse. Ohne Ueberzeugung von der göttlichen Offenbarung kein Jude. — Die jüdische Religionsphilosophi§ hat demnächst eigentlich nur eine Aufgabe: die Lehre von der Offenbarung; hat sie diese durchgearbeitet, und die Nothwendigkeit, also auch die Wirklichkeit der Offenbarung erwiesen — so ist sie fertig, und es bleibt nur eine philosophische Bearbeitung der jüdischen Theologie übrig. Es ist nun eben der Inhalt dieses Artikels, zu zeigen, wie die Gegenwart diese Aufgabe begriffen, und wie weit sie sie gelöst. Dabei ist es aber nothwendig, einen Blick auf Ä. die neuere Bearbeitung älterer jüdisch-religionsphilosophischer Werke. .zu werfen. Unsere obige Bemerkung über den Ursprung einer Religionsphilosophie zeigt sich auch in der Geschichte des Judenthums vollständig bewährt. So lange das Judenthum ifolirt, unberührt von der, von der positiven Religion unabhängiger Zeitbildung blieb, so lange ist auch keine Spur einer religionsphilosophischen Richtung zu erblicken. Sobald das Judenthum in thätige Wechselwirkung mit jener Bildung geriet!), alsbald schafft sich auch ein religionsphilosophisches Streben, welches sich aber jedesmal wieder verliert, wenn das Judenthum in Jsolirnng zurückfällt. So haben wir Philo, nachdem das Judenthum in Aegypten mit der hellenischen Wissenschaft und Bildung in Berührung gekommen; so ersteht Matmen ides mit einer ganzen Reihe Gleichstrebender, als das Judenthum mit der arabischen, genauer arabisch-aristotelischen Philosophie und Zeitbildung in Wechselwirkung getreten. Je mehr sich nach dieser Periode das Judenthum von der Weltbühne zurückzog, desto mehr und desto länger bleibt es auch jeder religionsphilosophischen Bearbeitung fern. Die Neuzeit tritt nun wiederum mit ihren Bedingungen, Forderungen und Bestrebungen auf. Wir haben also hier drei Epochen: 1) die griechisch-jüdische, 2) die arabisch-jüdische, 3) die modern-jüdische. Daß es auch hie und da einzelne Versuche in den Zwischenperioden gegeben, die aber darum auch unbedeutend sind, läßt sich voraussetzen, wir erinnern z. B. an Menasse den Israel. Nicht minder fanden auch innerhalb des Judenthums Erscheinungen statt, in denen das negirende Moment der Kritik hervortrat und siegte: Die glänzendste war — Baruch Spinoza. Man thut sehr Unrecht, diesen Mann so ganz isolirt vom jüdischen Boden zu betrachten. Ein Mann, der seine Jugend im Talmudstu-, dium verbracht, und als eine zukünftige Säule der Synagoge gefeiert wurde, muß bleibende Eindrücke mitgenommen haben. Die Lossagung vom positiven Judenthum kostete ihm einen großen Kampf, und sein trs.6la.lus llieologico - polilicus giebt dessen Zeuge. Eine ähnliche Erscheinung haben wir im Salomon Maimon, nur daß dieser das negirende Moment der Kritik nicht verarbeitet hat, höchstens oberflächlich angedeutet in feiner Selbstbiographie. Was nun die Bearbeitung älterer jüdisch-religionsphilosophischer Werke in der neuesten Zeit betrifft: so haben wir leider Veranlassung, sie — unglücklich zu nennen. Und warum? — eine ganze Reihe solcher Arbeiten ist angefangen, und nicht vollendet worden. Dieses Resultat, welches die Lauheit des Publikums für diese Arbeiten bezeugt, ist höchst unangenehm und bedaurenswerth. Wir. müssen es noch näher bezeichnen. Gerade die Bearbeitungen, welche sich dem Bedürfniß der Jetztzeit ganz anschlossen, sind es, die unvollendet geblieben; wohingegen diejenigen, die der altern Weise sich befleißigten, die Uebersetzung in jüdischen Lettern, den Kommentar in hebräischer Sprache gaben, sich eines Fortgangs und'Abschlusses zu erfreuen hatten. Sehen wir zuerst auf die ersteren, so haben wir folgende drei Werke anzuführen: 1)^2122 irn?3, Dalalat. al Haiirin, Zurechtweisung der Verirrten von Rabbi Moses ben Maimon. Jn's Deutsche übersetzt mit Zuziehung zweier arabischen Ms. und mit Anmer-

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