Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1843)
- Date
- 1843-02-11
- Page
- Seite 83 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Brief an den gelehrten Chasdai den Fürsten, Sohn Isak's ben Sprot, geschrieben, in welchem er ihm anzeigt, daß er und sein ganzes Volk, den Lehren der Rabbinen folgen." — Chasdai Sprot empfing zur selben Zeit eine Antwort auf ein andres Sendschreiben, das er nach Bagdad geschrieben, um die Lage seiner Brüder im Khalifat zu erfahren. Der Abfasser dieser Antwort ist der Rabbine Doffa, Sohn des berühmten Saadia Gaon*). Aber dieses Schreiben Chasdai's, wie seine anderen Werke sind ein Raub der Zeiten geworden. Seine arabischen Zeitgenossen rühmen ihn auch' als tüchtiger Arzt; jedenfalls aber haben wir ihn als Begründer der hebräischen Poesie in Spanien zu verehren, wie dies das Sefer Ha-Kabala S. 47. d. thut. Für uns ist hiefür die schöne Ode ein Beweis, die an der Spitze des Schreibens an den König der Khozaren steht, und die zeigt, daß die Juden schon den Reim den Arabern entlehnt hatten; zugleich ist die Ode Akrostichon und bietet den Namen und Vornamen des Verfassers dar: Chasdai, Sohn Isak's, des Sohnes Esra's,^ des Sohnes Sprot's. Die beiden Briefe wurden 1575 durch Isaak Akrisch unter dem Titel s-ip veröffentlicht, der 1562 auf einer Reise von Konstantinopel nach Aegypten ihrer habhaft wurde. /Johann Buxtorf ließ sie mit einer fehlerhaften und unvollständigen Übersetzung in seiner Vorrede zum Cusri (Basel 1660) abdrucken. Viele Gelehrten zweifelten an der Authentizität'der Briefe, wie überhaupt an der Existenz der Khozaren, was gegenwärtig durch die arabischen Schriftsteller, welche jene 'Gelehrten nicht kannten, beseitigt ist. Hier folgt eine wortgetreue Uebersetzung der Briefe, (in der Ode ist hier und da das Bild etwas verändert.) I. Schreiben von Chasdai ben Sprot an Joseph ben Ahron, König der Khozaren. Einleitende -Ode. Gekrönt mit Diadem, mit dem Zepter geschmückt ist des weiten Reichs Gebieter, Des Ewigen Gnad' ist darüber ergossen, *) Sefer Ha-Kabala S. 40. d. Der Fried' ist über des Gesetzes und des großen Heeres Hüter Und Heil auf Paläste und Tempel und Versammlungen geflossen. Der Krieger Schwerter, der Helden Schilde siegen wunderbar, Und nimmer weicht zurück der Wagen Ross'- und.Führerschaar. Der Fürsten Fahnen flattern, umringt von Streitern, hoch und hehr. Der Bogen Pfeile, der Lanzen Blitze vernichten jede Wehr, In das Herz seiner Feinde dringend, vollenden sie den Untergang; , Auf seinen Wagen sitzet die Macht und der Angst und des Schreckens Drang, Und siegreich kehren sie mit Jubellied aus Feindes Gauen: Drob ergießt sich meine Lust: o könnt's mein Auge schauen! 2tm Tage des Kampfs erhebt sich der König, wie Sturmwind brausend, Ihm nach die Krieger, Einer gen Hundert und Zween gen Tausend; Sie zermalmen ihre Gegner, wie ein schwerbeladner Wagen: Sprecht, ihr Großen, wer sah'Solches wohl in .allen Tagen!? — Also sieget Israel und ljaget Macht'ge hinter Wall und Dämme: Es ist des Ew'gen Hülfe, das Heil, der Sieg der Stämme, Es ist des Höchsten Werk, .Gottloser Straf' und Züchtigung, , Zu verherrlichen das Volk, das erwählt ward, als es klein und jung. O, ich gedenk' uralter Zeiten vergangne Herrlichkeit, Als es noch stand auf festem Grunde, und strahlte weit und breit- Da war's vereint — doch. jetzt zerstreut nach allen Winden, Die Sonne brennt, doch kann es Ruh' nicht finden. Und nimmer bricht der Freiheit Stunde an — iSoll's ewige Knechtschaft sein, der's nimmer sich entwinden kann? Nur immer tiefer finkt's—wo weilt des Helfers Trost Wie es erreichten, dem Heiligthum entrissen bie Verfolger, tief erbost — -