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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-11 · Heft 6 (11.2.1843) · p. Seite 80

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 6 (11.2.1843)
Date
1843-02-11
Page
Seite 80 (sequence 8)
Language
German
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80 gebannt/ wo kein Tropfen Wasser zn siüdeu und das Wohnen besonders: im Winter' ebenso unbequem als schauerlich ist. Doch wir die. Gewohnheit selbst den Kerker - erträglich macht, so blieben die meisten Kataimen dort zurück/ auch als ihnen fett, dem Ende der Tatarenherrschast gestattet war. sich' in Baktschisarai und in andern Städten der'Krim ihre Wohnsitze zu wählen. Erst in neuester Zeit singen die wohlhabenden Karaimen an einzusehen, daß das tägliche Felssteigen, den Berg hinauf, das Thal hinab, eine gar zu unbequeme Sache fei und daß dabei eine kostbare Zeit verloren gehe, die bei guter Benützung ’ durch Handel und Spekulation viel Gewinn bringen können Viele haben daher ihr. Felsennest. verlassen und ihre Häuser, . da: sich keine Käufer dafür, fanden, ' in Trümmer zerfallen - lassen,.. wodurch die Oede und schauerliche Stille dort noch vermehrt worden. Ich habe nie einen unheimlichern Ort gesehen als diese „Jüdenburg," die gleichwol -zn den! ersten Merkwürdigkeiten der Krim, gehört. Als' ich über das Felsgestein, welches Dschufut-Kalehs natürliches Pflasterbildet, wanderte, war. ich durch mehrere.Gassen nur von - zottigen Hunden . begleitet. die ich mir mitmeinem geognoftischen.Hammer mit Mühe vom Leibe hielt', sonst gewahrte ich lange keine lebende Seele/ Endlich erschienen einige Kara'ünenknaben die mir neuMrig folgten, : dann lockte das immer wildere Gebellder von allen Gaffen herbeieilenden Hunde Mch-vliele^Kara'Lmenweiber und Mädchen an die zerbrochenen' -Fenster und morschen Hausthüren, die sie futchtsüm halbgeöffnet hielten, den Fremden, neugierig aügaffettd. Ich -fragte nach den Männern und. hörte daß alle nach Maktschifarai gegangen, um ihre Handelsgeschäfts, zu besorgen. Man/könnte somit versucht sein zu glauben die Karaimen, welche ihre ' Weiber so ganz, einsam zürücklassen, plage niemals Eifersucht, und doch habe ich in Jalta bei meinen karaimijchen Nachbarn, manchmal Beweise vom Gegentheil/erhaltestH*. - ' : Wenn die - Auswanderung von Dschufut-Kaleh. so fortbauert wie in der letzten Zeit, so findet man in zwanzig Jahrendort vielleicht keine Bewohner.' mehr und dann must den Eindruck, auf den Besucher noch viel seltsamer und düsterer sein:. Ich; athmete erst'wieder frei,' als ich das abscheuliche. Nest hinter mir hatte und.vor dem schonen Karaimenkirchhof im Thal Josaphat stand. So häßlich, und schrecklich jener Wohnsitz/.der Lebendigen, so . lieblich / hold und heimlich ist' der 'Rüheort,' 'den 'diese 'Karaimen für ihre Tobten ausgewählt:. Diese. Gegchd sprach mich wunderbar, an. Ja wäre das Leben-,, wäre das Reisen nicht eine so gar hübsche Sache,, ich. hätte mich hier im Josaphatthal gern für! immer eingeschlummert gewünscht. Die sehr schönen Grabmäler mit säubern Inschriften' geziert, bedecken die Abhänge von zwei Bergen, auf welchen das Felsgestein terrassenförmig sich erhebt.. Eichen und Ulmen breiten ihre grünen Laubschirme über dieGrabsteine, die von üppig wachsenden Malven umhangen, sind. Neben den sehr vernachlässigten tatarischen Friedhöfen zeichnet sich dieser Begräbnißplatz der.Karaimen sehr..vortheilhaft aus und gibt günstiges Zeugniß von dem Charakter eines Volks das. seine Todten liebt und ehrt. Literarische Nachrichten. V f: Magdeburg, 29. Januar. sErbaüungsschriften.j Andachtsklänge .für /Israeli - Söhne'und Töchter. Von H. Engländers,) Lehrer der hebräffcherz Sprache., Wien, 1843. sS. 22h u. Vorr.) Gine. Sammlung metrischer Gebete- „erster Theil.: ,hie öffentlichen Gebete für - Werk- (,)' Fest - und Fasttage" sollte. heißen „öffentliche Gebete," da man sonst die .Synagogengebete in deutscher Uebertragung darunter verstehen; könnte — „zweiter Theil : häusliche - Gebetem-allen Am; gelegen Heiken. des Lebens." —; Je mehr . Andachtsbüch,eh. gegenwärtig erscheinen und einander-jagen -- desto mehrerweist es sich, daß ein gutes Andachtsbuch, eine Samm-i lung tief ergreifender und wahrhaft erhebender Gebete abzufassen-, eine höchst schwierige Aufgabe ist. Innerlich beten' ist leicht, sobald nur die Schwingen hex Seele gelüftet find, innerlich beten kann Jeder,.dem<das, Herz in rascheren Pulsen schlägt. Aber laut beten ist. schwer, weil hier das Unaussprechliche mit dem. Ausdruck, ringt, das Empfundene als ein Gedachtes <zü Tage konn men muß. Noch schwerer ist für Andere beten, .in, ihnen dm Lebensschlag des Gebetes wecken und zugleich, es tragen. und>. zu Ende führen. Hier ist ein. Himmelweitec: Unterschied zwischen einmal in der, Liturgie festste- Hendm/Gebeten und neuen, den Betern, zur'Förderung, dargebrachten.. In jene hinzugehen, ist Nothwenblgßeit^ in jenem ist das allgemeine,-Betbedürfniß,ausgefüllt.Beihen letzteren soll erst ein neues Bedürsniß anyeben,. und.

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