Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1843)
- Date
- 1843-02-11
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
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die es übel vermerken, keine Diplomaten, die daran Anstoß nehmen, keine hochgestellten Personen, die darüber ungehalten werden könnten^; die Juden haben nur ein Herz, und das'ist eine Sache, die die . Augsburger alte Käme höchstens dem Namen mach kennt. Wie fein, wie spitzig, wie abgeschliffen ist der Ausdruck der Augsburgerin über alle Gegenstände der Politik und Intelligenz; ihr abgemagerter Arm — der desto länger scheint, je magrer er ist — ist stets mit Glacehandschuh bedeckt und von Parfüm durchzogen — nur wenn sie ihr schon blöde werdendes Auge auf den Stamm Jakob's wirst, verräth sie, daß sie doch auch'Waschweibernatur genug im Leibe hat, und daß sie sich selbst freut., diese einmal an den Mann zu bringen. Die schmutzigsten Witze — denn bei aller Eleganz fehlt es ihr an elegantem Witze — die niedrigst hämische Weise, der höhnische Spott sind ihr willkommen, falls es nur die . „Kinder Israels" betrifft. Gott sei Dank ist die Blasirtheit, die hohle Nichtigkeit bei diesen lange noch nicht so weit gediehen, wie bei der Augsburgerin und ihren Liebhabern. Dafür haben wir auch eine Zukunft, die Augsburgerin und Konsorten höchstens eine Vergangenheit. Möchte diese doch sa nie vergessen, daß ihre Existenz durchaus nicht von der „innen im Marke lebenden Kraft," sondern nur von . gewissen Umstanden gehalten wird. Nur das Monopol sichert ihr Dasein; wodurch sie dieses.Monopol verdient, ist aber nicht das. Beste an ihr.—- Obige Bemerkungen, > die noch weiter auszuspinnen ein Leichtes wäre, drängten sich insbesondere uns bei Gelegenheit der jüngsten Korrespondenzen aus Polen über die Juden wieder auf. Die jüdische Masse in Polen ist in ein Elend versunken, aus dem sie herauszuziehen, das Herz aller aufrichtigen Menschenfreunde sich sehnen, , wenigstens jeder Maßregel, die dahin, zielt, den höchsten Beifall geben muß. Daß eine Vorschrift, welche schon Kinder vom zwölften Jahre an konskriptionsfähig macht, nicht die geeignetste hierzu , sein kann, sieht man leicht ab , und .hat die hohe russische.Regierung sie bereits zurückgenommen., .Wie sehr verdreht aber die Augsburgerin alles dies, wie hohnlächelt sie,, wie macht -sie: wohlseile Witze, die ihr, der blasirten, immerfort Maskerade spielenden, ,schachmatten, so schlecht anstehW.: Der Fürst .Statthalter will den Juden MitM an die Hand geben, sich dem Ackerbau zu widmen — wie chokirt sich unsre Heldin' darüber,undmeint, die Juden wollten lieber schachern/ als nach SüdrüA lanv ziehen; vorerst gehe sie doch einmal woran, und ziehesofort in die- Steppen der Maine — etwas frische Lust kann ihr gar nichts schaden: ' Wie gesagt, über einen - unglücklichen Stamm, für den seit Jahrtausenden Nichts geschehen, gegen den aber viele Jahrhunderte alles Mögliche gethan, zu spötteln, iss leicht— aber das kann doch nur ein solcher, der, wie die Augsburgerin, an der Stelle des Herzens eine vertrocknete Birne trägt. Deßau, im Januar. (Privatmitth.) Der Rabbine Herr S. Hirsch ist zum Rabbinen in Luxemburg erwählt worden.. Deßau, 28. Januar. (Privatmitth.)- Das hiesige Wochenblatt enthält unter heutigem Dato folgende amtliche'Bekanntmachung „Der Kaufmann Herr Heinrich Meyer zu Caraccas hat in seinem Testamente der Stadt Deßau, seinem Geburtsorte, den sechszehnten Theil seines Nachlasses als Legat ausgesetzt, mit der Bestimmung, daß dasselbe zu wohlthatigen Zwecken, ohne Rücksicht auf Religionsunterschied, von uns angelegt werde. Dieses Legat ist uns Heute von dem Bruder und Testamentsvollstrecker des Verstorbenen, dem Banst ui er Herrn Martin M e y er zu Berlin, -mit 3062 Thalern 2 Groschen preuß. Cour. baar ausgezahlt worden. ., Wir bringen dieses erfreuliche, aus so ruhmwürdiger Gesinnung hervorgegange.ne Ereigniß mit dem Bemerken hierdurch, zur. öffentllchen Kunde, daß wir es für eine heilige Pflicht halten., , nicht alleip das Legat genau nach dem ausgesprochenen Willen des edlen Gebers anzulegen und zu verwalten, sondern auch das.Gedächtniß an diese. soschpn/ patriotisch^ Handlung unfern Nachkychmess durch. hie zu treffenden Einrichtungen zu bewahren,..vorüber ^chft, -spater das Nähere'bekannt machen, werden Deßau den '23. Januar 1Ä3? , Der Stadtrath hiesiger Herzoglicher Residenz G. G. Richter." Wir müssen gestehen, daß, so sehr das Faktum selbst uns erfreuet, wir uns weit weniger mit.der Art und Weise, wie es geschehen, einverstanden er-