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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-02-11 · Heft 6 (11.2.1843) · p. Seite 75

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 6 (11.2.1843)
Date
1843-02-11
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 Wir haben nun hierher noch eine kleine Broschüre über Gewissensnnd Glaubensfreiheit (1839) zu ziehen, die sich zwar im Allgemeinen, jedoch auch, mit Bezug auf unsre Religionsgenoffenschaft bewegt. Er erinnert hier, daß die Kirche stets nur „das Schwert des Geistes"-handhaben dürfe, und daß die Gewissensfreiheit, so weit sie innerlich ist, unbedingt , so weit sie sich aber La Thaten äußert, nur bedingt, hingegen die Glaubensfreiheit eine unbeschränkte fein muß. Er frägt: würde die Kirche bei allgemeiner Glaubensfreiheit etwas verlieren? und verneint dies, da sich die Erhabenheit eines religiösen Instituts bei freier Wirkung am meisten bewähren muß, es aber seine höhere Bestimmung verliert, sobald es eine ZwangSanstält ist. Eben so wenig könne der Staat bestimmen, was in einer Kirche wahr oder falsch sei, so daß die Aufsicht des Staates nur über das Thun und Lassen der Kirche, ihrer Vorsteher, Beamten oder Diener sich erstrecken könne, diese Aufsicht aber führen müsse. Daß sich Krug nunmehr gegen das Prinzip einer „herrschenden" Kirche ausspricht, daß er von Seiten des Staates keine „Toleranz" als etwas Negatives, als „ein Minimum von Gerechtigkeit," sondern nur „gleichen Schutz: und gleiches Recht für Alle" gelten lassen will, wird man leicht deduziren. — Unsere Leser werden sich aus dieser Skizze'das Gesammtbild der Krug'schen Denkweise zusammensetzen können. Wir können Krug als einen Mann bezeichnen, der auf dem. Gebiete der religiösen Politik, wenn wir uns dieses Ausdrucks bedienen dürfen, die vollständigste Konsequenz entwickelt hat, und sich nirgends etwa ein Hinterpförtchen von „germanischem Vorurtheil," „praktischer Unausführbarkeit" -gl. offen gelassen, um wieder hinauszuschlüpfen, sondern der freisinnig dachte, freisinnig sprach nnd freisinnig handelte, ohne je die Schranken der Mäßigkeit zu überschreiten. Und da er nun auch in seinem Leben, durch alle seine Handlungen den Ernst und die Wahrhaftigkeit seiner Gesinnungen bewährte: so können wir ihn ■ zu den seltensten Männern unsrer Zeit getrost hinzuzählen. Krug war keine Sonne und kein Meteor, aber ein helles Gestirn voll Licht, das seine Strahlen rastlos ausgoß, um zu durchleuchten, so weit es reiche. Zeitungsnachrichten. Deütfchland. Frankfurt am Main, 17. Januar. (Fr. I.) Nach dem ausgegebenen 17. Bericht, über den Bestand und Fortgang des hiesigen Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen ist die Gesammtzahl der von demselben Unterstützten im abgelaufenen Jahr (1841—42) von 513 auf 529 gestiegen. Von diesen gehören 259 dem Großherzogthume, 87 dem Kurfürstenthume, Hessen, 75 dem Herzogthume Nassau, 36 der Landgrafschaft Hessen, 20 dem Königreiche Barem, und 52 der freien Stadt Frankfurt an. Die Zahl der neuaufgenommenen Lehrlinge betrug 14, Nach vollendeter Lehrzeit ausgeschrieben wurden 22; Kleidungsstücke erhielten 42; Werkzeug 22. Außerdem wurden 24 Individuen zur Wanderschaft ausgerüstet; für 14 wurden Unterrichtskosten bezahlt und 12 (Waisen) erhielten außerordentliche monatliche Geldunterstützungen. Endlich wurden 3 junge Männer bei ihrer Niederlassung als Meister unterstützt. Drei Lehrlinge mußten aus verschiedenen, zum Theil ohne ihr Verschulden herbeigeführten Gründen das Handwerk wieder verlassen. — Wenn der Finanz-Etat des Vereins auch ein sehr erfreulicher genannt werden darf, da der Saldo 4826 fl. 21 kr. beträgt, während die vorhandenen Verbindlichkeiten sich nur auf 1814 fl. 17 kr. "belaufen, so darf doch nicht übersehen werden, daß dies Resultat nur durch die genaueste Abwägung aller Unterstützungen (namentlich ün Kleidern u. f. w.) erlangt worden ist. Die Verwaltung hat .daher mit Bedauern wahrgmommen, daß die außerordentlichen Geschenke u. s. w., wenn auch noch immer beträchtlich, doch feit mehreren Jahren in stetem Abnehmen begriffen sind. Augsburg, 22. Januar. (Privatmitth.) Die alte Dame in Augsburg, die allgemeine Augsburgerin, hatein großes Filtrirtuch, durch welches sie die Lagesgerüchte laufen läßt, bis sie zu klarem, geschmacklosem Wasser geworden. Nur in einer Ecke hat sie ein Loch in ihr Euch gerissen, damit da immerhinMker Schmutz mit durchlaufe, es ist der Zipfel, Wn sie für die Juden bestimmt hat. Und warum nicht? Die Juden' haben keine Regierung/

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