Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1843)
- Date
- 1843-01-21
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41 Im seien , mit der das Evangelium Nichts zu thun habe, er sieht in Hamburg nur „einen Handelsstaat, dessen Bewohner größtentheils Christen sind." — In derselben Nummer 54 und in 55 (vom 14. und 21. Dezember) erschien nun ein Aufsatz von R ieß er, der'„Betrachtungen über den Begriff der Toleranz und über das Bürgerrecht der Juden" betitelt ist, und als I. den ubigen Streit beschließen wollte. Rießer findet nun, daß es nicht recht gewesen, an den Aufruf der D. diesen Kampf anzuknüpfen, indem dazu wichtigere Momente hatten vorliegen müssen. Hingegen scheint ihm Herr V. zu weit zu gehen, indem' er eine Mißbilligung sofort eine Beschränkung persönlicher Freiheit nennt. Als Hauptsache führt R. aus, eine Bemerkung des V. betreffend, daß dle Juden ihre Angelegenheit stets vom Lichte der Oeffentlichkeit beleuchtet zu sehen streben. Hiermit schloß die Debatte. Ob Herr Dr. R. seine. Nummern bereits fortgesetzt, wissen wir noch nicht. Die obige Auseinandersetzung möchte wohl Vielen.schon darum interessant sein, um zu sehen, wie Lokalgegenstände zu weiter greifenden .Debatten veranlassen. Hamburg, 8. Januar. (Privatmitth.) Es liegt uns eine für Pädagogen interessante Broschüre vor: „Einladung zur öffentlichen Prüfung der Zöglinge der israelitischen Freischule zu Hamburg am 26. Dezember 1842," die eine Festrede des vr. Kley über den Satz: „Im Herzen reich, im Geiste hell, In Thätigkeit des Segens Quell," und einen Bericht über den Stand der Schule enthält. Sehr erfreulich ist es, die Geschenke, welche der.Schule neuerdings zufloffen, zu übersehen. Als neuer Gegenstand des Unterrichts in der Schule ist das Turnen bezeichnet, (was auch schon in die Jacobsonsschule.zu Seesen Eingang gefunden.) Darinfiadt, 27. Dezember. Die gebildete und geistreiche Gattin des Oberrabbiners Levi starb in Gießen vor einigen Lagen in Folge eines Wochenbettes. Ihrem und ihres Gatttn Willen, gemäß, wur.de?der hiesige evangelische Stadtpfarrer, Kirchenrath Engel, von dem Oberrabbiner ersucht, der Entschlafenen auf dem israelitischen Kirchhofe eine Leichenpredigt zu halten, was der Kirchenrath Engel zusagte, und am.'ersten Christfeiertage, nach der Mittagskirche, in einer gehaltvollen, eindringenden und erbaulichen Rede so schön ausführte, daß über Lausend Menschen, die versammelt waren, um einem so seltenen Ereignisse beizuwohnen, tief davon ergriffen und gerührt wurden. Preußen. Breslau, im Dezember. (Eingesandt:) Zu den vielen wohlthätigen Instituten Breslau's, welche der allgemeinsten Beachtung und dankbarsten Anerkennung würdig sind, gehört auch der israel. Jungsrauen-Verein. Derselbe ward im Jahre 1838 von dem Herrn Inspektor Wolfs begründet, und führten damals Fräulein Emma Silberstein, welche die Statuten verfaßte, und Fräulein Louise Leipziger, sowie acht-Komite-Mitglieder und Hr. Wolfs die Leitung. Der erste Zweck des Vereins war, die Hälfte der Einnahme zur Unterstützung der israelitischen Waisen-Anstalt, die andere Hälfte aber zur Unterstützung armer Bräute zu verwenden. .Gegenwärtig strebt der Verein hauptsächlich dahin, die weibliche Jugend durch tüchtigen Unterricht heranzubilden und geeigneten Talenten die Befähigung zu verschaffen, geachtete Erzieherinnen werden zu können, überdem aber auch Mädchen, die sich durch fünfjährige Dienstzeit in einer und derselben Familie ausgezeichnet haben, eine entsprechende Prämie zu gewahren. Die Mittel, so schöne Zwecke zu erreichen, verschafft sich der Verein durch das Eintrittsgeld und die monatlichen Beiträge der Mitglieder, sowie durch die von denselben und den an diesen Bestrebungen Antheil nehmenden Frauen verfertigten weiblichen Arbeiten, welche zum Theil verkauft, zum Theil verloost werden. Im laufenden Jahre 1842 zählt der Verein 106 Jungfrauen als Mitglieder und 100 Frauen, welche Arbeiten eingeliefert haben. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 8. Jan. -^Kleinere Schriften.) Museum zur Belehrung und Unterhaltung für die israelitisch^ Jugend. Von K. Klein. 10—12 Lieferung. (Viertes Bändchen.) Mit dem Bildnisse vr. Ludwig Philr'ppson's. Brieg, 1842. — Der Herausgeber schließt hiermit den ersten Band des Museum's. 3