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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-14 · Heft 2 (14.1.1843) · p. Seite 19

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 2 (14.1.1843)
Date
1843-01-14
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 Wartung hatte sich der vr. Lilienthal eines glänzenden Empfanges in allen Gemeinden zu erfreuen, so daß hierdurch faktisch der Beweis geliefert wurde, wie bereitwillig die iftaelit. Gemeinden sind, Bildungsanstalten unter sich aufkommen zu lassen. — Für die Inden in Polen war es eine wichtige Maßnahme, daß sie zum Militärdienste gezogen wurden. Hoffen wir, daß das Ausnahmsgesetz, welches dabei Ln Anwendung kommt, bald wieder schwinden wird, so daß sie ganz Ln dem Maße, wie ihre christlichen Mitbürger dazu verpflichtet werden. Mochten auch die Entwürfe, die Masse zum Ackerbau zu leiten, auf gerechte Unterstützung treffen. — (Schluß folgt.) - ’ ' Magdeburg, den 3. Januar. Die vielen Berichte, welche uns aus den russischen Gemeinden über die Erfolge, die der Dr. Lilienthal und seine Mission in ihnen gewann, zugekommen, die unzweideutige Weise, auf die sie. ihn empfingen und in die Pläne, deren Verkünder er sein sollte, eingingen, wie ihn die eine mit einem Ehrenbecher beschenkt, die andere ihn zum Rabbiner wählt, die dritte ihm ein Schiff glänzend ausrichtet, alle die dankerfülltesten Adressen an Se^ kaiserl. Majestät richten, ja selbst an des deutschen Mannes Vater — alles dies nöthigt uns, einige allgemeine Betrachtungen daran zu knüpfen, die bei Gelegenheit wohl auch wider unsre Widersacher geltend gemacht werden können. Hier habet Ihr also die „tief gesunkenen," die „entarteten," und wie Ihr sie sonst noch bezeichnet, russischen Juden. Man bietet ihnen — Mittel zur Bildung, zur Erhebung in Wissenschaft und Gesittung —■ und sie strecken ihre Hände sehnsüchtig danach aus, sie greifen danach mit allgemeinem Verlangen, als nach einem wahrhaften Rettungsanker! Freilich wird ihnen diese Wohlthat nicht durch Zwang, nicht durch Missionäre aufgedruugen — auf wahrhaft humane Weise sendet man ihnen einen für seine Sache begeisterten Israeliten zu, um sie aufzuklären, man fordert ihre Rabbinen zusammen, uw die Sache durchzusprechen und zu ordnen, unter der Leitung des kaiserl. Ministeriums, man ruft Männer herbei, die die Lieblinge der jüdischen Masse geworden, um auch durch sie die Maßregeln - sanktioniren zu lassen-7das sind humane, .das sind aufrichtige Vftge, welche der kaiserl. Regierung einen hohen Glanz verleihen. Aber die Masse selbst begreift dies auch und begeistert sich da- .für, sie hat so -viel intelligente Kraft, um den ganzen Segen, der ihr daraus erwachsen wird, zu fassen, und freudig auf die Häupter ihrer Kinder zu legen. Mau bemerke wohl: es werden ihr keine Versprechen-äußerer Vortheile dabei gemacht , sie sieht noch keinen äußerlichen Lohn, der ihr daraus ersprieße — nur von Weitem zeigt sich die Aussicht, mit der Zeit den höheren Bildungsstand durch größere bürgerliche Berechtigung gekrönt zu sthen. Es sind zwei Resultate, die sich aus diesem erfreulichen Gange der Ereignisse ziehen lassen: von der einen Seite, daß die kaiserl. Regierung den einzig richtigen Weg eim geschlagen, der, wo es sich um Reformen im Judenthum handelt, geschritten werden muß, die Juden durch sich selbst reformiren, kultiviren zu lassen, dann aber dieser Bewegung von oben her Schutz, Kraft, Impuls zu geben. Von der andern Seite, daß 'endlich die Befähigung der Juden zu hoher geistiger Bildung und Entwickelnng, durch ihre Hinneigung zu dieser, sich abermals glänzend herausstellt. Nein,' es ist kein geistig versunkenes Volk, auf so viele Abwege es auch durch Jahrtausende falscher Behandlung hat gerathen müssen, es hat sich geistig immer tüchtig und hoch erhalten, und wodurch? — weil es eben nur in einem geistigen Gute seine Existenz gefunden, in seiner Religion. Derselbe Umstand, welcher sich Herrn Cremieux in Alexandrien darbot, daß schnurstracks die Juden ihnen gebotene Bildungsmittel,ergreifen, sobald sie ihnen auf die rechte Weise geboten werden, hat sich auch bei den russischen Juden bewährt. Diese beiden Resultate wollten wir uns vorläufig vermerken, . den Verfolg der Angelegenheit mit Vertrauen erwartend. L i i e x a t u?. I. Die drei Mosaiden. (Fortsetzung.) Indem wir uns die Würdigung dieses Verfahrens auf den Schluß verspüren, müssen wir jedoch schon hier bemerken, daß, je weniger Originalität somit Wessely im Ganzen der Dichtung aufwendete, in desto größerem Maße wußte er diese auf die einzelnen Partiem auSzttgießen. Die Reden' der Personen, die Beschreibung der Thatfachen ist voll dichterischer Gluth, voll tiefster Em-

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