Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1843)
- Date
- 1843-01-07
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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Ordre vom 14. v. M. I ü den zur Auskultatut, zum Rrferendariate und zur- Advokatur nicht zuge-lassen werden. (Rhein. Zeit.) Berlin, 6. Dezember. Bei einem Feldjäger- Examen wurde kürzlich einer der Kandidaten wegetr seines jüdischen Ausfehns zurückgewiesen. Vergeblich wendete er ein, daß er ein Christ sei: er blieb ausgeschlossen. Die Moral davon scheint zu sein, daß man sich nicht blos hüten müsse, ein Jude zu sein, sondern auch wie ein Jude auszusehen. (Königsb. Zeit.) Posen, 19. Dezember. In diesen Lagen hatte hier das feierliche Begräbniß eines Mannes statt, der zu den seltensten Erscheinungen in unserer Provinz gehörte Und dessen irdische Hülle von der halben Bevölkerung unserer Stadk zu Grabe geleitet Würde. Nur bte häute votee wurde zum größten Th eile vermißt, denn wenngleich der Verstorbene dem höhern deutschen Adel angehörte, so gab er doch so wenig auf alle Aeußerlichkeit und verschmähte namentlich allen Prunk, alle Gastereien, Bälle u. dgl. in einem solchen Grade, daß er in Folge dessen wemig mit unfern sogenannten ersten Häusern in Verbindung kam. Es'war dies der Freiherr v. Kottwitz, einer der reichsten Grundbesitzer in unserm Großherzogthume, dessen Nachlaß auf mehr als eine Million Lhaler geschätzt wird. Bei solchem Vermögen lebte der höchst geistreiche Mann auf das Allereinfachste und gab so wenig auf deU Unterschied der Stände, daß er die eine von seinen beiden Töchtern, seinen, einzigen Kindern, an einen wackern bürgerlichen Oekonomen verheirathet hat. Wo es aber galt, das Gute in einem großen Maßstabe zu fördern, da fehlte sein Beistand nie, und da gab er stets, ohne Rücksicht auf Stand, Nationalität und Religion, die bedeutendsten Summen her. So ward er ein wahrer Freund der Armen und insbesondere aller Kranken- und Waisenanstalten, die in ihm ihren großmüthigsten Wohlthäter verloren haben. Vor Allen beklagen seinen Tod die hiesigen Juden, die aber auch seinem Andenken ein Ehrendenkmal gesetzt halben, wodurch sie sich selbst nicht minder ehren als den Verblichenen. Als nämlich vor einer Reihe von Jahren eine jüdische Waisenanstalt gestiftet werden ollte und die unter den Israeliten gesammelten Fonds nicht hinzureichen schienen-, steuerte der Frhk v. Kottwitz 36,000 Fl. bei Md 'unterstützte außerdem das Institut bis zu seinem Lode auf bas Freigebigste. Deshalb folgte auch nicht blos die ganzejüdische Korporation seiner Leiche, sondern sie faßte den Beschluß: daß das Bildniß des edlen MMchenfteundes in dem Hauptsaale der Anstalt aufgestellt werden; daß nach einem von dem Oberrübbiner eigens angeordneten Ritual ein dreißigtägiger Trauergottesdienst gehalten, und am Todestäge des Verblichenen alljährlich ein Trauerfest gefeiert werden sollen Wahrlich, ein Denkmal, besser als -von Erz oder Marmor! —- v Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Jan. sKleinere Schriften.) rilin NVN. Epoques de l’histoire ancienne et moderne des Isräeliles. Exposees dans une Serie de diktiques hebraiqties et de sentences hine'inohiques fraiiqaises. Par H. So in er hausen, Dr. en Ph. Bruxelles, 1842. Dies der Erleichterung des israel. Geschichtsunterrichts gewidmete Heftchen ist bereits in der Brüsseler israel. Schule zur praktischen Anwendung gekommen. Um die Einrichtung deutlicher zu zeigen, citkren wir hier die zwei ersten Sentenzen von der französischen und hebräischen Serie. I. ve'Iuge unirersel. 2,104. 11 est bien eertäin qne ^oe desira 1a fm dü deluge. II. Confüsiön des Langues 1,704. A Babel les NationS se degagerönt du lieri conimiin forme par lä laugue universelle, etc. 1,656 8 im unm w innsuw -mid nnrr um 1,996 näbvn ni i nnn Tim W .*>05» nmisin hb -öswi bna» “Pöft tum Für die hebräischen Distichen ist noch eine französische Uebertragung hinzugefügt. — oder Handbüchlein für hebe. Leseschüler von E. H e cht. Fulda, 1842. Praktisch geordnete Lesefi'öel mit einigen Eitzöttthümlichkeiken. — Isb von B. Nieberhofh e im, mit deutscher Mbetsetzung von M. Ä tü ck. Franks, a. M., 5601. Zuerst ^>1d mit Uebers. in deutscher Schrift s dann Mit Uebetf. M