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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-07 · Heft 1 (7.1.1843) · p. Seite 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 1 (7.1.1843)
Date
1843-01-07
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 Ehre gereichende Stiftung' in der bestimmten Frist mit gesicherten Kapitalfönd in's Leben treten werde. . Obgleich, die Kultusverhältmsse eigentlich außer dem Bereiche dieses blos der Geselligkeit gewidmeten Vereines liegen; so können wir doch nicht umhin, bei dieser Gelegenheit unser Erstaunen auszusprechen, wie, eine Gesellschaft, — die die Blüthe der jüngern Generation in sich vereinigt, die alle, wenn auch nicht gerade als Gesellschaftsmitglieder, das drückende der jetzigen Kultusverhältnisse fühlen, denen es grauet, wenn sie am Neujahrs- oder Versöhnungslage die Synagoge besuchen sollen, die alle ihre religiöse Bedürfnisse unbefriedigt sehen, — dem unseligen Treiben einer überspannt blindgläubigen Partei so ruhig zusehen kann. Nicht blos in sozialer Beziehung und nach außen, was der zeitige Direktor dieser Gesellschaft bei dem obenerwähnten Festmahle eben so treffend als wahr hervorhob, sondern auch in religiöser Beziehung und nach innen müssen wir uns unserer Stellung als Juden bewußt werden, damit wir, jeder nach seiner Kraft, dem Judenthume diejenige Wirksamkeit auf Geist und Gemüth verschaffen, die ihm in der That inwohnt. Man hat aber um so mehr ein Recht diese thatsächlich eingreifende Richtung ^von dieser Gesellschaft zu erwarten, als sie es war, die, wenn auch nicht unmittelbar und ohne es'zu wollen, diesen erbärmlichen Zustand unserer heutigen Kultusverhältnisse herbeiführen half. — Nächstens werden wir, wenn Muse und Gelegenheit vergönnt ist, unsere Zustände vielleicht ausführlicher besprechen, und Sie werden sich dann überzeugen, daß das Epitheton der Erbärmlichkeit nur allzu begründet ist.— Für jetzt nur noch das Eine; denn hier ist perieiüuni in mora. Nach der neuesten Ministerialverordnung wird nächstens der Vorstand durch ein neu zu wählendes Mitglied ergänzt. Da nun nach dieser Verordnung, die wohl gerade den hiesigen Verhältnissen ihren Ursprung verdankt, -jedes Jahr das älteste Mitglied austreten und eine Ergänzungswahl vorgenommen werden muß, die Art und Weise der Wahl aber .nach den hiesigen Verhältnissen dergestalt ist, daß man mit Sicherheit. annehmen.kann, daß sie zu Gunsten des Fortschrittes ausfallen werde.; so stünde zu erwarten, daß in dem verhaltnißmäßig kurzen Zeitraum von drei Jahren — der Vorstand besteht.aus fünf Gliedern — die jetzt herrschende• finstere Macht gebrochen sein/ würde. Trotz dieser günstigen Konstellation hört man aber — sollte man es glauben? —, der und jener würde die auf ihn etwa fallende Wahl nicht annehmenweit man sich nicht entschließen könne, in einem, allem und jedem Fortschritte schroff entgegentretenden Kreise, einen Sitz einzunehmen. Ei ei! ist man denn da, wo es sich um pekuniäre Verhältnisse handelt, eben so ekel? Wie viele Geschäfte werden mit Leuten abgemacht, mit denen man sich — wenn auch vielleicht aus bloßem Vorurtheile — schämen würde über die Straße zu gehen; und hier, wo es sich um das geistige sittliche, Wohl der Gemeinde handelt, sollte man plötzlich so wählig, so empfindsam sein wollen? — Und wird das selbst anfangs einzeln stehende Mitglied durch seine bloße Anwesenheit nicht gar manches verhüten? durch sein Separatvotum, im Falle des Widerspruchs, bei der Vorgesetzten Behörde nichts, gar nichts bewirken? — Dieses alles möge der Gewissenhafte, den die Wahl treffen wird, sich vor die Seele führen, die moralische Verantwortlichkeit sowol gegenüber der, in dieser Verordnung offenbar das beste beabsichtigenden Regierung als unserer Gemeinde lächerlichen Jdiosynkrasieen entgegenhalten und thun was die Pflicht, was die Klugheit selbst gebietet. — Wir werden übrigens nicht verfehlen, das Resultat der .Wahl'in diesen Blättern mitzutheilen. — Am Schluffe unseres Berichtes erfahren wir, daß die Partei des Vorstandes beabsichtige, einen der im verflossenen Jahre thätigen und glücklich mit demselben in Einem Wunsche zusammentreffenden Triumvirw als ergänzendes Mitglied sich zu erwerben. Ob aus bloßer Erkenntlichkeit? diese Frage' können wir für jetzt noch nicht beantworten. So viel aber glauben wir versichern zu können, daß keiner dieser Angedeuteten weder den Obskurantismus an sich, noch auch überhaupt mehr etwas gegen den Wunsch des aufgeklärten Thüles unserer Gemeinde unterstützen werde. ' Preußen. Köln, 12. Dezember. Gemäß einem unterm 9. l. M. dem hiesigen Landgerichte mitgetheilten Reskripte des ersten Präsidenten und des Generalprokurators des Rheinischen. Appellationsgenchtshofes können nach Vorschrift einer Allerhöchsten Kabinets-

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