Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1843)
- Date
- 1843-01-07
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 jüdisch - deutscher Schrift. Sehr gut ausgestattet. — nos-iiö N-iäNN Frankst a. M., 1841. Zuerst die Hagada mit neuer deutscher Uebers. und erklärenden, zuweilen auch kritischen Anmerk, von M. Brück, Hierzu als Anhang: Hagada, oder Erzählung vom Auszug aus Aegypten. Deutsch bearbeitet und mit neuen Liedern vermehrt von Leop. Stein, Rabb. Es ist dies eine neue Bearbeitung der Hagada bis zum Hallel, in der Form eines Gesprächs zwischen Hausherr und Familie, das sich zumeist an 5 Mos. 26, 5—9 abspinnt, und dann eine Erklärung von NV2, NLU und TO enthalt, in gemüthlicher Fassung. Inwieweit ein Solches Eingang finden könnte, anstatt der alten Hagada, und bei dem tradit. Charakter der Zeremonie befriedigen würde, ist dahin zu stellen. — Erzählungen und Belehrungen aus den heiligen Schriften der Israel. Dargestellt für "die reifere Jugend von B. H.Flehinger, Lehrer. Darmst., 1842. Sehr angemessene Darstellung des geschichtlichen Inhalts aller heil. Schriften mit Stücken aus den Psalmen und Propheten an ihren Stellen. Hierzu noch ein Anhang: Begebenheiten in den Tagen Mathithjahu's und seiner Söhne. Da das kleinere Werk des Verfassers bereits die zweite Auflage erlebt hat, so wird auch dieses feinen Wirkungskreis finden. — Maghebuvg, 2. Januar. sPredigten und Erbauungss'chriftem] Predigt bei der Einweihung der neu erbauten Synagoge in Baldenburg, gehalten von vr. I. Klein, Rabb. in Stolp. Stolp, 1842. Ästit Vergnügen lasen wir diese Predigt des beredten Vecf., die nach „Worten des Abschiedes, heim Verlassen des alten Bethauses" über Jes. 64, 2. die rechte Einweihung bespricht, indem wir 1) der Gnade Gottes gedenken, die uns bis in dieses Gotteshaus führte, und 2) bedenken, was das Gotteshaus dem Israel, sein solle. Das Letztere zeigt er in seiner Bestimmung als Synagoge (Versammlungshaus) , Schule und Tempel (B. tefilla.) Die Deutung des letzten Theils des Textes S. 14. scheint uns gezwungen. — Neujahrs-Predigt von Traube, ifrael. Pred. Bühow, 1842. Predigt zum Andenken des hochsel. Großherzogs ff. von dems. ebendas. Der Vers, erweist durch hie und da vorkommende, treffliche Gedankenblitze und schwungrekche Sprache sein Talent; man vermißt aber noch die Befähigung, dem Ganzen einen übereinstimmenden Charakter und rechte Form zu geben. — Andächtige Erinnerungen an die Pflichten eines Israeliten hinsichtlich seiner Hoffnung, Freundschaft! und Dankbarkeit. Von Jacob S. Frey er, Oberrabbi in Raab. Wien, 1842. . Es. verdient gewiß alle Anerkennung, wenn Männer aus der altern theologischen Schule,, und in dm ausschließlichen Studien der rabbknischen Literatur ergrauend, dennoch nicht unterlassen, den Bedürfniffen der Zeit und ihrer Gemeinde angemessen , sich des deutschen Ausdrucks in einem feinem, höhern Grade befähigt zu machen, und ihre Vorträge also den gegenwärtigen Anforderungen anzupassen. Hier vor Allem werden wir Formfehler übersehen, die Schale ganz und gar vergessen, und nur auf den tüchtigen Kern , auf die Gesundheit und Kraft des Inhalts, der geboten wird, eingehen. Im vollen Maße haben wir dies auf die vorliegenden „andächt. Erinnerungen" anzuwenden. Der Vortrag über „Hoffnung" geschah ,ara d^pü und zeigt 1) daß wir zu. Gott hofferr - können, 2) solley; die „Freundschaft" am ‘‘VDt '•£: .1) wie Nächstenliebe und Freundschaft sollen geschätzt, festgehalten und ausgeübt werden, 2) wie Haß und Feindschaft zu erkennen und HU verachten seien; die „Dankbarkeit" am Vvwtt '«J, worin Peßach, Mazza und Maror symbolificend. gedeutet werden. Daß diese Vortrage mit einer Menge Schrift- und Talmudstellen ducchwebt sind, setzt der Kundige voraus. — Hauspostille zur Belehrung Wid Erbauung - für Israeliten voy Moritz Feit es, 7 Wi^n, 1842. Unter, diesem Titel wird uns eine Ersautttung ausgewühlter Abot-Stellen geboten. Der Vers. besitzt eine reiche Fülle des Gemüths, vielen Scharfsinn, Begeisterung für Humanität und echt religiöse Bildung,, auch die Gabe der Sprache, (obgleich hier mehr Korrektheit vorwalten sollte, Ausdrücke, wie, Krümmengewebe sS. 6s, Genußjäger sS. 30), Aufwärtsschwung sS. 37s und A. sollten vermieden werden.) Alles dieses, gehoben durch Erfahrung , Beobachtung, Bewußtsein der jetzt vorherrschenden sittlichen Mängel, erweist der Verf. im. vorliegenden Werke. Wir können es daher mit Grund empfehlen, z. B. zum Nachlesen am.Sabbatmittag. Aus-, zusetzen haben wir an diesem Wecke, , (was nicht oft zu tadeln vorkommt,) die Kürze.. Da es kein fortlaufender Kommentar zu den Pirke-Abot sein sollte,* sondern nur Betrachtungen zu einzelnen Sprüchen, so hätten, diese nicht so kurz,, sondern erschöpfender, vollständiger sein sollen. Paß die Sprüche dazu geeignet, sieht .man schon daraus, daß bei vielen wieder nur ein Theil zur Sprache kommt. Es hätten dann immerhin weniger Sprüche erklärt werden können. — Erfreulich ist es, hier wieder einen Arzt.unsrer Literatur Aufmerksamkeit schenken zu