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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-07 · Heft 1 (7.1.1843) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 1 (7.1.1843)
Date
1843-01-07
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 stattete.cauch im Ornate dem Gouverneur und Gymnasium-seine Besuche ab. Am folgenden Morgen wurde ein Gottesdienstfeierlich in. der großen Syn-. agoge. abgehalten, worauf er auf einem großen Schiffe, welches die Gemeinde für ihn gemiethet und prächtig ausgeschmückt hatte, begleitet von den vornehmsten Personen, den Dnepr hinauf nach Aleschky fuhr. Am 5. November kehrte er nach Cherson zurück, blieb über den Sabbat da, wo er ebenfowol weiter zu wirken suchte, wie man ihm von Seiten der Gemeinde die höchste Ehre erwies. Deutschland. , Dffenbach, 6. Dezember. (Didask.) Jüngsten Samstag gab der israelitische Sängerverein „Orpheus," der erst seit einigen Monaten besteht, eine öffentliche Produktion. Wir würden dies nicht berichten,. wenn wir es nicht als einen Beweis mehr vom steten Fortschreiten der Israeliten ansahen. Denn daß dieser Verein von israelitischen Jünglingen in's Leben gerufen wurde, zeigt, daß ihre Brust von der Liebe zum Schönen und Güten beseelt ist, zeigt, daß der Jude sich immer mehr der Zeit anzuschmiegen .und ihren Anforderungen zu genügen sucht, zeigt endlich, daß der Jude wenigstens sich selbst emanzipire, wenn ihm die Emanzipation vom Staate versagt wird. AusNassau, im Dezember. (Didask.) In Unserer lichtvollen Zeit, wo das Ausschließen des Menschen um seines Glaubens willen unter dem Einflüsse humaner Regierungen immer seltener wird, indem selbst in Rußland mittelst Anstellung eines deutschen Rabbiners zu mannichfachen Verbesserungen für die in 16 Gouvernements wohnenden Juden ernstlich geschritten wird, dürfte es Nicht unintereffant sein, zu erfahren, daß auch bei uns in letz- ' ter Zeit von Seite hoher Landesregierung ein gleiches Streben angeregt worden ist. Bereits ist für die jüdische Schule manche zweckmäßige Anordnung schon in's Leben getreten und mit der Fundirung eines Rabbinats mitten im Lande (wahrscheinlich in der..Lahngegend) ist man jetzt beschäftigt. Dieses hochwichtige Amt soll, dem Vernehmen nach, dem Rabbiner Dr. Wormser zu Schwalbach übertragen werden,, einem Manne^ dessen Namen als Gelehrter und Prediger in. unserm ' Lande. einen guten Klang hat und der bereits schon mehrere Jahre hindurch im Sprengel seines Vaters mit vieler. Umsicht und Gewissenhaftigkeit fungirt hat. Ist dem. so und. wird derselbe alsdann in seinem bisherigen Geiste zu lehren und zu schreiben fortfahren, so hoffen'wir, daß er nicht nur im Dienste der Synagoge für die Bildung seiner Glaubensgenossen, sondern auch im Dienste der Menschheit für das Reich der Wahrheit segensvoll wirken werde. Mainz, 20. Dezember. (Privatmitth.) Bei dem letzthin stattgehabten Festessen der aus Israeliten bestehenden Gesellschaft Ressource, dem bei seiner jährlichen Wiederkehr, der leider allzufrüh verstorbene ür. M. Creizenach als Ehrenmitglied häufig beiwohnte, ward der Verlust dieses mit seiner Vaterstadt Mainz in der.engsten geistigen Beziehung gestandenen edeln Mannes besonders schmerzlich. empfunden. Ein Jug end freund desselben, der diesen wehmüthigen Gefühlen Ausdruck verlieh.und Ln trefflichem Vortrage den edeln Heimgegangenen feierte, forderte am Schluffe die bewegte Versammlung auf, das Andenken des Verstorbenen, — der die hiesige Jugend aus den Chedar-Kerkern erlöste, in eine dem Lichte zugängliche Schule einführte und so in sittlicher wie in intellektueller Beziehung einen unberechenbar wohlthätigen Einfluß übte', der selbst, da er seinen hiesigen Wirkungskreis mit dem Frankfurts vertauscht hatte, doch immer bereit war , mit. Rath und That jedwederr Fortschritt des Allgemeinen wie des Einzelnen zu fördern und zu unterstützen,—- durch ein Denkmal zu feiern. Nicht durch ein prun-. kendes von Erz oder Stern, sondern durch , eine, dem Charakter und der Wirkungsweise des Seligen angemessene Stiftung zur Unterstützung der die Schulen besuchenden hülfsbedü.rftrgen Jugend. Dieser Vorschlag fand den entschiedensten Anklang; und. alsbald ward von der Gesellschaft die Stiftung der Art beschlossen, daß sie nicht Sache der Gesellschaft, als solcher, sondern aller, welche als Verehrer des gefeierten : Tobten und. Beförderer der guten Sache sich zu betheiligen wünschen , werden solle. — Nach den bereits, schriftlich zugesagten. Beiträgenzu urtheilen läßt sich, nicht zweifeln,, daß diese in ihren Folgen gewjß sehr wohlthätige, dem Heim- , gegangenen wie den Ueberlebenden gleichmäßig zur

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