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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-07 · Heft 1 (7.1.1843) · p. Seite 10

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 1 (7.1.1843)
Date
1843-01-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 sprach chu^chem M: bM Tone, der für dessen Fassungs.kraftmnY.Cu.lturzustand am angemessensten war.. AuchseineExcellenz der Militär - und..Civilgouverneur v.vNu Odessa .Lehrte ihn mit seinem Besuche und behandelte ihn, überhaupt mit . würdiger Leutseligkeit. Unter den vielen Beweisen der Hochachtung und Liebe, hie dem Gefeierten hier zu Theil wurden, will ich blos einen herausheben, der dem Zartsinn unserer Ddessaer zur Ehre gereicht und der zu einem edlen Wettstreit zwischen den Zungen und Alten Veranlassung gab. Die erwachsene Jugend, alle gewesene Zöglinge unserer Schule, beschlossen, sich vom Or. Lilienthal die Erlaubniß zu erbitten, sein Bild durch, einen Maler aufnehmen zu lassen, dieses Bildniß durch den Steinstich zu vervielfältigen, und den Erlös der zu verkaufenden Exemplare, der, bei der Begeisterung, die der Gefeierte bei Allen für sich erregte, nicht gering ausfallen könnte, zu wohltätigen Zwecken zu bestimmen. Zu gleicher Zeit faßte der Gemeindevorstand denselben Beschluß, ohne zu wissen, daß er dadurch mit der Zugend in Collission gerieth: denn keine der beiden Partheien wollte sich die Ehre dieses zartsinnigen Beweises der Hochachtung von ihrer Seite "streitig machen lassen. Dieser edle Wetteifer wurde dahin "entschieden, daß die Gemeinde Hrn. vr. Lilienthal im geistlichen Ornate malen ließ, der Jugend aber wurde der einnehmende, feine Weltmann gegönnt. — , Der Abschied des Hrn. Dr. Lilienthal von uns war tieferschütternd, und trug das Gepräge einer religiösen Feierlichkeit. Kurz vor seiner Abreise, die am 25. Octbr. um 4 Uhr Nachmittags Statt hatte, begaben sich die Notabeln unserer Gemeinde von einer zahllosen Menschenmenge begleitet, zu . ihm, und an Referenten-erging der ehrenvolle Auftrag, die von demselben abgefaßte Dankadresse im Namen der versammelten Gemeinde dem Gefeierten vorzutragen. Zn Bezug auf die in dieser Adresse berührten Punkte exwiederte Hr. vr. Lilienthal tiefgerührt einige herzliche Worte. Mit Thränen in den Augen schilderte er uns/ wie er einen geliebten Vater verließ, wie" er am Grabe' seiner Mutter zum letzten Male geweint, und sich den Umarmungen zärtlicher Geschwister entwunden, und in die Fremde ging, bloß in der freudigen Hoffnung, seinen Glaubensbrüdern hier nützlich werden zu können. Er, der fremde Jüngling, äußerte dieser bescheidLne Mann, stehe beschämt hier in unserer Mitte, von den vielen Beweisen der Liebe und Hochachtung, die Ihm hier zu Theil worden, und nur durch beharrliches. Streben zum allgemeinen Besten, hoffe. er, sich derselben immer würdiger zu machen.' Sehr erfreulich war es ihm zu vernehmen, daß die uns ertheilte Erlaubniß sein Bild abnehmen zu lassen, eine Quelle der Unterstützung für Arme wurde. Auf, die in erwähnter Adresse ausgesprochene Bitte, er möchte bei seiner.Rückreise von der. Krimm Odessa noch einmal berühren,' und noch einige Lage unter uns verweilen, erwiederte er, daß seine Mission eine zu heilige ist) als daß er über die ihm kostbare Zeit nach dem Verlangen seines Herzens disponiren könnte, und einige Tage, die er einer Gemeinde schenkte, wäre Verzögerung des großen Werkes, das Alle glücklich machen wird. Sollte ihm vergönnt sein, das große Ziel zu erringen, so hofft er einst mit mehr Muße und auf längere Zeit noch, einmal in unserer Mitte zu sein. Und wir hoffen es auch, ja diese Hoffnung ist schon beinahe zur Gewißheit geworden, denn einige Tage nach der Abreise des Herrn Dr. L. von hier beschloß unsere hochherzige Gemeinde ihn als Rabb iner und Prediger nach Odessa zu berufen. Der Akt, der .darüber ausgestellt wurde, ist schon mit mehr als 3lD Unterschriften versehen, und bis jetzt hörten wir von keiner.Opposition, die gegen diese heilsame Maßregel aufgetreten wäre. Wir sind, zu der Hoffnung berechtiget, daß Herr Dr. Lilienthal eine Berufung annehmen wird, die ihm einen so schönen Wirkungskreis eröffnet.— An Seine Hochwürden Herrn Dr. und Rabbiner M. L i l i e nt h a l von der Israelit. Gemeinde zu Odessa. Mit innigem Dank und lauter Freude. , vernahmen wir Ihr rastloses Streben zum Wohte unserer tiefgebeugten Glaubensgenossen in Rußland. Ihr. edler Eifer für die Förderung der Kultur untere im?, fern jüdischen Vaterlandsgenossen, Ihr wohlthatig.es Wirken,. eine geistige und. politische Wiedergeburt Israels unter uns herbeizuführen, hat schon, längst unsere Herzen .für. Sie, edler Mann, eingenömmen, und uns. mjt wahrer Bruderliebe und tiefem Dankgesühle erfüllt.. Ein freundliches. Gestirn.' aus einer:

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