Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1843)
- Date
- 1843-01-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 dies über tricht-DaS W«rk eines Einzigen sein, M«KM«Pten nach diesem Preise ringen, und so haben wir fcf#i Md-faid4n vor «Ns liegen, 'deren Werth, Charakter GSslküütz zü einüttder «sie ch'ier »Her betrachten wollen. Den Neigen eröffnet ein Meisterwerk, dessen Ruhm schon zu den fisten Besitzthümern Israels gerechnet wird: *n»san ■ TINH * ‘p'tl “^rB3 » D2prs n pp-c Zn 18 'Gesängen sollten die BegebenheLten des Auszuges Aegypten und des Zuges nach dem Berge Sinai besungen werden. Es fehlt aber Las Letzte Buch, drei Gesänge enthaltend , und reicht daher die Dichtung bis nach dein Thale Reptzidim (2 Mos. 17.) Um den Charakter dieses Gedichtes mit Kurzem ftstzustrllen, können wir sagen: daß «S eine poetische Paraphrase des 2 B. Mv-s. -von Kap. 1—17, ist, wozu nun noch vor-jedem Gesang «ine herrliche Hymne oder Ode kommt. Weder der Gaden der Begebenheiten, noch die Motive sind verändert, 'Alles ist getreulich der Schrift nacherzählt , nur daß die Erzählung dichterisch -gehabten, und den Personen Reden unterlegt sind/welche eine Fülle Asfer Empfindungen über die Thatsachen ausströmen. Dabei Ist dtr Charakter als poetische Paraphrase so sehr .ftfigehaltrn, daß möglichst die Ausdrücke der Schrift selbst rn dir poetische 'Ausführung eingekochten sind. Am be- ^eichnendsten und schlagendsten hierfür ist der Gesang am rothen Meere im dreizehnten Gesang, -Bl. xd S. 2 M sBnfteN Buche, wo dir Worte der zu einem Liede 4m 11 Seiten a-uSgrdehnt worden. Wir können daher LenInhalt folgendermaßen aufstellen : erster Gesang Paraphrase zu 2 Mos.sl, 7 —22; zweiter Gesang zu 2 Mos. 2, 1—10; dritter Gesang zu 2 Mos. 2, -^1—22; vierter Gesang, zu 2 Mos. 2, 23—25. Zweites Buch, fünfter Gesang M 2 Mos. 3, 1—4, .17; sechster Gesang zu 2.Mos. 4, 18—31; siebenter Gesang zu. 2 Mos. 5, d—-6, 1. Drittes Buch, achter Gesang zu 2 Mos. 6, 2—7, 7; neunter Gesang zu 2 Mos. 7, 8—'8, 41z zehnter Gesang zu 2 Mos. 8, 12—9, 7. Viertes Buch, elfter Gesang zu 2 Mos. 9, 8—10, 20; zwölfter Gesang zu 2 Mos. 10, 21—12, 36. Fünftes Buch, dreizehnter Gesang zu 2 Mos. 12, 37—15, 26; vierzehnter Gesang zu Mos. 15, 27—16, 36; fünfzehnter Gesang zu 2 Möf. 17, 1—?. ... ... <For.tfetzung folgt.) ■ Aett»«gÄ»achriHte«. Afrika. Aus Den Barbareskenstnaten. Ein vor Kurzem erschienenes Reisewerk: „En voyage dans les Etats barbaresques eii 1838, 1839 et 1840," enthält über den israelitischen Kultus in Den Barbareskenstaaten folgende Bemerkungen. „Von den drei Hauptkulten in den Barbareskenstaaten wird sicherlich keiner strenger beobachtet., als der israelitische. — Die Juden zu Algier haben nahe an zwanzig Synagogen, es ist aber keine darunter, die sich im Geringsten auszeichnete. Es sind niedrige Gemächer, zn welchen man meistens über Höfe und Treppen gelangt, die so unsauber sind, daß sie Gkel erregen. Einige gläserne Kronleuchter, an den Wänden befestigte Lampen, mit Matten, belegte Banke, und mitten im Gemache ein auf einer Estrade stehendes Pult, das sind die einzigen Ausstattungen dieser Betkapellen. Von der ebenerwahnlen Estrade herab singt ein Rabbiner in monotonen Kehllauten die dem Feste des Tages gewidmeten Psalmen ab, und alle Anwesenden wiederholen am Schluffe eines jeden Verses im Chor das Wort Amen. Trotz der großen Strenge, mit welcher die Juden aber den Vorschriften ihres Gesetzes nachleben, die vielen . Mißbräuche, die sich Dabei eingeschlichen haben, nicht ausgenommen., habe ich bei ihnen doch die Achtung ihrer Tempel nicht gefunden, welche die Muselmänner ihren Moscheen beweisen. Es findet., möchte ich sagen, bei Den Juden in ihrem Heiligthum durchaus kein Anstand statt; nicht bloß kleine Kinder, nein, auch größere Rangen treiben Unfug in der Synagoge, und -erwachsene Männer geniren sich nicht, dort laut mit einander gu plaudern. Was die Jüdinnen betrifft, so sind sie nach den Tribünen, Die oben um das Gemach laufen, wenn dies nämlich groß genug ist um deren zu haben, relegirt; -anderenfalls ist ihr Platz an der Thür ober -auf der Treppe.