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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-07 · Heft 1 (7.1.1843) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 1 (7.1.1843)
Date
1843-01-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ä Kauzelrednern an entfernten Orten gehalten wird, sondern die homiletische Kunst eine große, nach Verhältniß sehr große Anzahl von - tüchtigen Zündern gewann. Zweitens, daß sich überhaupt Ln den Erzeugnissen -der jüdischen Literatür -einfeineres ästhetisches -Gefühl,- mehr Takt und W ürde entwickelte, was hinwiederum derselben ein'größeres Publikum und ein gebildeteres Publikum verschaffte: — ÄlS praktische Zeugnisse für alles dies können wir die- Anstellung vieler jüngeren. auf Universitäten gebildeten Rabbinen ansehen. Aber auch :in bü rgerlich er Beziehung können die Fortschritte unsrer Glaubensgenosseuschaft nicht verkannt werden. So wie die sich immer mehr verbreitende und erstarkende allgemeine Bildung an und für sich eine immer regere Theilnahme an dem allgemeinen gesellschaftlichen, 'staatlichen Leben bedingt: so ist es namentlich eine Th'atsache, welche den gegenwärtigen Standpunkt in Helles Licht stellt, die, daß sich die Juden in allen Staaten, in welcher ihnen mehr oder weniger freie Theilnahme am bürgerlichen Leben zugestanden ist, als völlig in die Nation.'des Staates ausgenommen betrachten, und dem letztem - ihre Kräfte wie ihre Neigungen widmen; daß sie daher da, wo man ihre vermeintliche „Nationalität" erhalten zu wollen als Absicht aufstellte, mit Einstimmigkeit dagegen protestirtett. So giebt es nur noch Franzosen israelitischen Glaubens, Holländer, Engländer ifrael. Glaubens, so zeigten sich die Juden in Ungarn, nachdem ihnen bürgerliche Gleichstellung nur in Aussicht gestellt worden, für MagyareNthnm, magyarische Sprache begeistert, so wiesen sie in Preußen eine eigenthümliche Nationalität zurück. Wir haben eine eigenthümliche Religionslehre, wir besitzen ein eigenthümliches Religionsgcsetz, und diese wollen wir bewahren, diese sind uns nicht feil für irdischen Lohn: aber wir gehören dem Vaterlande integrirend an.--— Es ist insonders eine Frucht der letzten Jahre, daß dieses als scharf hervortretendes Bewußtsein in der Masse sich aussonderte. Dieses Bewußtwerden ihrer Stellung hatte aber eine andere, wohlthätige Folge, die nämlich, daß die Thatkraft in der Masse wieder erstarkte, um zur Besiegung von widerstehenden Hindernissen/ Gemeinsames zu unternehmen. Dies zeigte sich z. B. in der Damaskischeu Angelegenheit, in den Petitionen-der preußischen Gemeinden, in den gemeinschaftlichen Schritten der ungarischen Gemeinden beim Meichstage, so wie zur Aufhebung der Toleranztaxe ff. Daß dieses Moment in jeder Art ein höchst wichtiges,,nicht aus den Augen zu verlierendes, immer mehr zu belebendes ist, wodurch-allein Größeres zum Heile Jsrael's geschehen.könne, sieht ein .Jeder leicht ein.- - Hier ist es nun, wo die Frage eintritt: welche. Stellung nimmt -inmitten dieser Erscheinungen die^Allg. Zeit, des -Judeuthums ein 1 '■ ■—- — Die frühere, jüdische Journalistik hätte entschieden eine mehr individuelle. Mission. Wenn ded „Sammler" Kenntnisse und Geschmack in der Masse verbreiten, den Sinn dafür wecken wollte, wenn die übrigen hebr. Zeitschriften insonders' die jüdische Literatur und ihre Geschichte im Auge hatten, wenn „Sutamith" und „Jedidja" nur die Kulturfortschritte der Juden zu verfolgen und zumehren suchten : so war ihre Aufgabe eine einfache, bestimmte. Die Allg: Zeit, des Judenthums, indem sie einen großen Kampfplatz betrat, und mitten in gewaltige Strebungen sich versetzte, ist. allerdings fraglicherer Natur. Erklären wir uns hierüber deutlicher.. . (Schluß folgt.') & i t tt a t u t% I. : Die drei Mosaiden. So viele der Gotteshelden Israel im ganzen Verlaufe seines laugen geschichtlichen Lebens auch zählet: sie werden Allesammt überragt von Mosch eh. Es ist hier das Eigenthümliche, daß, während anderswo gus dem unbedeutendern Ursprung sich allmälig das Große entwickelt, der Hintermann auf die Schultern des Vordermanns tritt, und so höher erscheint, bis die Erscheinung endlich ihren Gipfelpunkt erreicht hat, von wannen sie wieder abnimmt und verrinnt, hier, in Israel, das Höchste und ' Erhabenste am Beginne steht, unübertroffen über alle folgenden Geschlechter schauend. Allerdings gehoben von der Großartigkeit, von dem Riesenhaften der Begebenheiten, in denen er handelnd auftritt, allerdings erhoben von dem Nimbus der Gottesoffenbarung, die sich durch ihn, und der er Bahn brach: ist es bei ihm doch noch ein Andres, . was ihn so hoch hinstellt in der Geschichte *)'.Unter dieser Rubrik werden wir literarische Gegenstände, unabhängig von den „literar. Nachrichten," abhattdeln. Die Redaktion.

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