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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-01-07 · Heft 1 (7.1.1843) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 1 (7.1.1843)
Date
1843-01-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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s Ler^). Ebenso Hatte jAraMreich in la reAeueratiou^ -Holland Ln den Jaarboeken, England in the hebrew Review feine jourualistifcheu Versuche;. So Wie Aber der -ysrw überhaupt die Idee einer periodischen Presse, mit Lew wesentliche« Zweck, das Neue in die vorhandene Gestalt des JudenLhnms zu senken -und beide Elemente zu vermitteln, Ln unser Gebiet einführte und schon darum ,denkwürdig bleibt;: -so. hat die „Allgemeine Zeitung des Zudenthums" diesen Gedanken zu vollenden begonnen , und der jüdisch - periodischen Presse ihren vollständigen Charakter geschaffen. Das schnelle und regelmäßige Erscheinen — selbst eine ganz neue Erscheinnng in der jüdischen Literaturdas Vorwiegen der Gegenwart, sowohl dir Hervorbringung der Nachrichten aus allen Welttheilen in OrigLnal-Corrrspondenz, als auch die Beurcheilung .der hervorragenden Ereignisse -in Aufsätzen, Tages-Controle, leitenden Artikeln, und dies nicht minder in literarischer Beziehung durch Bücherfchau, Recensionen, literarische Nachrichten, die umfassende Verfolgung aller Bestrebungen auf dem Gebiete der Politik, Theologie ff., die Schilderung der gegenwärtigen Zustände der Gemeinden, wobei dennoch auch so weit wie möglich Geschichte, Exegese, Linguistik nicht unberücksichtigt bleiben, endlich aüch die Bearbeitung deutsch-israelitischer Belletristik — die Vereinigung alles dessen in gefälliger, populairer Form gab der gedachten Zeitung das eigenthumliche, im Anfang überraschende, im Fortgang ausgebildete Gepräge. In wie weit die Zeitung nicht bloß äußerlich, sondern auch in innerem Werthe alles dies erreicht und verarbeitet habe, steht uns nicht zu, weiter zu beurtheilen. Zwei äußerliche Thatfachen sprechen für sie, zuerst, daß sie bald eine Reihe von Nachfolgern erhielt, die israel. Annalen, der Israelit des 19. Jahrhunderts, der Orient, die Archives israelites de France, die Voice of Jacob, andere, mit speziellen Tendenzen, ihre Form annahmen, die israel. Schulzettung, das Sabbathblatt; und dann, daß Inmitten dieser die A. Z. d. I. die Theilnahme des Publikums unvermindert sich erhielt, die weitest greifenden Verbindungen, die bedeutendsten Kräfte sich -bewahrte, ja, nicht bloß bei der Theorie stehen blieb, sondern auch praktisch in das Leben des Judenthums einzngreifen vermochte. Gewiß ist es, datz die A. Z. d. I. zur Anregung des frischen, bewegten Lebens, zur Wiederbelebung des Interesses Vieles beigetragen, nicht minder gewiß ist es. aber, daß sie selbst nur ein Ausfluß, ein Geschöpf.des rege' und wach gewordenen Lebens war, denn ohne einen Wehem Boden hätte sie Hei aller Bemühung «scht SP* Hrihen kpnnen. V5 , Zu den verflossenen sechs Jahryn hat, insonderS )da^ ^deutsche Judenthum bedeutende Fortschritte gemacht. Ze weniger sich in denselben in dex EmanzipMonSfache glänzende Resultate cheransstelltea : desto /intensiver war im Innern das Strebrn, das Erringen. Zn Her wissenschaftlichen Gestaltung des Judenthums sind wir unleugbar .bedeutend vorwärts gekommen, und yon der kindlichen Stufe der bloß literär-historischen Forschung zu? innern.philosophisch-theologischen Bearbeitung und Durchdringung geschritten'.). Zn Bezug auf unsere heiligen Schriften erstanden mehre neuere Uebersetzungeu, nachdem seit Mendelssohn hierin kein Schritt weiter gethan wurden war1 2 3 4 * 6), tuib nicht alleifl einzelne Bücher^), sondern awch die ganze h: Schrift wurde neuer, vom Standpunkt der Jetztzeit ausgehender, exegetischer Bearbeitungen unter, zogen*). Nicht weniger geschahen auch.wichtige Schritte in der Auffassung der talmudischen und Midrasch -Literatur!;' man kam von der vorurtheilsvollen, von vorn herein feindlichen Anschauung zurück, begann die talmudische Methode einer neuen Untersuchung zu unterwerfen *), upr das Material erfolgreicher zu durchdringeu°). — Hinsichtlich des K u l t n s ist nicht weniger'ein guter Erfolg gesichert worden. Fester als je wurde nicht, alleip das Bedürfniß, sondern auch die Ueberzeugung, daß mau Her liturgischen Veränderungen sich durchaus, nicht außerhalb selbst des talmudischen Zudenthums befindet, weithin dehnte sich der Kreis der Gemeinden aus, die hierin beim bloßen Willen nicht stehen bleiben. Das Wichtigste blieb aber hier, die gewissermaßen uuf diesem Boden stattfindende Versöhnung der orthodoxen und modernen Richtungen. — Gerade von hieraus läßt sich nun auch Zwiefaches bemerken. Erstens/ daß unsre Homiletik .einer viel-gediegeneren Entfaltung sich zu .erfreuen hatte, gerade darum, weil eine gute Predigt nicht mehr von einigen wenige« 1) Steinheim's Offenbarung; Formstecher'S Religion des Geistes; Hirsch' Neligionsphilosophie der Juden.' 2) Salomon's Übersetzung und die unter Zun;' Redaktion. 3) Z. B. Koheleth von Herzfeld. . 4) Unser Bibetwerk, das bereits bis 24 Liefer.. des ersten und 10 Liefer. des zweiten Bandes gediehen. , 5) Hirschfeld talmudische Auslegung; Maccoth; Geige r's Aufsätze. 6) Namentlich in Hirsch' Religionsphilofophie hat eine tüchtigere Bearbeitung der Midraschim begonnen.

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