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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-12-28 · Heft 104 (28.12.1839) · p. Seite 692

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 104 (28.12.1839)
Date
1839-12-28
Page
Seite 692 (sequence 8)
Language
German
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692 Des Kindes Leiche war stets Leiche nur, Nie zog der Athem in die zarte Brust, Und todtgeboren starb's, eh' es gelebt. Ich bin der Vater — Pater Martin. Seid vermahlt ihr denn? Gregoire. Wo es Unschuld'ger Leben gilt/ da muß Die Scham entweichen vor der eignen Schuld. Ein strenger Herr, der hier im Kreise steht. Hat uns versagt, gesetzlich uns zu einen, Doch naht die Zeit, die Glück und Freiheit bringt. Das tobte Kind, ich bracht's nach Dominik, Geweihter Erd' es heimlich einzusenken, Des Kirchhofs Wächter nahm den goldnen Preis. Am andern Morgen zeigt man mir das Grab, Wo ich, betrogen, mein Gebet verrichte. Doch durch den Wald von Lobzow kehr' ich heim, Da treff' ich auf des edlen Königs Jagd, Die ringsumstehet eines Kindes Leiche, In der ich, ach! mein todtes Kind erblicke — Pater Martin. Und jetzt erst bringt ihr diese Fabel her? Gregoire. Ich Hab' es gleich dem König hinterbracht, Doch der gebot, damit der ganze Trug Im Hellen Licht des Tags sei offenbart, 'Daß heut' ich erst den Richtern es verkünde. Ich mach' mich früh mit meinem Weibe auf. Zur rechten Zeit vor das Gericht zu kommen, Da überkommt die Schwäche ihren Leib, Und in die nächste Herberg' schaff' ich sie. Die Hand des Herrn hat uns hinein geführt. Ich treffe dort ein Weib und einen Mann, Die trinkend sich das' Zankwort nicht verspüren. Es spricht das Weib: „du feige Memme, du, Den schönen Lohn trägt Valentin davon. Nebst dem Verdienst, der Christen Feind zu tilgen!" - Der Mann erwiedert: Ja, ein falscher Schwur, Ist noch 'was anders, als des Kindes Leiche Zum Wald von Lobzow in der Nacht zu tragen." „Der Pater sagt, gen Ketzer gilt kein,Eid!" So meint das Weib, sie streiten hin und her. Entsetzensvoll hör' ich die Beiden an. Und in dem Mann erkenn' ich alsobald Den Kirchhofswachter von Sankt Dominik — (Zu Valentin) Meineidiger, sprich, bist trugvöll du erkauft? Valentin, (wirft sich nieder.) Verzeihung, Gnad', ich Hab' noch nicht geschworen! Gregoire. Doch wolltest du — Kastellan. So du die Wahrheit sprichst. Sei dir Verzeihung von mir zugest'chert — ' Valentin. Wir sind erkauft, das Geld hat uns geblendet. Da wir in Noch, in tiefer Noch geschmachtet — Ein Pater hat — Pater Martin. Wer ist der Pater, sprich — Valentin. Ich sag' nicht wer, doch hat er uns erkauft, Versprechend uns die ew'ge Seligkeit. (Pause. Gemurmel in der Menge.) Kastellan. Betroffen steh' ich vor dem' Rath des Herrn, Der uns gezogen von der Lüge Abgrund: Ihr könnet gehn, Betrogne, unbestraft. Doch soll des Königs Majestät entscheiden, Ob dieses Truges Spur sei zu verfolgen, Der Hkmmelsrichter wird sie ohnhin treffen — Ben-Himmel und Esterka — ihr seid frei! (Getümmel und Freudenruf. Ben-Himmel war aufgestanden, und droht zu sinken, Ben-Joseph stürzt vor und halt ihn. Esterka sinkt in die Knie, und hebt die Hände empor, dann tritt Ben-Joseph vor.) Ben-Joseph. Gott Israels, du wirkest fort und fort, Dein-Auge schaut auf uns von Ort zu Ort, Du machst zu Schanden unsrer Feinde Plan — Aufstrahlt dein Licht, und leuchtet unsrer Bahn. Der Vorhang fällt. Ende des dritten Aktes. Theologie. Ueber den Weinbau der alten Aegyptier. Aus dem großen Bibelwerke, Lief. 6. Die neuere Kritik hat knfonders sich an dem ersten Buche Mofis vielfach versucht. Sie hat dieses nicht nur als Zusammensetzung verschiedener Urkunden angesehen, sondern auch seine Abfassung in eine sehr spate Zeit versetzen wollen. Abgesehen von diesen Allgemeinheiten, deren Erörterung hier

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