Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 104 (28.12.1839)
- Date
- 1839-12-28
- Page
- Seite 691 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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691 und kostet im Subscn'ptionspreiS 'nur 1 Thlr. 8 Gr. oder 2 fi. rhl. Der nachherige Ladenpreis wird aber um die Hälfte erhöhet. Werden wir bei diesem Unternehmen durch zahlreiche Unterschriften unterstützt, so verherrlichen wir den Ehrentempel auch mit einem schönen und passenden Kupfer. Subscribenten-Sammlern geben wir auf 9 ein frei Exemplar oder dürfen immer das,10. Exemplar am baaren Gelde abziehcn. Da nicht mehr Exemplare gedruckt werden, als bestellt sind, so bitten wir die Subscription gefällig -zu beschleunigen und uns solche bald zu übersenden. — Die Bezahlung wird bei Empfang des Werkes geleistet." —. Bis zu Anfang nächsten Jahres erscheint in derselben Buchhandlung ein „israelitischer Almarach" vom Rabbinen Dr. S. Mayer. — - Tagrs-Controle. Etwas über die Oekonomie der israelitischen Gemeinden. Erster Artikel. Seitdem in den israelitischen Gemeinden ein Streben nach besserer Gestaltung des Kultus, nach Predigt und geordnetem und erleuchtetem Religionsunterrichte rege geworden, haben sich in den ökonomischen Verhältnissen vieler solcher Gemeinden, namentlich der mittleren, manche Schwierigkeiten erhoben. Die Steigerung der Bedürfnisse im Allgemeinen, die erhöhteren Forderungen an Lebensbequemlichkeiten und äußerem Erscheinen haben einerseits nothwendkg gemacht, auch die Gehalte der jüdischen Gemeindebeamten zu erhöhen, wahrend diese früher das mögliche Minimum betrugen; andrerseits haben sich zu den oben gegebenen Zwecken die Kosten des Kultus vermehrt, und neben den früheren Stellen ist die Kreirung neuerer, als Prediger, Religionslehrer, wenn diese nicht mit den früheren vereinigt werden konnten, unausbleiblich geworden. Sind nun die Lasten der Gemeinden angestiegen, so haben sich deren Hülfsmittel gar nicht vermehrt, ja eher vermindert, indem frühere Quellen, als Mizwot-Gelder, Nedarim rc. häufig bei weitem nicht mehr so reichlich stießen, und sich in den meisten Ländern noch lange nicht die Aussicht stellt, von außen. Unterstützung zu erlangen. Be! diesen Schwierigkeiten, ist es gewiß der Aufmerksamkeit würdig, einen Blick auf die Wege zu werfen, auf denen diese zu heben sind. Eine der bedeutendsten Hinderungen ist aber, und worauf die Gemeinden besonders aufmerksam gemacht werden müssen: die Anhäufung der Stellen bei den Gemeinden, und folglich die Zersplitterung ihrer Kräfte. Gerade im Gegensätze §u den Klagen, die sich oft in Staaten und Kommunen hörbar machen, über Akkumulation der Aemter und Benesizien auf einzelne Personen, laßt es sich bemerken, daß in den jüdischen Gemeindendie Aemter zu viel getrennt und gespalten, und für jeden kleinsten Posten besondere Personen angestellt werden. Dort will man einen guten Vorsänger, derselbe will aber>kein Schochet sein, der Schochet kein Schammesch, der Rabbine kein Prediger, beide wollen keinen Unterricht, und sess auch nur im Religionsfache, ertheklen, und ehe man sich's versieht, hat eine Gemeinde von 4—500 Seelen sechs bis sieben Beamte, die mit ihren Familien karglichst existiren und dennoch einen bedeutenden Etat aufzehren. Es müssen daher namentlich die Gemeinden in Zukunft darauf sehen, bei Vakanzen die Stellenzahl zu vereinfachen, und solche Personen zu gewinnen, die' bei regem Eifer und wahrhaftem Interesse sich den mehrfachen Bedürfnissen der Gemeinden ausschließlich widmen: Rabbine, Prediger und Religionslehrer in einer Person, Vorsänger und Schochet in einer Person, Schammesch für die Gemeinde und für die einzelnen Gesellschaften in einer Person. Auf diese Weise werden die Gehalte anständig erhöht, die Verrichtungen vereinfachen sich, die Lust und Liebe zu den Funktionen werden wachsen. Belletristik. E s t e r k a. Trauerspiel in fünf Akten. Dritter Akt. (Fortsetzung.) Zehnter Auftritt. Die Vorigen. Gregoire. (hat sich gewaltsam Raum gemacht, und stürzt in die Szene,) Greg oiret Halt ein! schwör" nicht! Herr, laßt sie schwören nicht, s' ist Gotteslästerung — schuldlos sind die Juden! Esterka. (springt auf.) Der ein'ge Gott, er sei gebenebeit! Gregoire. Seht, eitel Trug, ein fein gesponnenes Netz, Und Lüg' auf Lüg' in. Bosheit aufgethürmt.