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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-12-21 · Heft 103 (21.12.1839) · p. Seite 677

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 103 (21.12.1839)
Date
1839-12-21
Page
Seite 677 (sequence 9)
Language
German
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677 ,-Vor dem m.kn Sinn sich beuget, dem mein Gemüth sich Unterwerfet und dem ick treuer Knecht sein werde, wie es dem Hasmonäischcn Jüngling ziemt," erwiederte mit einer Knicbcugung gegen die Seite des Tempels, in liebenswürdiger Demuth der König. „Doch, fuhr er heiter fort, indem er das Wort an Malichus richtete, du scheinst, mir Nachrichten bringen zu wollen. Ich habe keine Geheimnisse vor meinem väterlichen Freunde Pappus; was es auch sei, heraus damit, Malichus." „Dachte ich mir's doch gleich, daß der Alte dem König eine Vorlesung gehalten und ein Gemälde vorgeführt, dessen Tinten mit pharisäischem Pinsel aufgetragen worden." „Junger Mann, nenne sie wie du willst — es ist die Farbe der Wahrheit. Ich traue deiner Kühnheit und deiner Liebe zum Könige viel zu, aber ihr alle seid vom griechischen Leichtsinn angestcckt, das Vaterland ist euch zu fremd geworden, seine Thaler sind euch zu eng, und seine Berge zu niedrig. In unzähligen Täuschungen seid ihr befangen, schwindelt von Zweifel zu Zweifel, — eure Phantasie, von den leichtfertigen Dichtungen und kindischen Fabeleien der Heiden überspannt, euer Verstand, von dem Wüste i-hrer Weltweisheit verschroben, erkennen die einfache Wahrheit nicht, und suchen auf krummen Wegen, was der freie Blick der verachteten Alten leicht findet. Indessen brechen Millionen Herzen im Tode und nur die Hoffnung vermag sie zu trösten, der Hauch der Allmacht werde für schönere Welten ihren verwehten Staub sammeln und erwärmen. — Ich entferne mich gern, und erwarte nur deine Befehle noch, mein König." „Gut, mein Pappus, redete ihn der König an, deine Sorge sei, das Volk nur zu überzeugen, daß der Parther ohne meine Einladung kam." „Das geht jetzt nicht, — ich kenne meine Landsleute; so stürzen sie über ihn her und er ist morgen Freund des Herodes. Ich werde offen mit den Heerführern sprechen, das Heer selbst aber so entfernt wie möglich von den Parthern halten, dem Volke laß du auf offenem Markte bekannt machen, daß, da judaische Tapferkeit und Treue schon Stadt und Land in deine Gewalt gebracht, die Bundesgeuoffen nach kurzer Rast abziehen werden." „So recht, mein Pappus. Dann aber schließe die Burg immer enger ein, daß wir die Jdumaer mit demHohenpriester, meinem Oheim, in unsre Gewalt bekommen, — so bald als möglich, ehe Pacorus durch Unterhandlungen uns zuvorkommt." Das ist jetzt zu spät, . königlicher Herr, siel Malichus ein, und hier kommt meine Botschaft. Die Burg ist übergeben, ganz Jerusalem ist dein, Phäsael und den Hohenpriester hat der Parther durch listige Ueberredung und unter dem Scheine der Vermittlung, zu sich gelockt, Herodes ist entwichen, und wie es heißt, auf der Flucht nach Arabien. „So stehen wir. auf einem Vulkane und Gott weiß, wenn wir sicher uns unsrer Erfolge freuen werden, sprach Pappus. Malichus, das hätte nicht geschehen müssen! setzte er ernst hinzu. Dieser verstummte. Dann sprach er hastige Immer voller Zweifel und Sorge, Pappus! Laß ihn fliehen zu den Arabern -— der wird ihn wahrlich nicht nach Jerusalem zurückführen, was gilt's, er laßt ihn von der Grenze abweisen. „So geht er weiter und fleht Rom um Hülfe." „Warum nicht zu den Teutonen!" „Ich kenne Herodes und die Energie seines Geistes, die er zum Verderben Iudäa's benutzt. — Jetzt weiß ich nur einen Rath, mein König, du kaufst rasch den Parther ab und läßt ihn ziehen, fertigst schnell eine Gesandtschaft nach Nom ab, aber eine Gesandtschaft alter Judaer, mein König. 'Dort ist. Alles im Bürgerkrieg begriffen, wir suchen die Freundschaft des Octavian. Während der Zeit befestigst du deine Herrschaft, gewinnst die Liebe des Volkes immer mehr, zeigest dich deiner Ahnen würdig, ehrst den Gott deiner -Vater im Tempel und kn der Volksversammlung und wahrlich, es wird uns Hülfe von oben werden, ohne daß wir weiter der Fremden bedürfen. Judäa wird wieder erstehen, die Einigkeit unter uns heimisch werden und die Völker werden Achtung vor unsrer Verfassung gewinnen, wie sie unsre Tapferkeit zu ehren schon langst gezwungen sind." Nimmermehr, Pappus, erwiederte zornglühend der König , nimmer werde ich um Gnade betteln bei den Römern, mögen Andere vor ihnen im Staube kriechen, ich will Rom trotzen, Pappus, und sollte ich und mein Volk untergehett. Wahrlich, so meint's Judäa auch. „Wahr, mein König, eher würden wir die heilige Stadt als Opfer der Freiheit in Rauch aufgehen lassen, als uns durch Feigheit entehren, aber du mögest dir nurdiesen Idumäer abwehren und ec ist alles durch Rom, du sollst nur dieses überzeugen, daß der Wille der Nation für dich ist und die Römer werden froh sein, sich des Herodes entledigen zu können." — Eilig stürzte jetzt ein Bote herbei: „Lachisch brennt, mein König, die Parther sind mit einer Cohortc Galiläer in Streit gerathen!" Pappus entfernte sich rasch. Der König begab sich mit Malichus nach dem Altan. „ (Fortsetzung folgt.) 103

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