Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 102 (14.12.1839)
- Date
- 1839-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Literaturgeschichte. Biographische Notizen von jüdischen belehrten und Künstlern, von Dr. Carmol Y zu Brüssel. (Fortsetzung.) - 16. Jose (Antonio) ein portugiesischer dramatischer Schriftsteller, auf Befehl der Inquisition beim letzten Auto da fe im Jahr 1745 verbrannt. Wir besitzen zwei Sammlungen seiner Werke, ohne den Namen des Verfassers. Lissabon in den Jahren 1746 und 1787, 2 Y. 8. Ein portugiesischer Dichter hat in einem seiner Gedichte, welches sich durch kühne Ideen auszeichnet, einige Blumen auf das Grab dieses Opfers der Inquisition geworfen. Nachdem derselbe einige Betrachtungen über mehre andere Unschuldige gemacht, welche eben so schändlich von jenem fanatischen Tribunale hingeopfert wurden, eben so grausam, als es diejenigen waren, die auf den Maren von Mexico und Peru bluteten, ruft der Dichter aus: ä'Antonio lose äoee & facelo; un que forles o primeiro que juzaste/, Com mais regülas dono a scena luzza;' 0 pove de Lisboa mais sens,ovel; Foc ffo theatro nos teus jococos detos no*) Procio a voz de kiumandade; Q.ue infame hovrenda pompa5 que fogueira: te vejo preparada. 17. Fiorentim (Salomon) ein berühmter Elcgiendichter aus Florenz, Verfasser eines sehr schönen Gedichtes über die Unsterblichkeit der Seele, so wie. mehre andere Gedichte. Seine Verse werden in der italienischen Literatur als classisch betrachtet. Er starb vor ungefähr 20 Jahren in seiner Geburtsstadt. Die Academie von Florenz hat ihn zu ihrem Mitgliede ernannt. 18. Bolaffi (Mcchel) ein florentknkfcher Dichter. Er hat in italienischen Versen das berühmte hebräische Gedicht Der Prozio ist jener Platz in Lissabon, wo die Auto da fees stattfanden. des Salomon ben Gabirol unter dem Titel Keter Malchut übersetzt. Jtaliänisch bekannt unter dem Namen; , Teodia o sia inno Filosofico a Dio odi semilibere, Livorno 1809. 6; des stories d l’Abbe' DelJile sur i’immortalite & 1 a Henriade de Voltaire. 19. Davids (Leonardus) Arzt zu Rotterdam, war der der erste, welcher in Holland die Kuhpockenimpfung einführte. Er war Mitglied und Begründer zweier philanthropischen Gesellschaften für die Vacceration der Juden. Er starb 48 Jahr alt in seiner Geburtsstadt im März 1820. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Anpkr oder die Schrift und die Tradition.. Ein fortlaufender Commentar zum Pentateuch, oder den fünf Büchern des göttlichen Gesetzes, in welchem die Deutungen der alten Tradition durch eine grammatische und historische Analyse des heiligen Textes bestätigt werden und zugleich die wunderbare Uebereinstimmung der Tradition und der Schrift durch eine genaue Exegese, mit Berücksichtigung der neuesten Forschungen, nachgewiesen wird von I. Z. Mecklenburg, Rabbine zu Königsberg. Leipzig bei Fritzsche 1839. (XVIII u. 372. in 8.) Mit einem freudigen Willkommen haben wir das hier an? gezeigte Buch bei seinem Erscheinen begrüßt; und zwar hat uns ein Zwiefaches dazu bewogen. N Einerseits nämlich war cs uns sehr erfreulich unter der unermeßlichen Fluth gehaltloser, unwissenschaftlicher Machwerke, mir denen das Judenthum überschüttet wird und wodurch seine, ohnedies so sparsam zugemeffenen, Kräfte ausgesaugt werden, endlich wieder einmal ein des behandelten Gegenstandes in jeder Beziehung würdiges Werk auftauchen zu sehen, das sich wissenschaftlich mit der Erledigung einer Frage beschäftigte, und wodurch zugleich die Lebenskraft einer, wie es schien, im Judenthum ganz erstorbener, Fähigkeit und Lhätigkeit — ich meine die der Bibele.regcse — bekundet wurde. Denn cs' ist eine eben so befremdliche und unläugbare, als unangenehme Erscheinung, daß unter den fast unzählbaren Manifestationen jüdischer Lcbensthatigkeit u.nd nationalen Forschungsgeistes gerade das Gebier, denen Anbau zu den wichtigsten Aufgaben des Judentbums gehört, in der Neuzeit so oft und so lange brach geblieben: Predigten, Religionsbüchcr, ErbauungS- und andere derartige Schriften haben wir feit einem Vierteljahr- Hundert — leider viel zu viele erhalten. Exegetische Arbeiten aber lum von andern eben nicht allzusehr cultivirten Wiffcnsfeldern zu schweigen) hat uns derselbe Zeitraum nur sehr wenig geliefert: Wolfs, schon seit 17 Jahren erschienener, Habakuk, Arnheim's vor einigen Jahren veröffentlichter Hiob, und in neuester Zeit die