Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 101 (7.12.1839)
- Date
- 1839-12-07
- Page
- Seite 639 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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659 „mit unsäglichen Schw'erigkelten verbunden sein, und das „Gesetz den gehofften, wohlthatigm Einfluß nicht gewahren. „Die Ständetafel bleibt also bei ihrer.frühem Ansicht." — Was wir fernerhin für die Israeliten Ungarns zu wünschen haben, sind strenge Gesetze. Noch sind unsere Schulen, außer den bekannten Ausnahmen, auf der untersten Stufe. Die Targumim machen ihren ganzen Inhalt aus. Noch werden die Tobten einige wenige Stunden nach ihrem Ableben in die Erde gescharrt Noch gehen Rabbinatswahlen meist von Metzgern und Gerbern aus. Möchten diese Punkte ein Gegenstand der Berücksichtigung werden. Preßburg, 16. November. (Privatmitth.) So gerne auch Derjenige, der seinem Berufe und seinen Berufspflichten lebe, jede Polemik abweist, um friedlich und ungestört seine Bahn zu verfolgen, und das vorgeftcckte Ziel zu erstreben, so unvermeidlich ist es gleichwol zuweilen, daß man sich, hier eine böswillig verbreitete Lüge zu widerlegen, dort einen verzeihlichen Irrthum öffentlich zu berichtigen, berufen fühlt. In Journalen zumal haben diese Entgegnungen. und Berichtigungen, denen die allgem. Zeitung des Juden, thums, welche ihren wohlbegründeten Ruf als unpartheiisches Organ jüdischer Interessen mit Einsicht und Redlichkeit zu bewahren weiß, nie ihre Spalten verschloß, ein ganz besonderes Interesse. Da dieselben nämlich auch in Kreisen gelesen werden, wo man die einseitig besprochenen, gleichviel ob getobten oder getadelten. Zustande und Verhältnisse aus persönlicher Anschauung genau und bis auf die kleinsten Einzelnheiten kennt; so fangt ein nicht kleiner Theil des Publikums, der die Redaktion von ihren Correspondenten noch nicht recht zu unterscheiden versteht, sogleich an, der Erstem das, wirkliche oder vermeintliche, Unrecht Letzterer anzurechnen. Ich habe daher alle Zuversicht, daß es Ihnen angenehm sein wird, den Bericht des Herrn Senior's und Katecheten in Arad über die israelitische Schule daselbst durch die Angabe folgender Thatsachen zu vervollständigen, undvielen Ihrer ungarischen Leser etwas verständlicher zu machen. Unverständlich ist es nämlich, wenn der H. S. und K. in seinem Referate (No. 96 dieser Blatter) sagt, die Araber isr. Schule sei die erste und einzige, welche von Sr. Apostolischen Majestät in die Reihe aller reguläre«:, und öffentlichen Lehranstalten erhoben worden, während die Preßburger Primärschule nicht mehr als daS allergnädigste Privilegium erhalten konnte. Wir bedauern sehr, daß H. Skreinka, der sich sonst in einer allzugroßen Umständlichkeit zu gefallen scheint, diesen Gegensatz nicht näher erklärte. In der'unbedingten königlichen Kreirung unserer Primärschule vom 16. Februar 1830 Z. 3635 heißt es ausdrücklich, daß dieses Institut in die Kategorie dev öffentlichen Institute erhoben sei; darum haben ja auch die Zeugnisse der Primarschule bei allen Lehranstalten und Behörden der ganzen österreichischen Monarchie ganz dieselbe Geltung, wie die einer jeden Hauptschule. Worin besteht also der Unterschied zwischen der Araber Erhebung und dem Preßburger Privilegium? Wenn die Araber Schule äußerlich besser begründet ist, — denn innerlich hat auch die hiesige Primarschule in ihrer zweckmäßigen Einrichtung und Verwaltung die Garantie ihrer Existenz bis auf die fernsten Zeiten, — so liegt dies einzig und allein in dem Umstande, daß dort die Schule als Gemeinoesache, hier als Sache ein s Privarvereins gegründet wurde, da unser s.lige Rabbine sich der Gründung dieser Schule aus allen Kräften widersetzen zu müssen glaubte, wahrend der unermüdete Rabbine Chorin die Schulangelegenheit vor, bei und nach Grünoung derselben mit allem Eifer betrieb. Und — wahrend der Herr Senior die Hicschel'sche Großmuth in allen Zeitungen verkündet, erwähnt er das Wirken jenes braven, um seine Gemeinde so hoch verdienten Geistlichen mit keiner Sylbe! Herr Referent hält sich gewiß an das *12352 *>2"i aber — est modus in rebus! Es ist ferner unrichtig, wenn es in dem genannten Berichte von dem steten Wechsel der Lehrer an unserer Schule die Rede ist. Familienverhaltnisse und geschwächte Gesundheit haben in den letzten Jahren drei Individuen zum Austritt aus dem Lehramte veranlaßt; übrigens füllen auch die Lehrer Wehli und Basch ihre Posten gehörig aus, und zeigen sich in jedem Semester des Vertrauens würdiger, dessen auch sie sich zu erfreuen haben. Die letzten, in diesen Blättern von Ihrem Wiener Korrespondenten bereits erwähnten Prüfungen haben die schönen Fortschritte dieser Anstalt, deren Gründer und Beförderer -wahrlich einen Riefen- . kampf zu bestehen hatten, bewiesen. Ist aber von dem öffentlichen Credit einer Lehranstalt die Rede, so ist es ja allgemein bekannt, daß alle isr. Schulen in Ungarn der Preßburger Primärschule nachgebkldet sind. Der Rabbine Chorin bat sich im Januar 1833 von unfern Vorstehern einige Punkte unserer Statuten aus, abgesehen davon, daß der Herr Senior", der sich an unserer Schule zum öffentlichen Lehrer bildete, unsere Statuten bei der ganzen Regulirung der Araber Schule benutzte, was er wol gelegenheitlich hätte erwähnen können. Die Neufatzer Gemeinde bat sich unsere Statuten im Jahre 1835 aus, nachdem dies schon früher die Altofner und Kanischaner gethan hatte. Der Pesther Gemeindevorstand spricht in einem Schreiben vom 25. December 1833 seinen Dank für die Zusendung der erbetnen Statuten aus, hinzufügend, daß er dieselben als Leitfaden bei Regulirung der dortigen Schule nehmen werde. Und — schlüßlich nur noch die eine Frage ist es denn nothwendig, das Eine Institut herabzusetzen, wenn man das Andere lobt, und den Einen, -auf die Unkosten eines Andern, vielleicht würdigem, zu preisen, und in den Himmel zu erheben? — Lassen wir das kleinliche Rivalisiren, reichen wir uns brüderlich die Hand, um veremt in allen Gemeinden, diejenigen Verbesserungen des Schulwesens herbeizuführen, deren dasselbe noch in mancher Beziehung bedarf, und vergessen wir nie das große Wort des großen Lehrers 22 b3 irp vs IöTOt» rn Sincerus. * Deutschland. . Eßlingen, (im Königreich Würtemberg), 18. Nov. (Privatmitth.) Schon fett fast 5 Jahren ist von dem königl. Ministerium die Einrichtung getroffen worden, daß den isr. Zöglingen des hiesigen königl. Haupt-Schullehrec- SeminarS durch den Lehrer der' ifr. Musterfchule dahier in