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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-30 · Heft 100 (30.11.1839) · p. Seite 634

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 100 (30.11.1839)
Date
1839-11-30
Page
Seite 634 (sequence 14)
Language
German
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654 ter den akademischen Studien folgen konnte, in welchem di? jungen Leute noch die unteren Klassen der lateinischen Schule ffrequentiren. Er war erst eilf Jahre alt, als er den Vorlesungen ber alten Literatur des Professor Wyttcnbach, an der Akademie zu Amsterdam, wo seine Eltern sich niedergelaffen hatten, beiwohnte, und wurde durch die Zeitungen als ein Beispiel frühreifer Gelehrsamkeit belobt. Ec studirte darauf die Rechtswissenschaft unter dem Professor Eras, und vertheidigte 1796 unter den Aufpicien dieses vortrefflichen Lehrers eine Dissertation, welche zum Titel hat: (Disputalio juvidica sistens dubia de doctrina Payniij posteros ei inajorum pactis non teneri. Kurze Zeit darauf reiste er nach Leyden, um die akademischen Grade in der Rechtswissenschaft zu erlangen. Nach Amsterdam zurückgekehrt, ließ er sich daselbst, nach eben vollendetem sechszehnten Jahre, als Advokat nieder. 1803 reihete er sich unter die Concurrenten, welche sich um den von der Akademie der Wissenschaften von Berlin festgestellten Preis bewarben, über die Frage: „die moralische Schatzung , einer Handlung, kann sie in Betracht gezogen werden, wenn cs sich darum handelt, ein Strafgesetz festzustellcn? und im Falle dev» Bejahung, bis zu welchem Grade kann sie Einfluß gewinnen?" Das von Meyer eingesandte Memoire war zu spat angekommen, und da es folglich nicht in den Conkurs kommen konnte, so erhielt es doch eine ehrenvolle Erwähnung in dem Programm dieser Gesellschaft. Es wurde später zu Amsterdam veröffentlicht (1804). Meyer war 1808 glücklicher: die ger lehrte Gesellschaft zu Nismes krönte sein Memoire über die Frage: „festzustellen den Fundamental »Grundsatz des Zinses, die zufälligen Ursachen seiner Schwankungen und seine Bezüge mit der Moral." Dieses durch den Styl wie durch eine gedrängte Logik merkwürdige Memoire wurde in Amsterdam (1809) besonders gedruckt, und verschaffte ihm den Titel eines Mitgliedes jener Akademie. Der König von Holland, Beschützer der Wissenschaften, wußte die ausgezeichneten Talente unsers Meyer anzuwenden, und ernannte ihn 1808 zum Mitglied des Instituts und lzum Director der Staatszeitung. Als Mitglied des Centralconsistoriums der Israeliten von Amsterdam (1809) leistete er dieser Gemeinde wesentlich». Dienste. Unter der französischen Herrschaft wurde Meyer 1811 zum Jnsiruktionsrichter des Tribunals Iter Instanz zu Amsterdam und zum Mitgliede des General-Conseils des Departements ernannt. Er beschrankte sich nicht, die schon zu mühevollen Functionen dieses Doppelpostens auszufüllen; er wußte noch die Zeit zu finden, ein herrliches Werk zu verfassen, das 1813 in Amsterdam und in Paris erschien, unb den Titel führt: Principes des questinns transitoires. Diese Abhandlung war französisch geschrieben, wie die beiden vorhergehenden, sein Styl ist im Allgemeinen klar, gedrängt und gleichmäßig. Meyer, ein eben so guter Patriot als trefflicher Schriftsteller und geschickter Rechtsanwalt, weigerte sich nicht, als die französischen Autoritäten 1813 Amsterdam verlassen hatten, an der provisorischen Verwaltung dieser Stadt Theil zu nehmen, die sich zur Erhaltung der Ordnung und Ruhe gebildet hatte. Die Dienste, welche er hier leistete, brachten ihn in die Zahl der Notabeln, die 1814 berufen wurden, das Staatsgrundgcsetz der vereinigten Provinzen zu votiren. Ec war einer der vorzüglichsten Verfasser, der „Briefe einiger Rechtsgelehrten über die nächste Gesetzgebung" welche zu Leyden in demselben Jahre in holländischer Sprache erschienen. 1815 zum Sekcetair der Commission ernannt, die mit der Redactkon eines Entwurfs des Grundgesetzes für das, Königreich der- Niederlande beauftragt war, wurde er außerdem in die erste Ernennung von Rittern des belgischen Löwenordens gezogen, und präsidirte im folgenden Jahre (1816) der ersten öffentlichen Versammlung des königlichen Instituts der Niederlande. Auf sein Verlangen erhielt er 1817 seine ehrenvolle Entlassung von der Stelle eines Jnstruktkonsrichters, und widmete sich wieder advokatorischen Arbeite.». Im Jahre 1827 wurde ec zum Mitgliede der Commission ernannt, die den besten Plan, eine allgemeine Geschichte der Niederlande zu schreiben, ' prüfen sollte. Er starb zu Amsterdam am 6. Dezember 1834 und hinterließ außer den früher erwähnten Schriften: Mmoire sur ia necessite d’une haute-cour provisoire, Haag 1817, holländisch und französisch; „Geist, Ursprung und Fortschritte der gerichtlichen Institutionen," ein Werk, dessen Verdienst anerkannt ist, in sechs Octavbänden. Man verdankt ihm noch eine „Abhandlung über die holländischen Monatsnamen" unter die Abhandlungen des. Instituts der Niederlande 1l. Kl. I. B. „Beobachtungen über die Regel) welche feststellt, daß jeder Mensch für unschuldig oder tu-- gendhaft erachtet wird bis zum Gegenbeweise," abgedruckt in der Mnemosyne, die in Leyden von den Herren Tyde» mann und Van . Kämpen herausgegeben wurde. Meyer war Mitglied der Akademie von Brüssel und korrespondirendes von der .von Göttkngen, rc. (Fortsetzung folgt.).

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