Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 99 (23.11.1839)
- Date
- 1839-11-23
- Page
- Seite 613 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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613 Pan. So ist es recht, auch du, Jackol, auch du Mußt in die Flamme, Jud', fein Jude lebe! lJackol stürzt ab, der Pan nach.) Der Vorhang fällt nieder. Dritter Akt. Personen: Die im vorigen Akte Jakob von Melchtin, Kanzler. Der Kastellan von Krakau. Der Erzbischof von Gnesen. Valentin, Organist zu Wola. Katherine, seine Frau. Volk. Soldaten. Juden. Erster Auftritt. Zimmer im Schlosse zu Krakau. Ben-Joseph (kommt von der rechten Seite.) In diesem Zimmer soll ich sie "erwarten. Ich soll sie Wiedersehn — an diesem Ort — 's ist eine schlimme Zeit, wenn in den Schlössern Der Könige ein Jude zu vermehren. Dahin gehört ihr nicht, vom Hause Jakobs, Der ein'ge Gott wohnt Ln Palästen nicht, In niedren Hütten hat er seinen Sitz, Wo rings das Elend schaut durch die Risse. Wohl dem, der friedlich da verweilen kann! Doch Muth — es gilt — erst mit dem Herzen sei, . Das in der Brust vielpulsig rastlos schlägt, Aufs Reine — dann — zurück in's stürmische, Jn's brandungsreiche Leben — da gerettet, Was sich noch retten läßt für unser Volk. Zweiter Auftritt. Ben-Joseph. Esterka (tritt zur Linken ein, prächtig geschmückt, doch in jüdischer Nationaltracht.) Ben-Joseph. Ben-Himmels Tochter, seh' ich so dich wieder! Esterka. Ben-Joseph, sei willkommen. Ben-Joseph. Rach zweien Jahren, die ich durchgestrebt, Im dritten vielbewegten Sonnenlauf, Seh' ich dies Antlitz meiner Sehnsucht wieder. - Esterka. Ich bin erfreut — Ben - Joseph. Ich dacht' es mir so schön. Es war der Trost auf meiner Pilgerschast, Mich ekngetreten in Ben-Himmels Hütte An einem schönen Frühlingstag zu sehn. Es half die Last auf meinem Pfad mich trage«, Es hauchte Kühlung in der Gluch mir zu. Es wärmte mich im Eisesfeld des Winters: Wenn ich sv träte vor Eu'r Angesicht, Und legte ab der Mühen Last wie Segen. — Esterka. O warum warst du fern, Ben-Joseph? Anders Wär' es gekommen — warum kamst du nicht. Als ich dich rief, wohl oft im Lauf des Tages, Und deinen Namen in die Lüfte hauchte? Nicht mein Werk ist's — ach, des Geschickes Gang, Deseisernen, das schreitet über uns. Nun mit dem Kerker ward die Hütt' vertauscht. Hat sich der Kerker in dies Schloß verwandelt! Ben-Joseph. Gebiete du zu kommen und zu gehen, Wenn eine höh're Macht uns zu gebieten. Ich fühl's, Esterka, fühl's mit innerm Schauer. Ja, dem unband'gen Streben wird sein Preis. Nicht in die väterliche Hütte war's. In des gemeinen Lebens Kreis gefesselt. Für Israel, das schwindende, zu ringen. Es aus der Tiefe der Gesunkenheit Emporzuheben zu dem Licht der Welt, Es selbst als Knecht mit neuem Glanz zu kleiden, — Darüber bricht mein eignes Leben nun — , Esterka. O daß ich Dich zu trösten doch vermöchte! > (Pause.) Ben-Joseph. Die Stunde des Gerichtes naht, Esterka. Dein Loos entscheidet sich, und mit ihm fallt Das Loos von Millionen — bist Du stark. Fühlst Du dich kräftig, vor sie hmzutreten. Und mit dem Wort, das Dir die Unschuld leiht. Der Bosheit Lüge in ihr Ohr zu donnern? . Esterka. Gott wird mir helfen — und der König wacht. Und Du bist nah, Ben-Joseph, mir zur Stütze. Ben-Joseph. Und wenn mit Gott das Urtheil ist gefällt. Und frei gesprochen Du den Hof verläßt, Und frei der Pfad für Dich sich wieder öffnet: Esterka, sprich, beim ein'gen Gott, sag an, Wird zu der Hütte in der Waldes Oede, 99 *