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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-23 · Heft 99 (23.11.1839) · p. Seite 611

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 99 (23.11.1839)
Date
1839-11-23
Page
Seite 611 (sequence 7)
Language
German
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<m jubeln und dies halboffkcielle Gestandniß frohlockend Ln unser Arsenal zu bringen — aber, aber: der Offenbarungsglaube allein rhut's nicht, Herr Senator! Wir haben in manchen östlichen Gegenden große Massen von Juden, die bis an den Hals voll gepfropft sind mit dem Glauben an die Offenbarung und an die Tradition, und an die Tradition von der Tradition, und mit deren Sittlichkeit und Nüchternheit es doch nicht zum Besten bestellt ist. Nein, Herr Senator, ein Bischen gute Erziehung, ein Bischen gute Volksschule, ein Bischen Gewerbthatigkeit und — ein Bischen Wohlstand gehörten auch dazu (wie Agar ben Jakeh zugkebt). Wenn Sie daher in Ihrem Senat Gelegenheit haben sollten, für die bessere bürgerliche Stellung Ihrer Juden etwas zu thun, so versäumen Sie es ja nicht, es wäre das eine Offenbarung der Humanität, die ganz gewiß auch für die Sittlichkeit gute Früchte tragen würde. Belletristik. C 8 t r r l; a. Trauerspiel in fünf Akten. Zweiter Akt. (Fortsetzung.) Eilfter Auftritt. Schloß Wola. Saal, im Hintergründe offne Flügclthüren, die in den Speise- und Gelagsaal führen. Mitten im Saale steht ein großer Kredenztisch mit Weinflaschen, Bechern und silbernen Humpen. Pan von Wola, Nosny, Lubomirz, Pater Martin und andere Herren kommen aus dem innern Saale. Im Hintergründe Jäckel mit Dienern. Pan. So, meine Herren, sind wir unter uns. Die Damen haben ihren Theil genug. Jetzt laßt uns hier dem Gotte Bacchus opfern. Pater Martin. Herr Pan> dem Bacchus hat's noch nicht gefehlt, Bergeßt nur nicht, weshalb wir hergekommen. Pan. Ei wohl, ihr Herren von der Glatze, laßt Euch dies nicht kümmern, wir vergessen Nichts, Und Polen trinken vor wie nach dem Rathe. Drum eingefchenkt und dann ein Lebehoch! (Jäckel und einige Diener schenken die Becher und Humpen voll.)' Rosny. Ich bringe diesen Becher voll Tockaier Dem edlen Wkrth, dem großen Pan von Wola, Und ewig blüh' sein ad'liges Geschlecht! Pan. Ich dank', ich danke, doch 'nen bessern Spruch. Lubomirz. Ich bringe diesen Becher voll Tockaier Dem Untergang der Feinde unsres Adels Und seiner Rechte, die ihm angestammt! Pan.. Schon besser — Freunde, trinken wir darauf. Ein Dritter. Ich bringe diesen Becher voll Tockaier Verderben dem, der uns entgegen steht, Und saß' er selbst auf Polens goldnem Stuhl. Pan.. Halloh, Genossen, stimmet ein, halloh! Alle. Und saß' er selbst auf Polens Stuhl — halloh! Pan (erhitzt.) So haben's unsre Väter stets gehalten, Und unterthankg schmiegte sich der König) Und ihre Enkel sollen nicht ecröthen.. Ich setze meines Schwerdtes Knauf zum Pfand, Herunter muß von feinem Haupt die Krone! Rosny. Wir haben Schmach vom Könige erlitten, Er setzt uns hintenan, den Bau'r, den Juden, Zieht er den Großen vor, Leibeigne will Zu Herren machen sein verwegner Wahn, Drum beuge sich sein überstolzes Haupt.. Jäckel (tritt vor.) Herr Pan, ich Hab Spieler heut' bestellt. Um Eur Gelage mit Musik zu schmücken. Pan. Herein, herein — Du bist ein guter Knecht — Sie sollen spielen unfern Polenmarsch,. Wie man dem Könige das Geleite giebt. Wenn er im Kloster seinen Traum beweint!' Zwölfter Auftritt.. P ie Vorigen.. Ben-Joseph und zwei Juden, als Mu-- stker mit Instrumenten: Sie stellen sich an der Seite, von den Herren entfernt, doch so,, daß sie das Gespräch vernehmenkönnen. R'osn y; Und nun Herr Pater, was für Botschaft habt. Von Krakau. Ihr erhalten — saget an.. P. Martin. Der König hat hie Juden nach dem Schlosse

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