Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 97 (9.11.1839)
- Date
- 1839-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225013-3225111--02278-3234851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Literatur. Archäologie. Homiletik. Homiletische Literatur. (Fortsetzung.) 26) Materialien für tiefere Einblicke in das alte Testament und die rabbinischen Schriften für Theologen und Israeliten. Herausgegeben von S. Plessner, Religionslehrer. Auch mit dem Titel: Belehrungen und Erbauungen in religiöfen Vorträgen, zunächst für Israeliten. Gehalten theils in Breslau (,) theils in Berlin von S. Plessner. Erster Jahrgang. Erster Band. Berlin 1836. Heymann S. 1 —194. 27) Dasselbe. Erster Jahrgang. Zweiter Band. S. 195 — 388 und XVIII. 28) Dasselbe. Zweiter'Jahrgang. Erster Band. (Auf dem einen Titel Berlin 1837, auf dem zweiten 1836.) S. 1 — 208. 29) Dasselbe. Zweiter Jahrgang. Zweiter Band. 1837. 209—420 und XVI. 30) Dasselbe. Dritter Jahrgang. Berlin, 1838. In Comm. bei Veit und Comp. Auch mit dem Titel: Jtaia , die kostbare Perle, oder das Gebet. Eine Abhandlung über das Gebet und die Gebete Israels insbesondere, in dreizehn Vorträgen gehalten im Jahre 5596 (1836), oder Belehrungen und Erbauungen. Von Salomon Plessner, Religionslehrer. Dritter Jahrgang. Erster Band. S. 194 und VI. Diese starke Predigtsammlung nimmt eine ganz ekgenthümliche Stellung in unsrer homiletischen Literatur ein, und wie sie das Verdienst der Originalität hat, so bedarf sie auch als Erscheinung einer genauem Beachtung und Würdigung, Der Vers, verwendet zu viele Arbeit auf dieselben, ist in seine Tendenz zu tief versenkt, als daß er mit einigen Floskeln des Lobes, um nicht wehe zu thun, oder mit einigen Aeußerungcn des Tadels, um Mißbilligung kund zu geben, abgethan werden kann; und bei dem Uebermaße seichter-Produkte darf der redliche Kritiker nicht unterlassen, fein Publikum auf Werke aufmerksam zu machen, wo noch eine tiefere Lebensbewegung stattsi'ndet, wo, noch ein Hauch der ungefalschten Eigenthümlichkeit weht. Denn abgesehen von den Ausstellungen, die an Form und Inhalt derPleßner'schen Reden zu machen sein werden, müssen wir doch gestehen, daß in derselben eine massenhafte Stossaufhäufung vorhanden, woran andere israelitische Prediger Zeitlebens genug hätten, und, wenn wer nicht zugeben möchte, daß diese Vortrage „Materialien für tiefere Einblicke in das alte Testament (wie kommt Herr Pleßner zu dieser Benennung?) und die rabbinischen Schriften" seien, so sind sie doch gewiß „Materialien" aus den genannten Schriften, und daher den jungen Theologen unsres Glaubens zum Studium mehr zu empfehlen, als es bis jetzt der Fall war. Doch gehen wir logisch zu Wege. Um den vorliegenden Vorträgen mit einem Worte die rechte Stellung zu geben, bemerken wir: daß sie eine Mitte zwischen Predigten und Draschot einnehmen sollen. Daß dieses der vorschwebende Gedanke, ich möchte sagen, das Pleßner'sche Ideal ist, drückt der Verf. selbst in den zwei, den zweiten Banden Vorgesetzten Vorreden aus. Predigten sollen sie fein in Bezug auf die Form, Draschot in Bezug auf Inhalt, soweit dieser von der Form nicht beherrscht werden muß. Die Form soll die von der Neuzeit auch bei den Juden angenommene der Predigt sein, insofern diese, auf der Unterlage eines Textes, ein bestimmtes Thema Ln logischer Entwickelung, nach Aufstellung der einzelnen Theile des Themas, mit Vor - und Schlußgebet, bearbeiten soll. Der Inhalt soll der der alteren Draschot sein, insofern der Stoff durch Heranziehung von möglich vielen Stellen aus Talmud und rabb. Schriften bereichert, das Ceremonialgesetz mit den Ideen der allgemeinen Religionslehre möglichst oft in Connex gestellt, und der Autoritätsglauben das vorwiegende Element werden soll. — Nach dieser Skizzirung fühlt der Ref. sich genöthigt, über diese .Methodik der Pleßnerschen Vortrage noch einige Worte der subjektiven Verständigung zu geben, weil Herr Pleßner Ln seinen Vorreden einige frühere Aufsätze des Ref. im Predigt- und Schul- Magazin als Belege und scientisischen Ausdruck dieser homiletischen Idee anführt. Der.Ref. verlangte in diesen. Aust; sätzen, daß die israelitischen Prediger die öfter bis zur Carrikatur getriebene Nachahmung christlicher Formeln und Formen aufgeben,- und israelitisch predigen sollten. Er stellte den Beruf des israelitischen Predigers fest: 1) Die Religion Israels als die wahrhafte, göttlich geoffenbarte, der alles religiöse Leben und Erkennen entflossen, und zu der alles religiöse Leben und Erkennen kommen muß, zu predigen; 2) das geschichtliche Leben Israels als im göttlichen Zwecke, Israel zum Träger der Offenbarung und Erkenntniß des einigen Gottes zu machen, be-