Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 97 (9.11.1839)
- Date
- 1839-11-09
- Page
- Seite 582 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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332 .!• Der Dritte. Es ist ein schrecklich, rasendes Beginnen — Der Erste. „ Doch ist die Rettung einzig hier geboten — Ben-Joseph. Ihr wißt nun Alles — und die Zeit ist um. Schon heut' beginne das gesammte Werk. Dort weilen die Verruchten bei dem Male — (Weist nach Schloß Wola hin.) Und dorthin wend' ich mich — der Racher naht! Ein Jude (hinter der Scene.) Was suchst du? Stanislas (hinter der Scene.) Mein verlornes Füllen. Der Jude. Gut. Ben-Joseph. Jetzt geh' ein Jeder still nach seiner Herberg, Bereite sich zum Tage des Gerichts Und alle Seinen; doch des Winks gewärtig. Wann Eures Beistands stündlich wir bedürfen. Denkt Eures Schwur's, den ihr dem Herrn geschworen: Bald hört ihr mehr, was wir begonnen haben. (Alle entfernen sich still nach verschiedenen Seiten bis auf den Ersten und Vierten, die bei Ben-Joseph bleiben.) Stanislas. Und wie gelang ich hin. Ben-Joseph. Jndeß ich oben Mit Sang und Spiel ergötze die Verruchten, Und wann der Schlag des Thurmes Zwölfe kündet — Zündst du die Scheunen an dem Schlöffe an, Und während jach die Lohe aufwärts schlägt, Und der Tumult die Wächter ringsumjagt, Heb' ich die Thüren aus den Angeln aus. Und öffne Euch die Pforte zum Entflieh'n —1- In dem Gebüsche siehtein Roß bereit. Stanislas. , Und wohin soll ich fliehen? Ben-Joseph. Nach den Bergen. Der Ausgestoßnen, der Gorallen, flieh. Hier dieses Zeicben öffnet dir den Weg, Bei jeder Judenherberg sindst' du Hülfe. (Pause.) Stanislas. So komm', ich bin bereit. (Me ab.) (Fortsetzung folgt.) Zehnter Auftritt. Ben-Joseph. Die beiden Juden. Stanislas von einem Juden geführt. Stanislas. Ich bin zur Stelle. Ben-Joseph. Habe Dank, Stanislas. Stanislas. Was dein Begehr? Ben-Joseph. Wir gehen nach Schloß Wola. Stanislas. Was soll ich dort? Ben-Joseph. Die Tochter dir entführen. Stanislas. Wo weilet sie? Ben-Joseph, x Sie wimmert im Verließ, Auf einsamem, verlaßnem Kindbettlager — Jndeß sich gütlich thuet ihr Tyrann Mit seiner Schaar bei perlendem Tokaier. Religionsphilosophie. Skizze einer Entwickelung des Gottesbegriffes vom heutigen jüdischen Standpunkte aus. Don Br. Herzfeld in Braunschweig. Gott hat geschaffen, um erkannt zu werden. Erkennen kann aber nur der Geist: folglich ist nur der Geist geschaffen Hingegen was wir Natur nennen im Gegensätze zum Geist, ist weder geschaffen, noch überhaupt ein Wirkliches, sondern nur die Form, welche Gott für unsere Sinne angenommen hat. Indem aber die Sinne einen Eindruck empfangen, sieht der Geist, weil ihm eine sinnliche Erschei* nung als solche unsichtbar bleibt, statt ihrer selbst nur ihren Gedanken, ihre Idee, und so erscheint ihm Gott als die Totalität der aus den einzelnen Erscheinungen in der Natur gewonnenen Ideen, während es Gottes Willen ist, als die Totalität aller daraus zu gewinnenden Ideen zu erscheinen. Aus dieser Ansicht von Natur und Geist folgt mit Notwendigkeit, daß kein Stäubchen in dieser Natur dem Geiste unzugänglich, und kein Geist von Erkenntniß der Natur völlig abgewandt sein kann. Die erste Behaup-