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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-09 · Heft 97 (9.11.1839) · p. Seite 579

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 97 (9.11.1839)
Date
1839-11-09
Page
Seite 579 (sequence 7)
Language
German
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579 Mäntel gehüllt, zu denen von Zeit zu Zeit sich mehrere hinzugesellen. Ein Jude. Beim Gotte Abrahams, hier ist der Ort, Wohin Ben-Joseph uns entboten hat. Ein Zweiter. Die alte Eiche hat schon viel geseh'n. Doch schwerlich die Gemeinde Israels. Ein Dritter. Um desto besser. Wo Die Götzen hausten. Sollt' stets ein Bethaus Israels sich stellen. D er Erste. Gefährlich ist der Platz. Der Pan von Wola Glaubt uns gewiß so nah' nicht seinem Schloß. Ihr könnt von hier die tobten Brüder sehen, Die seine Wuth am Galgen aufgeknüpft, Unschuld'ge Wandrer, die nach Krakau zogen. Der Zweite. Schweig'still, mein Bruder ist darunter — ha, Verruchter Pan, hätt' dich Gehinnom schon! Der Dritte. Zehn Schritte noch, kannst du das Schloß erblicken. Von tausend Lichtern strahlt es durch die Nacht. Ein Vierter. Ich komm' von dort, ich barg mich in dem Schatten, Der innern Mauer, hundert Reiter kamen, Und eben so viel Wagen zu dem Mahl, Das er mit königlicher Pracht bereitet. Ein Fünfter. Ich sah noch mehr, ich drang selbst in die Küche, Und stand im Winkel hinter dem Kamin. Ihr wißt, der Jäkel ist der einz'ge Jud, Den der verruchte Pan im Schlosse duldet, Er kann ihn nicht entbehren; diesem bracht' Ich Botschaft von Ben-Joseph, daß er heut Noch käme zu dem Schloß; er machte saure Geberden, sprang voll Aengsien hin und her. Und hält' die Braten beinah' umgestoßen. Der Zweite. O wären Gift sie für den Wütherich! Ein Sechster.. Ich komme von St. Dominik herüber. Da waren fünfzig Pfaffen heut versammelt, Und viel Gesindel stand im innern Hof, Die Speist und Wein und Geld empfingen, einzeln Verließen sie das Kloster, wie sie kamen. Und zogen nach dem Weichbild Krakau's hin. Der Erste. Za, auch in Polen wachet Esau auf. Um Jakobs Schaar mit seinem Schwerdt zu tilgen, . Auch hier eilt unser Friede schon zum Ende. Der Dritte. Wohin wird dann der Wanderstab uns führen? Der Erste. Nichts da vom Wandersiabe, diesmal soll Israel dulden nicht, sott kämpfen, soll Die Kraft, die längst gewichen, sammeln; nicht Umsonst sei'n Millionen Brüder hier In Polen aufgehäuft — Der Dritte. Zu unterliegen Und ganz, ja ganz vertilgt zu werden — sind Des Kampfes wir gewohnt? hat Esau nicht Sebulons Sehnen schlaff und matt gemacht? Der Vierte. Ich baue aus Ben-Joseph, er ist da, Und sein Geschick bringt Hülst uns in der Noch. Sechster. Sahst du ihn schon? Der Vierte. Ihn nicht, doch seine Boten. (der Haufe bat sich unterdeß auf dreißig Köpfe vermehrt.) Der Erste. Wie viel sind wir? Der Dritte. Du darfst nicht zählen. * Der Erste. Wohl^ Wir sind beisammen, gebt das Zeichen jetzt. (Sie lassen im Hintergründe eine Leuchtkugel aufsteigen. Von verschiedenen Seiten kommen noch Mehrere aus dem Gebüsch in fremdartigen, doch Dunkelen Gewändern. Zuletzt Ben-Joseph.) . Neunter Auftritt. Die Vorigen. Ben-Joseph (in anliegender schwarzer . Kleidung.) Mehrere. Willkommen, Dm-Joseph! willkommen! Friede dir! Ben-Joseph. Mit Euch sei Friede, habet tausend Dank Für Euren Gruß — ich seh' Euch endlich wieder! Der Erste. Wir folgten freudig deinem Aufgebot. . Der Vierte. Wir harren schon gespannt auf deine Worte. Der Dritte. Was hier gescheh'n, ist dir bereits bekannt.

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