Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 97 (9.11.1839)
- Date
- 1839-11-09
- Page
- Seite 578 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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578 mit gelehrten Bemerkungen ausstatten und eine Biographie des MedigoS beifügen, dessen lithographirtes Bildniß vorgesetzt wird. Außer diesem Briefe befindet sich unter Andern darunter: ein bisher ganz unbekannter Brief Raschi's, das Original des in dem letzten Hefte der Geigerschcn Zeitschrift veröffentlichten höchst interessanten Briefes Priphot Dura ns an einen Abtrünnigen, fünf Gutachten des Maimuni in. arabischer Sprache mit hebräischer Ucbersctzung, wovon zwei ganz unbekannte u. A. Ich glaube, daß man der Herausgabe dieser Schrift, die den hebräischen Titel erhalten soll, mit günstiger Erwartung entgegen sehen darf. W. Czg. Darmsiadt, 7. Okt. (Eingesandt.) Im allgemeinen Interesse ersuche ick Sie den unten folgenden Piecen einen Raum in der Allg. Zeit, des Judenth. zu gönnen, welche einen Beleg zu der Unpartheilichkeit geben, mit welchen gewisse deutsche Blätter die jüdischen Angelegenheiten behandeln, und wie sie der Rechtfertigung den Raum versagen, den sie Schmähartikeln gern bewilligen. vr. Auerbach, Grh. Stadt- und Land-Rabbine. Kurz nachdem mein Lehrbuch der israclit. Religion die Presse verlassen hatte, richtete ich an die Redaction der Didaskalia nachstehendes Schreiben: „Aus der Didaskalia Nr. 169 und 198 vom Jahre 1834, der Beilage zum Journal vom 17. Juli 1834; dem Journal vom 29. Juli 1834; der Didaskalia Nr. 110, 115 u. 121 vom Jahre 1835, und vielen später« Nummern beliebe eine verehrliche Redaction zu ersehen, wie eine gewisse Partei der neueren Juden mein literärischcs und amtliches Wirken mit der auffallendsten Befangenheit des Urtheilö zu verdächtigen sucht, durch gemeines Schmähen, absichtliche Verfälschung und Entstellung von Citaten und andere langst breitgetretene Wege grundloser Lästerung meine Person zu verunglimpfen. Da nun meine jedesmalige Widerlegung, obgleich auf offene Entfaltung der Wahrheit sich beschränkend, von Ihnen nicht anders, als gegen Jnsertionsgebühren angenommen wurde — was freilich bei andern öffentlichen Blättern, geschweige theologischen Zeitschriften, nicht der Fall war: so erlaube ich mir, im Gefühle des Rechtes, einer verehrlichen Redaction die Alternative zu stellen, entweder keine Angriffe gegen meine Schriften und meine Person in Ihr geschätztes Blatt aufzunehmen, oder aber die un cn tg eidliche Aufnahme desfallsiger Repliken zu gewähren. Diese Maßregel halte ich jetzt um so nöthigcr, als mir vor cininigen Tagen in einem anonymen Briefe, mit dem hiesigen Postzeichen versehen, mit einem Schmähartikel gegen mein neuestes Werk gedroht wird, der nächstens in der Didaskalia eine gastfreundliche Aufnahme finden soll. Ucberzeugt von der Humanität und Gerechtigkeitsliebe einer verehr!. Redaction, halte ich diese Anzeige für hinreichend, meinem ergebensten Wunsche entsprochen zu sehen. Darmstadt, den 6. Aug. 1839. Einer verehrt. Redaction ergebenster Dr. Auerba ch. Nichts destoweniger fand ich zu meinem großen Erstaunen 8 Tage später in Nr. 230 der Didaskalia eine schmähende Kritik meines Religionsbuches. Ich zögerte nicht, durch meinen Freund, Herrn Löwenstein in Frankfurt, eine Entgegnung einzusenden. Diese wurde aber zu meinem noch größeren Erstaunen, mit nachstehendem Schreiben zurückgcwiesen: P. P. „Da wir uns nicht verpflichtet fühlen, den Artikel des Herrn vr. Auerbach in die Didaskalia aufzunehmcn, so ersuchen wir Sie, denselben einem anderen Blatte zu übersenden. — Wo steht geschrieben, daß eine jede Redaction auf jede Kritik eine Antikritik folgen lassen müsse? Das würde ja kein Ende nehmen. Achtungsvoll grüßt, Die Redaction der Didaskalia (gez.) W. Wagner. Meine philanthropische Der.kungsweise läßt mich zwar vermuthen, daß mein erstes Schreiben entweder nicht angekommen, oder dem Redacteur in Vergessenheit gekommen sei. Mag dem aber sein, wie ihm wolle, — meine Ehre und die Aufforderung achtbarer Freunde veranlassen mich, dieses Factum zu veröffentlichen und namentlich die verehrliche Redaction höfiichst zu bitten, nachstehende vom der Didaskalia zurückgewiesene Erwiederung gefälligst aufzunehmcn. „Der Unterzeichnete kann sich nicht besonders berufen fühlen, auf die in Nr. 230 der Didaskalia enthaltene Rezension feines NeligionsbucheS weitläufig zu antworten, da sie nicht gerade auf fein von 43, sage dreiundvierzig isracl. Geistlichen des Jn- und Auslandes approbirtes, sondern auf fast alle Lehrbücher der israel. Religion, und selbst auf daS auf Veranstaltung der Königlichen Oberkirchenbehörde zu Stuttgart erschienene anwendbar ist. Auch in diesem liegt dem Ceremonialgesetz die heilige Schrift nach der von den Rabbinen sanktionirten traditionellen AuSlcgungsweise zu Grunde (S. XIII); auch in diesem wird (S. 106) am Sabbat jede Arbeit und jede Art von Kunstverrichtungen untersagt; auch in diesem werden (S. 123) Blut, Fett, nickt nach Vorschrift geschlachtete Thiere, Fleisch und Milch gewisser Thiere, der Genuß oder Gebrauch von Fleisch, das in Milch gekocht ist, - und mit Angabe derselben muthmaßlichcn Ursachen (die Beförderung körperlichen und geistigen Wohles) verboten. Und welche compctente israelitisch-geistliche Behörde hat cS je versucht, diese Vorschriften zu antieiuiren; je den AuSspruch gethan, daS Ceremonialgesetz sei außerhalb Palästina nicht obligatorisch? — Hätte indeß der Rezensent das Lehrbuch nicht in der Absicht zu tadeln, sondern sich zu belehren in die Hand genommen: so würde er aus S. 4. Note 1; S. 8. Note 1; S. 12. ,Note 4, die Nichtigkeit seines modernen Geschreies erfahren, und zugleich die Ueberzeugüng gewonnen haben, daß weder Emanzipations-Aussichten, noch Erleichterungstheorien, und am wenigsten die sckon zu unzähligen Malen aufgelischten schalen Phrasen von „unerträglicher Last der Gebräuche, von Jsoliren" u. s. w., den israelitischen Geistlichen veranlassen können, auch nur ein einziges Ceremonialgesetz, auch nur temporär zu ignoriren, wiefern dadurch für den Israeliten nichts Wesentlicheres gewonnen wird, als ein ungenirtes Mitspeisen an Pablo d’hote! Die Ursache übrigens, warum der verkappte Rezensent gerade gegen mich und nicht gegen die in ceremonieller Hinsicht eben so ausführlichen und dctaillirenden Religionsbücher von Behr, Hirsch, Pleßner u. A. zu Felde zieht, ist auS der Vorrede zu meiner „Auswahl gottesdienstlicher Vorträge" (Darmstadt 1837 bei L. Pabsi) und meiner Schlußerklärung im Journal vom 29. Juli 1834 um ßo gewisser zu entnehmen, als bei Vergleichung der in Rede stehenden Rezension mit dem Lehrbuche S. 67 Note e (wo der Satz: „wo nicht zum Zweck der Wipenschafk" gut zu lesen ist) und S. 133 eine absichtliche Entstellung von Citaten nicht zu verkennen ist. Ich nehme keinen Anstand, schließlich zu bemerken, daß da» in Rede stehende ReligionSbuch mit seiner Fülle und Reichhaltigkeit in ceremoniellcr Beziehung die größte Vollständigkeit in der Glaubens- und Sittenlehre vereinigt, und auchin formeller Hinsicht, nach dem Urtheil sachkundiger Schulmänner, alle bis jetzt erschienene Lehrbücher der israelitischen Religion übertrifft. Darmstadt, den 1. Okt. 1839. vr. Auerbach. Belletristik. E s t e r k a. Trauerspiel in fünf Akten. Zweitex Akt. (Fortsetzung.) Achter Auftritt. Wald. In der Mitte eine große, alte Eiche. Abend. Der Mond scheint durch zerrissene Wolken. Drei Juden kommen in schwarze