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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-02 · Heft 96 (2.11.1839) · p. Seite 11-12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 96 (2.11.1839)
Date
1839-11-02
Page
Seite 11-12 (sequence 18)
Language
German
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11 12 „Alexandersohn verbleibt demnach in seine Oualification, als ».religiöser, rechtlicher Mann; man suche an ihm' keinen „Mangel, und mache keine Einwendung, die Einwendung „wäre ungerecht, denn er (Alexandersohn) ist rein und frei „von jeder Sünde, die Zeugen waren falsch und die Richter „werden einst Rechenschaft abzulegen haben." rü&'frnn inpma iü\y ton pi.-no 2^n nnyoi) -ijnyp pi vnnx nmni pi nbw nmoi npiü npin . «m ’p:i ,D ' nainnnn by it nynyon toi , vto pTny Ysm toy wynw inyi *yt5>D too,"|?i •pn nx pb In gleichem Sinne gaben auch die Herren Oberjuristen zu Prag ihr Gutachten ab; sie traten «nverholen mit der Wahrheit hervor, erklärten jene ersten Richter für unbefugt und uubefähigt. und für corrumpirte Menschen: mV Hil) v- W"' **b -itoo rrny mw yzsia Wtt pe’pyn vto ixd Vntp in rrny obxnurb (.'131 nnt^ nato nmn und zeigen, „daß der Szantoer „Rabbiner aus Haß, weil Alexandersohn die Ehescheidung „vorgenommen habe, gegen ihn so handelte." *3 pso |\S*0 aan nie ni;no :nn ’p 2vn -m* 'Tin pwn hmbc > mwn topto ntii Tto nrya ♦/,ci taKiycn Die würdigen Männer fahren nun fort, daß sie nicht zurüchstehe» wollen, bei der Gefahr ihres Nächsten, auch nicht theilnahmlos seine Leiden mit anfehen können, sie machen aufmerksam auf Den, der der Leibenden und Verfolgten sich annimmt, und bitten Jedermann, diesem nachzuahmen, des gebeugten Alexandersohn's sich anzunehmen und ihm nach Kräften in seiner traurigen Lage beizustehen. So handelten die redlichen Männer in Israel; was thaten Sie aber Herr Oberrabbiner? Die Gemeinde zu Pesth hatte des Unglücklichen sich angenommen, und es schrieb der Vorstand und an dessen Spitze Herr Gabriel Mmann, an Sie, und legte Bitte für Alexandersohn ein. Aber Sie hüllten sich in den Mantel der Frömmigkeit, und sagten im voraus, daß, würde man auch die Zeugen nochmals vernehmen, dieses nichts nützen würde. Herr Oberrabbiner Schwerin schrieb an Sie, und stellte Ihnen Herr wahren Thatbestand dar, auch daß die Ehescheidung rechtlich vor sich gegangen sey, aber das Opfer sollte bluten, und Sie hatten schon vorher zu Herrn Schwerin gesagt, daß Sie nichts abbringen könne. Und wie sollte man nicht irre in Ihnen werden? Was soll man von solcher Behauptung denken? Dürfte sie Consequenz zu nennen seyn? Consequenz, das Beharren bei einem ungerechten, lieblosen Spruche? Consequenz die Verdammung und Vertreibung eines Unschuldigen! Consequenz die Herabwürdigung des Glaubens! Nur in der Wahrheit findet sich ein richtiges Beharren; Falschheit involvirt Lüge und Widerspruch, und ihr Gewebe wird bald durchschnitten. Sie selbst haben in Ihrem obigen Schreiben erklärt, daß nur jene Ehescheidung den Herrn Alexandersohn unfähig zum Rabbinen tm Allgemeinen mache. Herr Schwerin hat Ihnen in seinem Schreiben vom 1«. Elul 5595 (August 1835) den Umstand genau dargethan, und sie müssen es selbst bekennen, daß Alexandersöhn hierin nicht geirrt Habe; warum bleibt denn jenes Schreiben bis jetzt noch unwiderrufen? Ein trauriges Seitenstück liefert diese Begebenheit zu den Verfolgungen und Anfeindungen vergangener Zeiten: Die Religionsgeschichte hat leider! manches betrübende Bild des Fanatismus aufzuweisen, ihr Boden ist oft mit Blut und Thränen des Jammers statt derer der Wonne befruchtet, es wuchs auf ihrem Gebiete oft statt der Friedenspalme die unheilvolle Frucht der Verfolgungssucht und des Religionshasses: soll die Vergangenheit ganz nutzlos für uns gewesen seyn? 'Soll nicht mindestens dieses die Errungenschaft seyn, daß Milde und Duldsamkeit in das Gemüth einkehre, daß wir Nachsicht und Schonung erlernen, und nicht Verdächtigung und Verdammung leichtsinnig aussprechen? Die Frucht der Einsicht und der Frömmigkeit sey die strengste Selbstprü-' fung und die Forschung, ob unser Handel wirklich fromm, wahrhaft gottesfürchtig sey. Wie oft täuschen wir uns hier selbst! Der große Rambam wurde verfolgt, angefeindet, man sprach den Bann über seine Werke aus, und die solches thaten, sie glaubten für Gott zu handeln, und wähnten ein Werk tiefer Frömmigkeit auszuführen. Rab. Jonathan Eibeschütz wäre, wenn nicht ein hoher Potentat sich seiner angenommen (siehe dessen- Vorrede zu 'ntol >m3) den Nachstellungen und Ränken seiner Feinde erlegen, und auch diese glaubten für Gott zu handeln! — Und bleibt solche Selbsttäuschung ohne Nachthcil? Dem Zeitalter giebt sie Anlaß zum Zweifel, die Zeitgenossen verlieren das Vertrauen zu ihren Lehrern, sie erkennen in den Handhabern des Rechts nur selbstsüchtige Menschen. Jeder Glaube, der sich nicht' mit der Duldsamkeit vertragt, ist Afterglaube: und die Frömmigkeit, die es sich zur Vorschrift macht, den ihren Absichten nicht Huldigenden zu verfolgen, ist eingebildete Menschensatzung; und die Beharrlichkeit in dem Unrechtem Wege zeugt nicht von Wandel in Gott, sondern von dem in dem Wegen seines Herzens; wie kann je der Mennsch sich so seinem Schöpfer nähern?. Ueberblicken Sie die Folgen Ihres Verfahrens, wie unglückselig haben sie sich gestaltet! Den Feinden des Glaubens wurde Anlaß zum Spotte gegeben, und sie weisen mit Fingern auf das Beispiel der Unduldsamkeit hin, das Religions-Lehrer geben: Die Anhänger des Glaubens wissem nicht woran sich halten: ein redlicher Mann wurde aus seinem Amte gedrängt und er irrt unstät. und flüchtig in der Welt umher: eine schuldlose Frau, — Tochter eines ehrwürdigen Rabbiners, — und ihre Kinder jammern in Noth und Elend nach ihrem Gatten und Vater, der sie verlassen mußte: die Gemeinde zu Cfaba ist demoralisirt, sie hat gegen ihren Rabbiner sich der größten Vergehungen schuldig gemacht, sie hat sich die schamlosesten Frechheiten gegen ihn erlaubt: die Synagoge zu Csaba wurde entheiligt, denn als der Rabbiner das Volk belehren wollte, da traten Männer, auf Ihre Autorität gestützt, zu ihm und stießen ihn von der Kanzel herab: die Thora, das heilige Wermächtniß, das theure Erbtheil, an dem unser Sinn, unsere Selbstständigkeit, unser Bestehen hängt, wurde herabg-ewürdkgt; denn bei ihrem Vor-

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