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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-02 · Heft 96 (2.11.1839) · p. Seite 9-10

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 96 (2.11.1839)
Date
1839-11-02
Page
Seite 9-10 (sequence 17)
Language
German
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9 10 der in gerichtlichen Untersuchungen es an Sorgfalt nicht fehlen läßt, und Sie nahmen die Sache ohne gegründete Autorität so leicht hin, erkundigten sich nicht, ob Herr Alexandersohn vielleicht Andere befragt habe, forderten ihn nicht vor, setzten sich in keine Correspondenz mit ihm, forschten nicht, fragten nicht, sondern VevdtNttMEen! Und hätteauch der Szantoer Rabbiner behauptet, „daß er Herrn Alexandersohn categorisch die Ehescheidung verboten habe, und Sie glaubten für ihn eifern zu müssen, so durften Sie nicht vergessen, daß in dieser Hinsicht, der Szantoer Rabbiner selbst Partei wurde, und da hatten denn zwei Zeugen austreten müssen, die da beurkundeten, daß in ihrer Gegenwart das Verbot an Herrn Alexandersohn ergangen sey; und selbst dann wäre Älexanderfohn nicht zu verdammen gewesen, denn er brauchte, wie oben bemerkt, sich jener Autorität nicht zu fügen. Es zeigt sich also Unrecht über Unrecht, Lieblosigkeit über Lieblosigkeit, Vergehen an jedem Rechte, Herabwürdigung des Göttlichen und schnöde Erhebung des Menschlichen! . Aber nicht verwaist ist Israel! Das Gerücht einer solchen tiefverletzenden Ungerechtigkeit verbreitete sich durch Ungarn, und es standen edle Rabbiner auf, die kein Ansehen schonend, nur Gottesfurcht und Gerechtigkeit vor Augen hatten; und mit hohem Muthe sich des Unterdrückten annahmen. Zn diesen Zrrgangen des Fanatismus und der Lieblosigkeit, bedarf das verletzte Gefühl einer Labung; und wie tröstlich ist es, hochgestellte Männer zu finden, die auf Augenblicke die -Wunde vergessen machen, die jene Handlung dem Gemüthe schlagt. Die Herren Rabbiner zu Baja und Papa in Ungarn, ferner die Herren Oberjuristen (Beisitzer des Bethdin) in Prag, traten offen mit der Unschuldserklarung des Herrn Alexandersohn ans. Herr Götz Schwerin, Oberrabbiner zu Baja, dem Alexandersohn als ein frommer Mann bekannt war, konnte dem befremdenden Gerüchte keinen Glauben beimessen, und er beschloß daher den Gegenstand einer neuen Untersuchung zu unterwerfen. Es zeigte sich nun vor Allem, daß die erhobenen Klagepunkte bei näherem Eingehen, sich auf Null reducirten, indem die Zeuge;: sich theils widersprochen, theils unklar die Punkte angegeben hatten, so daß nur in den Augen Unwissender es den Schein hatte, als habe Alexandersohn gefehlt, der aber in der That nach Recht und Form gelehrt hatte. Dieses wurde noch mehr erörtert, als der Gemeinde-Vorstand zu Pesth, dessen treffliches Verfahren mit Anerkennung zu erwähnen ist, zum Schutze des Gebeugten sich erhob, und drei Rabbiner nach Csaba schickte, um den Thatbestand genau zn erforschen. Hier that sich nun kund wie oberflächlich und selbstsüchtig jene ersten drei Richter des Szantoer Rabbiners die Gerechtigkeit gehandhabt hatten. Ueberdieß wurden jene Zeugen durch ehrenwerthe Männer entlarvt und - in ihrer ganzen jämmerlichen Gestalt dargestellt, als niederträchtige, schändliche Menschen, die wegen Unzucht und Raub nicht als Zeugen angehört werden dürfen. Auch waren sie abgesagte Feinde ihres Rabbiners (wahrscheinlich mochte er sie auf ihren sträflichen Wandel aufmerksam gewacht haben) und hatten schoneinige Wochen vor ihrer Aussage vor jenen ersten drei Richtern, taut geäußert, es werde nicht lange anstehen, so werde Herr Alexandersohn Csaba Verlässen müssen u. s. w. Sowohl das Grundlose der Klagen als die Falschheit der Zeugen lag offenkundig vor und es erklärte Herr Götz Schwerin 'den Herrn Älexanderfohn für einen unbescholtenen, redlichen Mann und würdigen Religionslehrer. Mit gleicher Warme trat der humane, edle Benjamin Rappoport, Oberrabbiner zu Papa für den gebeugten Alexandersohn auf, und sprach mit hochherziger Offenheit seinen Unwillen über das Verfahren gegen Alexandersohn aus. Es folgen nun hierbei die vorzüglichsten Stellen des Schreibens des Herrn Rabbiners Rappoport: -„Wir sollen zwar unsere Hand zurückziehen, und in „dieser Angelegenheit nicht sprechen, da schon Große darüber „geurtheilt; doch wir sehen die Leiden des Herrn Alexander- „sohn, der tief gebeugt ist, durch den von den Csabaern an „ihm begangenen Frevel, darum hielten wir es für Pflicht, „den Rechtsgegenstand zu untersuchen, auf daß der Gedrückte^ „aus der Hand gewaltiger Bedränger befreit werde. '"D ro lpiany yd pm WrA „Vor Allen nun, möge auch .die Sache sich verhalten, „ wie jene ersten drei Richter sie aufnahmen und mögen auch „jene Zeugen wahrhaft sein, so verließen diese Richter, den „Weg des Rechts und der Wahrheit C HÖNn IpD. 1EM ffTifi'Vm)/ denn wie durften sie es wagen das Zeugniß aufzu, „nehmen, wenn nicht der Verklagte gegenwärtig war? Und „wenn er sich vor'ihr Tribunal nicht stellen wollte, war er „ihnen denn überhaupt unterworfen? u. s. w. "Sie stell- „tcn auch keine Untersuchung und Erforschung der Zeugen „an, und diese Angelegenheit ist doch von der äußersten Wich- „tigkeit, ist als Lebensfrage zu betrachten Ali mny ADptfiO ira W p'jn >A d'Ydi p)ni nYpm marni Nim Non nWdi 'idi rAn iwn nA dil^d ndi;» iY'ddi m"nn p’ym gto m-iyo ma nAi nwsa dyd *('idi nnico npino LNN N’sirA „Es ist also offenbar, daß jene drei Männer entweder „vorsätzlich einen Vorwand (zur Ungerechtigkeit) suchten, „oder daß sie nicht die Lehre vom Zeugenverhör wissen. bv INH rAAjo pwann sft yhip Win n*rü .yd) ♦(nnyAn ra.im’ nW in Wn an „ Aber vorzüglich haben wir uns zu beklagen über den Szan- „toer Rabbiner, wie ging eine solche Verdrehung des Rechts „von ihm hervor? wie warf er so die Wahrheit zu Boden? „Wer hat ihn gesetzt zum Herrn und Richter über Herrn „Älexanderfohn, daß er ohne dessen Wissen ein JBct-dm hin- „schickte und Recht sprach?^ — ebpd ns* 1'N oumd D-inAy utuAh npY -|N) E21V1 inw ’D m nsnN ndn "jAwm '"51D bpm * i:h piosbi injPT Ad Yd n AbA '"nnw Din bv 9laä) Aufzählung der einzelnen Punkte, wo auch erwähnt wird, daß Herr Alexardersohn vor jener verhängnißvollen Ehescheidung zwei Rabbiner befragt und deren Uebereinstimmung erhalten habe, schließt der treffliche Mann: „Herr

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