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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-02 · Heft 96 (2.11.1839) · p. Seite 3-4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 96 (2.11.1839)
Date
1839-11-02
Page
Seite 3-4 (sequence 14)
Language
German
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4 welk, die Sie stets achten möge, wegen des Glaubens, der nicht in Ihnen entweiht erscheinen darf, wegen der aufrichtigen Hochachtung, die ich und mit mir jeder Rechtliche Ihrem frommen Wandel, Ihrer Gelehrsamkeit und Ihrer Milde stets zollte, wünschte ich Sie gerecht, wünschte ich, daß Sie haltbare Gründe für Ihren Werdammungsspruch, für Ihre Beharrlichkeit bei diesem unseligen Spruche ablegen. Rabbi Jonathan AlexaZrdersohn, dieses ist.der Name des unglücklichen Opfers des' Fanatismus — üus Schwerin, wurde vor einigen Jahren in dem unbedeutenden Flecken Csaba in Ungarn, unfern von Szanto, zum Rabbiner ausgenommen. Das Verhaltniß der ungarischen Rabbiner in kleinen Gemeinden ist wahrhaft traurig, da sie bei dem gewöhnlich kärglichen Gehalte größtentheils in einer gewissen Abhängigkeit von den Reichern der Gemeinde sich befinden, und überdieß dem Einflüsse, den die Rabbiner der umliegenden größer» Gemeinden, auf sie üben, sich selten entziehen können, und also auch von dieser Seite eine abhängige Stellung einnehmen. Herr Alexandersohn wendete einst sich an den Rabbiner zu Szanto, um dessen Meinung über eine Ehescheidung, die er in Csaba vornehmen wollte, zu vernehmen. Der Rabbiner zu Szanto antwortete in einem Schreiben vom 26. Schebat 5394 (Januar 1834) ausweichend, und sagte: „Er sey schon in dergleichen Angelegenheiten mehrmals befragt worden, doch habe er nie ein williges Ohr dazu geliehen, eine Ehescheidung an einem Orte vorzunehmen, wo dieses bis jetzt noch nicht gewesen sey, „die Ursache halte er bei sich verborgen," wenn er also auf seinen Rath hören wolle, so möge er die Ehescheidung nicht vornehmen, damit er sich nicht Haß zuziehe u. s. w. Und solches wurde auch in einem spatem Schreiben wiederholt. *) Jeder Unbefangene erkennt wohl aus diesem Schreiben, daß auch der Rabbiner zu Szanto keinesfalls die Ehescheidung^ verbot, er rieth nur freundschaftlich an, sie nicht vorzunehmen. Und wie kann auch in der That ein Verbot-da stattfinden, wo man die Ursache bei sich verborgen halt?. Macht doch,dieses den inner» Gehalt der jüdischen Theologie, daß sie dem Verstände sein volles Recht einräumt, ihm nichts aufdringen will, daß sie keinen Machtspruch außer dem göttlich geoffenbarten Gesetze anerkennt,, keiner Ordination, keiner Weihe irgend einen Werth beilegt, *) Wir halten es für nöthig beide Briefe, da sie am geeignetesten sind, Licht über diese Angelegenheit zu verbreiten, hier wörtlich mitzuth eilen: mn 'tt 1122 rfn ms**? 2i*?2> 2'isw i. .82X02 p"pn T28 113 '*iniD 2*?27id,i pjtyn 3I?Di2.i QP2,i(? inbuw 12121 ji23*? vtap nnm 12122 122 'i'i' >18 in*?np2 uw s'2'3 iid*? icy j'8 d /DiT-n-6 pix TPE.n nioipo 1222 id iwh iivipv2 i'2'3 mtsnn nwyb nni3 'ijn inby® vnw' nxi ,'oy 2122 'djjdi mpd iud x1? .2311 1x327 1'^ "]iivw *?81 n?2 inyi *?22' '12)7nenn infyo nun ~)m j>3i;zn ,*?*ni ,nn23 px2 13 xin n so lange die innere Weihe, die die Wissenschaft giebt, fehlt; darum findet auch in ihr keine blinde Unterwürfigkeit Statt, keine Autorität vermag einen willenlosen Gehorsam hervorzurufen (s. 2171? 'üb nn'lB 2"221 ) rrnd es ist ihr schönes Vorrecht, nach der Ursache stets zu forschen, zu fragen 82)72 ’XÖ1 — Ihr gilt der Rabbiner nur in so fern als er Gelehrter ist: Priester, (als identisch mit dem Ausdrucke „Geistlicher") kennt sie nicht; nur wer das Wort Gottes forscht und es ausübt, und vor Gott und Menschen rechtlich handelt, der darf nach der Palme der Gelehrsamkeit greifen; aber doch bleibt er nur Mensch, er kann irren, er ist nicht unfehlbar, darum darf es ihm nicht beigehen, die Geister durch Machtsprüche fesseln zu wollen. Herr Alexandersohn durfte sich also mit der Antwort des Szantoer Rabbiners durchaus nicht zufrieden stellen, er mußte die Lösung weiter verfolgen, er wendete sich demnach an andere zwei Rabbiner, (zu Temesvar und St. Peter), die einstimmig antworteten, daß die Ehescheidung in Csaba vorgenommen werden könne. Herr Alexandersohn vollzog nun die Ehescheidung wirklich; doch wie theuer kam dieser Schritt dem unglücklichen Manne zu stehen! Einige rohe, bösartige Menschen, an denen selten eine Gemeinde Mangel leidet, suchten aus Parteisucht seine Orthodoxie verdächtig zu machen, und es brachten endlich zwei Männer gegen ihn Klagen auf, die theils durch ihre Bösartigkeit, theils durch ihre Lächerlichkeit den Stempel der Falschheit an sich tragen. So brachten sie vor: Alexandersohn habe (bonibile dictu) ohne Nachtmütze geschlafen!!! Er sey früh aufgestanden und habe sich nicht gleich gewaschen!!! Erhübe gesprochen zwischen 3*ix '832*1 m*X2 112 ''m min .12' ni2ij/n pya *>121 n^ W3.11 28232 pD"n nyW i'jpn nW ii'i'i 22137 2*2 ,1 Dl' . Ini1p22 2112,1 2'*? "'18 "pn 132 . pW rapn •felDn 21.1 'TI' '21,18*? 21p' 21 M'l Dl*?# 2. •'1",11D 2WlDl .132781 inwp2 ,1311 1"212> N'*?L7 '")7 '172p 1212V , 1.18 .13112*? 2’W D,1’321 ,8'1 118 811 81 ,1'3I£1 113.1 DJ72 '18 27'27 21ip,1 '21222 l’nj/lin 122 '381 IffX 21p22 j’2'3 111'D 21p0 3712p1? J7"D22 "'.18 X^ *?218 8*? p1? , 131^8 X1?! '1121 1181 )72p3 8*? j"1)7 13121 1^27)!*? *?218 28 118 j'3)721 ,13121 118*?2*? iWx 1']72,1 2183 11'T 1*2 .1*3/2 vbV2® 212 J7328 '"272*? H"2 '3 W '.133 28232' *?'*?3,11 W.1 p"pD .1311,1 . pW 1"2pi Und nun zur Verständigung des Lesers in der Kürze folgendes. Ueber die richtige schriftliche Angabe des Namens des Mannes, der Frau und des Ortes, wo die Ehescheidung vorgenommen wird, wird mit einer an Aengstlichkeit granzenden Genauigkeit gewacht, und die Rabbiner des vorigen Jahrhunderts trieben ihre Skrupel so weit, daß sie aus Furcht, den Ortsnamen nicht richtig zu schreiben, kn einer Stadt oder in einem Dorf, wo noch keine Ehescheidung vorgenommen wurde, solche nicht eher ins Werk setzten, bis sie mit an- " dern Rabbinern sich darüber besprochen oder in Correspondenz gesetzt hatten.

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