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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-02 · Heft 96 (2.11.1839) · p. Seite 566

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 96 (2.11.1839)
Date
1839-11-02
Page
Seite 566 (sequence 6)
Language
German
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366 svrifcn könnte: so will ich dennoch nicht unterlassen eine ganz, speckelle Antwort in folgendem auszusprechen. Meine Sache ist seit fünf Jahren in Ungarn sowol als in Wien selbst unter allen Behörden genau bekannt: Gutachten sind darin abgegeben. Advokaten haben geredet, Urtheile sind erlassen und zuletzt bin ich angewiesen, mir eine Anzahl Nechtssprüche von auswärtigen hochgestellten Rabbinern zu verschaffen, was denn auch der bisher G. s. D. nicht erfolglose Hauptzweck meiner Wanderung ist. Weit entfernt daher daß es auf unsere theure Nation im Astgemeinen einen Schatten werfen könne, wenn nachgewiesen wird, daß es leider unter uns eben wie unter anderen Neligionsparteien einige bösartige, scheinheilige, intrigante Geistliche giebt, so wird vielmehr durch die offne Beipflichtung und Unterstützung so vieler frommen und Krsdherzigctt Rabbiner, und Theologen wie auch so vieler Privatleute von allen Stufen der Gesellschaft und der Bildung ein Helles Licht auf Israel und besonders auch auf seinen Lehrstand geworfen werden. Denn ich verlange ja anstatt eines formlosen, nie zu rechtfertigenden Verfahrens hinter meinem Rücken, nichts als eine offne den israelitischen Rechtsgrundsatzen gemäße Procedur vor israelitischen Geistlichen, waren sie selbst meine persönlichen Gegner. Wenn ich aber das erlange, so ist mit Gottes Hülfe nicht allein mir geholfen; sondern ich hoffe, daß eine regelmäßige und gesetzliche Organisation auch in Ungarn für alle Zukunft die Wiederkehr solcher schändlichen Mißbrauche verhüten wird. Jonathan Alexandersohn, Rabbiner von Csaba. Dem Publikum gegenüber, schmeicheln wir uns eine solche Stellung seit den Jahren, in denen wir vor demselben zu erscheinen gewohnt sind, eknzunehmen, daß dasselbe es recht zu beurtheilen weiß, wenn wir bemerken, daß kaum die zwei ersten Lieferungen unseres Bibelwerkes in Umlauf gesetzt worden, als uns von vielen, und den verschiedensten Seiten und Orten eine reiche, belohnende und ermunternde Anerkennung zukommt. Männer aus der Masse, Männer, die nicht orthographisch schreiben, die aber Kopf und Herz auf rechter Stelle haben, wie urtheils- und stimmfähige Personen lassen uns die herzlichsten Zeichen der Würdigung zukommen. Wir sprechen dies offen aus, nicht aus Ruhmredigkeit! Was Ruhmredigkeit, einem so heiligen Gegenstände gegenüber? Nicht diese wird.man bei uns finden: sondern der Helle, glühende Eifer, welcher diese mühevolle, aber in ihren Mühen beseligende Arbeit unternommen, ein Eifer, der mit dm eigennützigen Zwecken des gewöhnlichen Lebens Nichts zu schaffen hat, derselbe Eifer laßt uns darauf denken, unsern Lesern immer mehr die Bedeutung dieses Bibelwerkes' klar zu machen, um seiner Verbreitung den Weg zu ebnen. Denn nicht in den Magazinen der Buchhändler, sondern vor dm Augen der Leser, wenn es zu ihrem Geiste und zu ihrem Herzen spricht, kann dieses Weck seine Wirksamkeit haben, seine Segnungen, die immer im Gefolge des heiligen Wortes sind, so es mit lauterer Gesinnung gehandhabt wird. Derselbe Eifer läßt uns über kleinliche Bedenklichkeiten hinwegsehen, läßt uns bei unseren Glaubensgenossen den Wegfall kleinlicher Rücksichten erwarten, und, da mit dem schnellen Fortgang des Werkes allerdings es Manchem zu schwer werden würde, es mit einem Male sich anzuschaffen, was ihm im Laufe der Sache ein Leichtes ist, so halten wir es für Pflicht, bei dem Beginne desselben wiederholt darauf aufmerksam zu machen. Ja, es soll eine Phase der israelitischen Entwickelung sein, und, jenen kindischen Eifer, die heilige Schrift wegen etlichen kleinen Jnconsequenzen, die in der Weise des Alterthums liegen, in tausend Lappen zu zerreißen, zurückweisend, soll es den einheitlichen Geist der Bibel, der durch alle ihre Theile webt und lebt, zum modernen Bewußtsein bringen. Es soll auch dem heutigen Israeliten klar machen, daß wir immer noch in dem heiligen Worte die Basis unsres Daseins und unsres Lebens besitzen, daß wir immer noch in ihm die Grund- und Unterlage alles geistigen, humanen und socialen Bewegens haben, und. in dem Heranbrkngen alter und neuer Schätze zeigen, daß wir aus seinem Schatze noch immerfort zu heben haben. Ja, es soll zeigen, daß die Bibel noch immer nichts Abgenutztes, nichts Veraltetes ist, sondern daß sie in immer verjüngter, lebenskräftiger Erneurung vor uns auftritt, und alle neuere Erscheinungen des Menschenlebens umfassen kann. So soll dieses Bibelwerk das Zudenthum von Neuem für. die neuere Zeit begründen und feststellen helfen, und indem es das Gediegenste der Vergangenheit mit den Bestrebungen der Neuzeit in Einklang bringt, jenen zweifelvollen und ungewissen Zustand zu zerstreuen suchen, in welchem sich unzählige Kinder der Jetztheit befinden, die, in der Mitte zwischen einem alten, aber vielfach angerüttelten Glauben, den sie nicht zurückzuweksen wagen, und der modernen Selbstständigkeit, die sie nicht zurückweisen können, auch nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. In diesem Endzwecke mußte das Bkbelwerk aber auch in einem Gewände auftreten, welches dem neuern, veredelten Geschmacke zusagt. Sie sollte der alten jüdischen Unschmackhaftigkeit des Aeußern, die so häufig unsre edelsten Werke

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