Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 95 (26.10.1839)
- Date
- 1839-10-26
- Page
- Seite 559 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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559 soll. Wir halten die Journalistik, wie sie seit dem Erschei- I nen dieser Allg. Zeit, des Judenthums mit einer an ihr ganz neuen Lebendigkeit, sich aufgethan, für zu wichtig, wir glauben zu sehr, daß nur durch diese Journalistik die Masse des Judenthums in Bekennern und im Wissen der Gefahr, sich aus den Augen zu verlieren, entgehen kann, als daß wir nicht um so mehr jede Bemühung um sie schätzen, aber auch desto ernster prüfen und würdigen müßten. Sehen wir daher auf den Inhalt dieses ersten Heftes, und dessen Färbung. I. „Die Fundamentallehce des Judenthums." Der Anfang dieses Aufsatzes, so weit er gegeben ist, stellt nur erst die Grundlehren des Judenthums nach Maimuni und Albo auf, das Weitere müssen wir erwarten. Maimunis Absicht war wol schwerlich blos die Volksaufklarung, wie der Verf. meint, sondern die Eruirung an sich selbst, zu der er durch seine philosophische Bildung und Behandlungsweise genöthigt war. — II. „ Mosts Mendelssohns Urtheil über Talmud." Wir erwarteten eine genauere Kritik des Urtheils Mendelssohns, es ist aber nichts weiter, als eine längstbekannte Stelle aus seiner Kritik der Rabe'schen Mischna, und man fragt sich wol, wozu diese hier hergestellt ist? — III. Sollen die israel. Kinder die christlichen Volksschulen besuchen und in der Religion in besondern Schulen unterrichtet werden, oder ist es besser, wenn in allen isr. Gemeinden der Elementarunterricht mit dem Religionsunterrichte vereinigt wird? Mit besonderer Beziehung auf Baiern beantwortet. Ein sehr klarer, lichtvoller Aufsatz, der der Beherzigung dringend zu empfehlen ist, obschon er die Hauptfrage dennoch nur lokaliter beantwortet. Denn immer doch bleibt eine israelitische Gesamnuschule in kleinen Gemeinden sehr dürftig dotirt, und bei allen Knaben, die über die gewöhnlichen Elemente hinausgehen sollen, und dies sind in mittleren und größeren Gemeinden immer die Mehrzahl — zur Ehre der Juden — ist dennoch der Uebertcitt in christliche Bürger-, Handlungsschulen und Gymnasien, nothwendig. IV. iir^ra ipm baomab, eine Nachrede eines Sterbenden an seine Söhne, gut zu lesen, mit nicht ganz correkter Sprache, auch zwei schönen Versen. V. „Wunsch und Bitte zum Feste der Neligionsweihe eines israelitischen Knaben von seinem Lehrer und Freunde." Schon in der ersten Zeile ein metrischer Fehler. Zu gedehnt, und oft zu prosaisch. — V. „Probe aus dem vom Herausgeber veranstalteten Bearbeitung eines Kommentars zum Pentateuch." Nach No. 89 dieser Zeitung hat sich jetzt ein andrer Abfasser dieses Kommentarstückes (Kap. 32) bekannt, nämlich Herr vr. Frankel in Hamburg, und so fragt es sich, wie dasselbe in einen Kommentar des Herausgebers hineinkommt? s Diese Probe enthält übrigens treffliche Bemerkungen und eine nicht gewöhnliche Auffassung, die das Erscheinen des Ganzen, wenn es noch ergänzt und umfassender wird, sehr wünschen lassen. — VII. „Religion und Sittlichkeit, ein Fragment." Gesunde Gedanken, aber nicht über das Gewöhnliche hinausgehend. — VIII. „Ueber den jetzigen Zustand der Juden in den kultivirtesten Landern Europa's." Ein Stück von Heinrich Zschokke, also ein Abdruck. Auch dessen Nothwendigkeit sehen wir nicht ein. — IX. rD^a N-ivvN. oder vollständiges masoretisches Wörterbuch. Eine vielversprechende und vielanklagende Ankündigung, mit einigen Ausstellungen an der Fürst'schen Konkordanz. Hielte nun auch der Herausgeber eine größere Nachlese zu dieser, so muß man nicht vergessen, daß auch dann noch eine Nachlese übrig bleiben wird, wie es immerhin ist. Ueberblicken wir nun also diesen Inhalt, so sind die meisten Gaben, welche dieses erste Heft bringt, nicht ohne Werth. Und wenn auch noch ein gewisser ängstlicher Geist durch das Ganze zu wehen scheint, wenn auch eine größere Lebensbewegung noch darin fehlt, so können wir doch von der Fortsetzung noch manches Gute erwarten. (Fortsetzung folgt.) Litera rische Correspoudenz. ' München, 15.Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuscripre der königlichen Bibliothek zu München, von L i l ie u t h a l. (Fortsetzung.) 340) ni1-p727 die Gesänge, die im Hause am Freitag und Samstag Abends und bei Tage gesungen werden. 341) nTtiU: von R. Abraham ben R. Chija in 9 Captteln hier abgeryeilt: a) über die Gestatt und den Stand der Erde und des Himmels, b) über den Himmel, die Planeten, und wie der Gang der Sonne sei, c) über den Mond und die Mondphasen, d) über Sonnen - und Mondfinsternisse, e) über den Zodiakus, t) über die Bewegung der Gestirne, g) wie die Sterne durch das Sonnenlicht verdunkelt und ohne daffelbe sichtbar werden, l>) über die geometrische Größe der Erde, i) über die Größe der Gestirne und Himmelskörper. Dazu ein Anhang über astronomische Zwistigkeiten. —