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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-26 · Heft 95 (26.10.1839) · p. Seite 555

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 95 (26.10.1839)
Date
1839-10-26
Page
Seite 555 (sequence 11)
Language
German
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555 Kasimir. Hast du mich nie gesehn? Efterka. Im Traume, Herr. Kasimir. Und dürft ich fassen diese Hand? (Ergreift ihre Hand.) Esterka. O Herr, Laßt Eures Mantels Saum mich lieber küssen. Kasimir. Und fühlt dein Herz in dieser Stunde Nichts? Esterka. Es ist ein ängstlich Dämmern um das Herz, Und dieses Beben könnte mich vernichten. Kasimir. Ich fühl's, du zitterst, hältst mich widerstrebend, Und seufzend jauchzt die bange Seele auf. — Esterka. Mein König, ach — bin eine arme Jüdin — Wie trag' ich es, was mir im Busen bebt — Kasi mir. So laß dies Dämmern nur zum Lichte werden. Und freundlich wird der Tag sich um dich legen. Schon fühl ich mich von reinem Glück durchglüht, Ein hoher Frieden baut das Herz mir aus. Und er verspricht, daß Frieden werden wird — Doch viel ist noch zu thutt, mit kräft'ger Hand Und mit Geschick die Schlinge zu zerreißen. Die böser Trug um Unschuld hat gelegt. Hat mir mein Schwerdt so manches Land erbeutet, Soll auch mein Schild dich vor Gefahren bergen. Geh nun zum Vater, und ich folge nach, Um auszuforschen, was ihm ist,bewußt. Und welchen Feind er thatig da vermuthet. (Esterka ab.) Kasimir. So fahre hin, ohnmächtig zögernd Schwanken, Ich fand das Ziel, und darauf steur' ich hin. Und mitten durch des Außens hemmende Schranke, Faß' ich im Schönsten meines Kampfs Gewinn. (Ab.) (Fortsetzung folgt.) C o r r e s p o n d e n z e n. Eschwegel Sie haben, Herr Redakteur, in einer frühern Nummer dieser Zeitung versprochen, einen nähern Bericht über die Einweihung des israelitischen Tempels allhier, die am,14. Dec. 1838 statt fand, zu geben. Ist nun auch hierzu die günstige Zeit vorüber, so ward doch der Umstand, daß der hiesige katholische Geistliche, Herr Ritz, uns mit einer Ode zu diesem Feste beschenkte, von Ihnen selbst als besonders bezeichnend für unsre Zeit hervorgehoben, daß Sie nicht, erinnert daran durch die Einweihung der Synagoge zu Kaffel, dieses Gedicht noch nachträglich geben sollten, welches hierunten folgt. Die Predigt des Herrn Kreisrabbinen Gold mann zu diesem Feste, ist im Druck erschienen. Der Herr Ritz leitete sein Gedicht durch folgendes Schreibendem. Geehrter Herr Kreisrabbiner! Wenn Feste der Religion gefeiert werden, wie Ihnen ein solches bevorsteht, so kann ein Diener der Religion nicht leicht müßiger Zuschauer bleiben. Auch ich vermochte dies nicht und habe den Anrheil welchen ich an Ihrer Freude nehme, in einer kurzen Ode ausgesprochen, welche ich mir erlaube, Ihnen, und durch Sie, Ihrem Gemeinde-Vorstand zum Geschenke zu machen. Ich ergreife die Gelegenheit Ihnen meine vollkommenste Hochachtung auszudrücken, mit welcher ich bestehe Eschwege den 13. Dec. 1838. Ihr ergebenster Ritz, katholischer Seelsorger. T e m p e l w e i h e. t;n*>2 insrtaj SrVi-p ^2122 12P72 öip»} Psalm 26, 9. Freundlich schwebte herab einst Weltbeherrscher Jehova, Strcuete Segen und Glück häufig in Israels Haus; Hörte der Kinder Geber, das flehende Sehnen der Väter, Machte die flehende Brust himmlischer Seligkeit voll, Als durch Salomo's Hand, des weisesten Herrschers von Juda, Zion'S Heiliathum hoch glänzende Zinnen erhob.' Wie wenn das freundliche Wort des liebenden Vaters erschollen, Söhne und Töchter vereint eilen mit kindlicher Lust, Um zu schließen den Kreis, der liebend von Liebe umschlungen Lauschet dem mahnenden Wort, höret die segnende>Lchr: 1 Könige 8, 65 nun 8i'2^u V'i'ia bNtz. Also strömten heran die Gottgehciligten Stämme Wogend in brünstiger Fluth, pilgernd zum heiligen Haus. Sidon's blühend Gestad, wie Libanons luftige Höhen Sandten von Andacht erfüllt jubelnde Schaaren dahin; Hermo 's schattiges Haupt und Jordans üppige Gauen Waren von Wallern erfüllt strömend nach Israels Stadt; Dort von heiliger Glut aufwalleten liebliche Düfte Zu Jehova'S Sitz, welcher in Herrlichkeit thront; eben dort v. 36 rc. N27 nK N2P1. Duftend wogte nach oben des Opfers dampfende Wolke; Also schwebte das Herz brünstiger Beter empor. t Hymnen erfüllten mit Jubel des Heiligthums glänzende Hallen,' Lieder priesen den Herrn laut im begeisterten Chor. — Dich auch Jakobs erzeugte Gemeinde in Hassia'S Gauen, Lächelt im festlichen Schmuck prangend ein- Heiligthum an. Feierlich tönet sein Ruf zum heiligen Werke des Glaubens, Freundlich erschallet das Wort: „Israel eile heran, „Höre begeisterte Lehre verkünden, die Weisheit von oben, „Wachse an Weisheit und Kraft, werde des Himmlischen voll. „Werfe die kindliche Brust voll Demuth im Staube darnieder „Stimme mir Seraphen ein, preißend den Namen des Herrn: JefaiaS 6, 3. kt ba Kt ic. rriaq^ niiv; iöftß wiitz „Heilig, erhabener Gott bist du, dessen Herrlichkeit füllet, „Deiner Geschöpfe Mund, das unermeßliche All. — Freude durchglühe das Herz Euch eifrige Söhne des Ostens,

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