Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 94 (19.10.1839)
- Date
- 1839-10-19
- Page
- Seite 543 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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545 den manche unsrer Leser fragen. Aber gemach, es sind nur die gewöhnlichen Wochen- und Sabbatgebete, mit den für die genannten Feste nothwendkgen Einschaltungen, welche diese beiden Bande füllen, und es ist nur ein sehr schönes Opfer der Bequemlichkeit gebracht, weil sonst die Halste eines Bandes kaum gefüllt worden, ohne die Wiederholung der gewöhnlichen Gebete. Da finden sich weder Maarobot, noch Iozrot und Pijutim, auch nicht eine Spur, und — dennoch sind die Portugiesen so gute Juden, wie wir. Das begreife ein alter Deutscher! Der erste Band gibt die gewöhnlichen Abendgebete, das Tischgebet, mit viel schöneren ‘prr-iri, als' wir haben, die gewöhnlichen Schacharit- und Mussaf-Gebete, und es sind nur die Tora- und Hastora-Abschnitte, die den Festtag besonders bezeichnen, und die Hoschanot, die für Hoschana-Rabba sehr lang sind. Dann folgen die Chol-hamoed-Gebete, und für Schmini Azeret der Geschem, der aber bedeutend kürzer und poetisch schöner ist — er nimmt nur 2\ Oktavseiten ein. An Simchat-Tora Alles wie gewöhnlich, außer der Toravorlesung, die Merschut für Chatan-Tora und CH. Bereschkt fehlen auch, nur eine ganz kurze Einleitung. Der 5. Band, ganz ebenso, am ersten Abend Pessach wird vor Alenu das Hallel gebetet, die Hagada schel Pessach fast ganz wie bei uns, nur daß mit schon geschlossen wirb; das Tal-Gebet nimmt nicht 1£ Oktavseiten ein. Am Schebuot werden vor Mincha die Asharot von Gabicol, und Rut in zwei Theilen (am ersten Tage von I, 1—III. 7, am zweiten von III, 8 bis zum Ende), gesagt, gewiß viel zweckmäßiger, als bei uns, wo der Gottesdienst eine so leidige Unterbrechung durch die Einschaltung vor der Toraverlesung erleidet. Die Uebertragung des Herrn de -Sola ist ganz den früher dargelegten Grundsätzen gemäß, und wird er, nach Beschluß des Werkes, den Genuß, ein Großes und Treffliches beendet zu haben, ungestört empfinden. Einzelne Bemerkungen würden uns hier zu weit führen, da wir den Charakter der Gesammtheit schon festgestellt haben. 57) mn» 2)2)1 tpsba ri2)»n M2). Gedenktafel zur 56sten Säkularfeier der Erschaffung der Welt. Von D. Levy Elkan in Köln. gr. Folio. In einem Halbrund sind verschiedene Gruppen aus der israelitischen Geschichte zusammengestellt, die von einer sehr künstlerischen Anordnung sind. Zur Rechten im Vordergrund der segnende Jakob, Abraham mit Isaak auf dem Wege zur Opferung, im Hintergründe Adam und Eva, Kain und Abel. Zur Linken im Vordergründe Jeremija auf Trümmern, Klagende, Gefangene, die der Sieger von dannen treibt, im Hintergründe der brennende Tempel mit den anrückenden Römern. In der Mitte zwischen beiden Gruppen steht in einer überraschend schönen Stellung Moses mit den Gesetztafeln, und erhobenem nach dem Hintergründe weisenden Arme, hinter ihm der sich aufthürmende babylonische Bau. Ueber den Halbkreis erhebt sich ein Gesims, zu dessen Rechten Salomon mit dem Löwen, und zur Linken David mit der Harfe sitzen. Das Gesims tragt die Inschrift. Am Fuße des Blattes eine geistreiche Ode. Einigt sich so das Ganze zu einer kunstvoll geordneten Ansicht, so bedauern wir einerseits, daß die Abdrücke ziemlich matt ausgefallen sind, und auf die Lithographirung nicht mehr Kunst und Sorgfalt verwendet worden ist. Andrerseits ist es Schade, daß eben nur der Kunstsinn bei der Wahl des Gegenstandes geleitet zu haben scheint, indem wir in Allem nicht das geringste Merkmal und Charakteristikum für das Jahrhundert gegeben sehen, für welches das Blatt als Gedenktafel bestimmt ist, so daß dieselbe eben so gut für viele vorhergehenden und 'alle nachfolgenden Jahrhunderte benutzt werden könnte, und wir nur aus der Jahreszahl die Zeitbestimmung erfahren. Die Emancipatkon und die neuere geistige Richtung im Judenthum hätten wol Gelegenheit gegeben, künstlerisch dargestellt zu werden; das Antlitz eines Mendelssohns und Wessely hätte nicht fehlen sollen. Da übrigens das Blatt das Einzige ist, was bei dieser Gelegenheit erschienen, und der Künstler für seine Bemühung aufzumuntern ist, so wünschen wir, daß es in recht viele Zimmer Eingang finden möge. 58) Die Synagoge. Eine jüdisch - religiöse Zeitschrift rc. von Dr. L. Adler. Erster Jahrgang. VI. Heft. S. 323 — 386. gr. 8. In No. 13 des Beiblattes S. 59 ist bereits weitläufiger über diese Zeitschrift referirt worden. Mit dem vorliegenden Hefte schließt der erste Jahrgang. Es enthält eine schöne metrische Umschreibung des Tritt n» von Stein; eine wohlgeordnete und gut durchgcführte Predigt des Herausgebers über den rechten Genuß, einige Bruchstücke aus Predigten" von Klein und Dreifuß, und lkterar. Nachrichten. — Der zweite Jahrgang soll in veränderter Gestalt erscheinen; möge es dem Herausgeber gelingen, recht tüchtige Beitrage uns bieten zu können. (Fortsetzung folgt.)